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· Fachbeitrag · Arbeiten im Ausland

Über den großen Teich: Als MFA in den USA

von Yvonne Schuck, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Auf ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten - den Traum haben viele, manche setzen ihn in die Tat um. Wenn MFA in die USA auswandern möchten, können Sie sich dort zum Beispiel als Medical Assistant bewerben. Dieses Berufsbild verbindet organisatorische und medizinische Aufgaben in Arztpraxen oder anderen medizinischen Einrichtungen und ist dem Berufsbild der MFA in Deutschland recht ähnlich. Doch bevor es losgehen kann, müssen Interessierte einige Hürden nehmen. PPA zeigt, was es zu beachten gilt, wenn Sie den Traum vom Leben in den USA in die Tat umsetzen möchten. |

Ohne Arbeitsgenehmigung geht nichts

Ist es innerhalb der europäischen Union - dank des Rechts auf Freizügigkeit - inzwischen recht unproblematisch, im Ausland zu leben und zu arbeiten, müssen Sie für den Sprung in die Vereinigten Staaten schon ein wenig länger vorausplanen. Dazu gehört auch, eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu besorgen, passende Stellen zu suchen und Bewerbungen zu schreiben. Mit ein bisschen Glück klappt es dann mit dem Auswandern.

 

Wer in die USA einreisen möchte, benötigt ein Visum. Alle, die dort auch arbeiten möchten - sei es dauerhaft oder für einen begrenzten Zeitraum - brauchen ein Arbeitsvisum oder noch besser eine Green Card. Denn die erlaubt es Ihnen, sich für unbegrenzte Zeit im Land aufzuhalten und dort zu arbeiten. Auf der Internetseite der US-Botschaft (http://german.germany.usembassy.gov), finden Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema. Eine Green Card können Sie übrigens auch im Lotto gewinnen, in der Green Card Lottery. Auch hierzu informiert die US-Botschaft auf ihrer Website.

Künftiger Arbeitgeber muss Arbeitsvisum beantragen

Wenn Sie nicht auf Ihr Glück vertrauen, sondern die Dinge selbst in die Hand nehmen möchten, können Sie sich auch ohne Green Card um einen Arbeitsplatz bewerben. Sind Sie erfolgreich, reicht Ihr zukünftiger Arbeitgeber in den USA für Sie eine Petition auf eine Arbeitsgenehmigung ein. Erst wenn diese genehmigt ist, können Sie in Deutschland ein Arbeitsvisum beantragen. Detaillierte Informationen und die passenden Anträge finden Sie auf der Internetseite der US-Botschaft in der Rubrik „Visa”.

Gute Chancen für MFA auf dem US-Arbeitsmarkt

Haben Sie es geschafft, eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, stehen die Chancen für Sie als MFA auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt ziemlich gut. Nach Angaben des US Department of Labor, dem amerikanischen Arbeitsministerium, gehört medizinisches Fachpersonal zu den gesuchten Berufsgruppen. Bis 2020 soll die Nachfrage nach Medical Assistants, auch aufgrund des steigenden Durchschnittsalters der Bevölkerung, noch weiter steigen. Natürlich gibt es in einem Land von der Größe der USA starke regionale Unterschiede. Haben Sie sich bereits für einen bestimmten Bundesstaat entschieden, können Sie sich auf der Internetseite des Bureau of Labor Statistics (www.bls.gov/oes) die Arbeitsmarktstatistiken der Bundesstaaten anschauen und sich über das Durchschnittseinkommen einzelner Berufsgruppen informieren. Im „Occupational Outlook Handbook” auf derselben Seite finden Sie auch Informationen zu bestimmten Berufsbildern, etwa dem der Medical Assistant.

Medical Assistant: Arzthelferin auf Amerikanisch

Der Beruf der Medical Assistants (MA) in den USA ähnelt dem der MFA in Deutschland. In der Regel arbeiten sie in Arztpraxen oder anderen medizinischen Einrichtungen. Dort kümmern sie sich um Organisatorisches und die Verwaltung, nehmen aber auch Assistenzaufgaben wahr und führen medizinische Tätigkeiten aus. Abhängig von Art und Größe der Praxis sowie der Ausbildung der MA variieren ihre Arbeitsfelder: Administrative Medical Assistants etwa kümmern sich verstärkt um die Verwaltung (Administration). Ophthalmic Medical Assistant arbeiten in der Augenheilkunde, und so weiter.

