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· Fachbeitrag · Buchtipp

Alzheimer in der Hausarztpraxis

von Ursula Katthöfer, Wissenschaftsjournalistin, www.textwiese.com, Bonn

| MFA haben den Schweizer Hausarzt Dr. med. Felix Schürch dazu motiviert, das Thema Alzheimer für ihre Fortbildungen aufzubereiten. Ein Verlag zeigte ebenfalls Interesse, sodass das Buch „Alzheimer in der Hausarztpraxis“ entstand. |

 

Der demenzkranke Mensch im Mittelpunkt

In vier großen Kapiteln beleuchtet der Autor die Themen Verdacht, Diagnose, neuer Lebensabschnitt und Behandlung. Zahlreiche kurze Unterkapitel gliedern das Buch zu einem übersichtlichen Ratgeber. Fotos und Tabellen veranschaulichen Krankheitsphasen und Symptome. Karikaturen helfen, das schwierige Thema auch mit Humor zu nehmen.

 

Dem Autor ist anzumerken, dass er als Hausarzt in Zürich täglich mit demenzkranken Patienten umgeht. Er vermittelt viel Fachwissen, informiert ausführlich zu Anamnese, Diagnose und Prognose. So erklärt er ausführlich den Blick ins Gehirn mithilfe des MRT. Dennoch verliert er den Menschen nie aus dem Blick. Schürch schildert in vier Fallbeispielen Patientinnen aus seiner Praxis, die ganz unterschiedlich mit ihrer Demenz leben. Geradezu liebevoll beschreibt er Frau Hürlimann, bei der er jeweils donnerstags seinen Hausbesuch macht. Noch nach ihrem Tod hat er sie als „schrullige und liebenswerte Persönlichkeit“ in Erinnerung.

 

Tipps aus erster Hand

Nahezu auf jeder Doppelseite gibt Schürch einen „Tipp für die Praxis“. So rät er unter dem Stichwort Kommunikation dazu, sich vor dem Gespräch mit einem Demenzkranken erst einmal selbst innerlich zu beruhigen. Er informiert darüber, dass Ja-Nein-Fragen häufig nicht weiterführen und Fragen nach dem Warum demenzkranke Patienten überfordern. Ein sehr ausführliches Sachregister von A wie Acetylcholin bis W wie Weltgesundheitsorganisation hilft, in kurzer Zeit Fachbegriffe nachzuschlagen.

 

Sprachliche Unterschiede

Für Leser aus Deutschland mögen einige Schweizer Fachbegriffe ungewohnt sein. So spricht Schürch häufig von der Spitex, der spitalexternen Hilfe. Dabei handelt es sich um Pflege und Beratung zu Hause. Auch statistische Zahlen beschreiben die Situation in der Schweiz. Dennoch denkt der Autor an sein deutsches Publikum. So erklärt er an passenden Stellen, dass etwa die Medizinische Praxisassistenz (MPA) in der Schweiz der MFA in Deutschland entspricht. Die kleinen sprachlichen Hürden sollten nicht beirren. Das Buch ist für jede Hausarztpraxis empfehlenswert.

 

Weiterführender Hinweis

  • Schürch, Felix: Alzheimer in der Hausarztpraxis. Verlag Hans Huber, Broschiert, 92 Seiten, 19,95 Euro, ISBN-13: 9783456950525.
Quelle: Ausgabe 01 / 2015 | Seite 11 | ID 43114881