· Fachbeitrag · Fortbildung
EVA-NP: Spezialisierung für neurologische, nervenärztliche und psychiatrische Praxen
von Katharina Münster, Medienbüro Medizin, Hamburg, www.mbmed.de
| In vielen Praxen unterstützen „Entlastende Versorgungsassistentinnen“(EVA)bereits die Ärzte, indem sie beispielsweise Hausbesuche übernehmen. Eine weitere Möglichkeit zur Spezialisierung bietet sich für MFA in neurologischen, nervenärztlichen oder psychiatrischen Praxen. Die Fortbildung zur EVA-NP ist für MFA geeignet, die auf eine jahrelange Erfahrung in den Bereichen der Diagnostik und Therapie neuropsychiatrischer Erkrankungen sowie Begleitung neurologisch-psychiatrischer Patienten zurückgreifen können. |
Geschulte Ansprechpartnerinnen für Patienten
MFA haben oft eine enge Bindung zu langjährigen Patienten. Diese können EVA-NP vertiefen, indem sie als qualifizierte Ansprechpartner für die Patienten gelten. Dafür lernen sie in der Fortbildung, Situationen im Kontext neurologisch-psychiatrischer Erkrankungen richtig einzuschätzen. Sie können daraufhin auch Haus- und Pflegeheimbesuche übernehmen und so die Praxischefs entlasten. Ebenso bereiten sie Patienten- und Angehörigenschulungen und Informationsveranstaltungen vor und unterstützen die Ärzte so auch organisatorisch. Eine weitere wichtige Aufgabe einer EVA-NP ist, die Medikamenteneinnahme der Patienten anzuleiten, zu überwachen und zu dokumentieren. Aufgrund ihrer engeren Bindung zu den Patienten, können sie sie in sozialen Fragen beraten und unterstützen, beispielsweise bei der Hilfsmittelversorgung und bei der Suche nach Selbsthilfegruppen.
Module: Von Kommunikation bis Suchterkrankungen
Die Fortbildung wurde von Expertengruppen der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe sowie des Bundesverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) entwickelt. Sie besteht aus Pflicht- und Wahlmodulen. Im Pflichtteil lernen die MFA allgemeine Tätigkeiten, etwa wie sie mit Patienten kommunizieren und wie sie chronisch Kranke motivieren. Durch Wahlmodule können die MFA sich je nach Tätigkeitsschwerpunkt der Praxis auf bestimmte Themengebiete spezialisieren. Diese reichen vom Parkinson Syndrom über Multiple Sklerose bis hin zu Demenzerkrankungen und Suchtkrankheiten.
Teilnahmevoraussetzung
Teilnehmen kann jede MFA, die einen qualifizierten Berufsabschluss sowie eine mindestens dreijährige ununterbrochene Tätigkeit in einer neurologischen, nervenärztlichen oder psychiatrischen Praxis nachweisen kann. Je nach Berufserfahrung müssen sie dann eine unterschiedliche Anzahl an Unterrichtseinheiten absolvieren.
Weiterführender Hinweis
- Zusatzqualifikation „EVA“ ermöglicht Hausbesuche durch MFA - PPA 07/2009, Seite 1 -