 

Im Gegensatz zur deutschen MFA haben Medical Assistants in den USA nicht zwangsläufig eine formale Ausbildung durchlaufen. Die Bandbreite reicht von angelernten Kräften, deren Kenntnisse und Fähigkeiten ganz auf die Bedürfnisse des einen Arbeitsgebers ausgerichtet sind, bis zu Medical Assistants, die eine ein- oder zweijährige Ausbildung an Berufsfachschulen, Fachhochschulen oder Hochschulen absolviert oder sich zu Certified Medical Assistants (CMA), Registered Medical Assistants (RMA), National Certified Medical Assistants (NCMA) und Certified Clinical Medical Assistants (CCMA) weitergebildet haben. Hilfreiche Tipps und Hinweise rund um den Beruf der MA sowie zu Karrierechancen und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt die American Association of Medical Assistants (www.aama-ntl.org).

So finden Sie passende Stellenangebote

Sie können sich initiativ bewerben, oder auf eine ausgeschriebene Stelle. Das US Department of Labor bietet auf www.careeronestop.org hilfreiche Informationen rund um das Thema Bewerbung. Wenn Sie bereits wissen, wohin Sie möchten und nach Informationen zu einem bestimmten Bundesstaat suchen, werden Sie hier fündig: www.dol.gov/dol/location.htm. Offene Stellen finden Sie im Internet, unter anderem auf www.usajobs.govwww.careerjet.com und www.jobsearchusa.org.

Bewerbung: Kulturelle Unterschiede beachten

Haben Sie ein passendes Stellenangebot gefunden, folgt die Bewerbung. Hier gilt es, einige Unterschiede zwischen den USA und Deutschland zu beachten: In Deutschland ist eine Bewerbung ohne Foto und vor allem ohne Zeugnisse kaum vorstellbar. In den USA hingegen ist dies gängige Praxis. Außerdem ist es durchaus üblich, dass sich Bewerbungsunterlagen auf Anschreiben (Cover Letter) und Lebenslauf (Résumé) beschränken.

 

Bedenken Sie: Anschreiben und Lebenslauf geben bereits Auskunft über Ihre Englischkenntnisse - auch in Bezug auf medizinisches Fachvokabular. Selbstverständlich hängen Ihre Chancen, eine Stelle zu finden, auch sehr von Ihren Englischkenntnissen ab. Formulieren Sie darum sorgfältig und holen Sie sich gegebenenfalls Hilfe. Sind in der Stellenausschreibung noch weitere Dokumente gefordert, etwa ein Nachweis über Sprachkenntnisse oder Zeugnisse, halten Sie sich natürlich an diese Vorgaben. Legen Sie deutschen Dokumenten eine englische Übersetzung bei.

 

PRAXISHINWEIS | Beim Lesen Ihres Anschreibens entscheidet der zukünftige Arbeitgeber, ob es sich lohnt, den Lebenslauf überhaupt anzusehen. Fassen Sie sich kurz und nutzen Sie den Platz, um sich für Ihren zukünftigen Arbeitgeber interessant zu machen. Legen Sie dar, warum gerade Sie die Richtige für die Stelle sind. Das gilt ganz besonders, wenn Sie noch nicht über eine Arbeitsgenehmigung verfügen. Denn das Beschaffen der Genehmigung bedeutet für den zukünftigen Arbeitgeber einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand. Im Anschreiben müssen Sie davon überzeugen, dass Sie diesen Aufwand wert sind.

Anders als in einem deutschen Lebenslauf haben persönliche Angaben, etwa Geburtsdatum oder Familienstand, in einem Résumé nichts zu suchen. Hier geht es allein um Ihre fachliche Qualifikation. Beispiele und Vorlagen zum Résumé finden Sie auf dem Internetportal www.careeronestop.org in der Unterkategorie > Resumes > Interviews.

 

FAZIT | Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel. Durch Ihre Ausbildung und Arbeit als MFA in Deutschland haben Sie wertvolle Kenntnisse und Fähigkeiten erworben, die Sie auch in den USA zu einer gefragten Arbeitskraft machen. Lassen Sie sich von den bürokratischen Hürden nicht entmutigen. PPA wünscht Ihnen alles Gute und viel Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

 
Quelle: Ausgabe 11 / 2012 | Seite 4 | ID 35466310