· Fachbeitrag · Untersuchungstechniken
Die Ultraschalluntersuchung - Grundlagen und Anwendung
von Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, Medizinjournalistin, Nordhorn
| Die Sonographie - oder auch Ultraschalluntersuchung - ist eine einfache, für den Patienten wenig belastende und kostengünstige Untersuchungsmethode. Ein Ultraschallgerät findet sich mittlerweile in vielen Arztpraxen. Mithilfe von Schallwellen werden bei der Ultraschalluntersuchung Bilder aus dem Körperinneren erzeugt und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Der Arzt kann dann mithilfe dieser Bilder verschiedene Erkrankungen diagnostizieren. |
Was ist Ultraschall?
Bei der Sonographie werden mithilfe von Schallwellen Bilder erzeugt. Die dabei verwendeten Schallwellen können vom Menschen jedoch nicht gehört werden, da sie eine Frequenz von über 20 Kilohertz (kHz) haben. Für den Menschen sind Schallwellen zwischen 16 Hertz (Hz) und 20 kHz hörbar, Schallwellen mit höheren Frequenzen werden als Ultraschall bezeichnet. In der Regel wird bei der Ultraschalluntersuchung je nach zu untersuchendem Organ ein Schallkopf mit einer Frequenz von 3,5 bis 5 Megahertz (MHz) verwendet (Oberbauch: 3,5 MHz, Schilddrüse: 5 MHz). Moderne Geräte verfügen teilweise auch über Schallköpfe deren Frequenz verstellt werden kann, sodass der Schallkopf nicht gewechselt werden muss.
Wie funktioniert ein Sonographiegerät?
Ein Sonographiegerät besteht aus einem Schallkopf, der an einen Computer angeschlossen ist. Der Schallkopf sendet Ultraschallwellen aus, die in den menschlichen Körper eindringen und hier von den unterschiedlichen Geweben verschieden stark aufgenommen (absorbiert) oder zurückgeworfen (reflektiert) werden. Die reflektierten Schallwellen werden vom Schallkopf empfangen. Der Schallkopf sendet also Schallwellen aus und empfängt sie auch wieder. Aus den reflektierten Schallwellen berechnet der Computer das Schallbild. Dieses wird in unterschiedlichen Graustufen auf dem Monitor dargestellt und kann dann zur Dokumentation auch ausgedruckt oder gespeichert werden.
Was bedeuten die verschiedenen Grautöne im Ultraschallbild?
Flüssigkeiten wie beispielsweise Blut, Lymphe oder eine gefüllte Harnblase stellen für den Ultraschall kein Hindernis dar. Weil sie keine Reflexionen bzw. kein Echo erzeugen, erscheinen Flüssigkeiten auf dem Ultraschallbild schwarz. Treffen Schallwellen dagegen auf Luft (wie beispielsweise in der Lunge oder im Magen-Darm-Trakt) werden sie aufgehalten bzw. reflektiert. Diese Strukturen stellen sich auf dem Ultraschallbild je nach Zusammensetzung des Gewebes grau bis weiß dar. Tiefer liegende Strukturen können dann nicht mehr dargestellt werden, da die Schallwellen nicht zu ihnen gelangen.
Ultraschallbild einer Leber
Auf dem Beispielbild sieht man den Längsschnitt durch eine gesunde Leber. Das Leberparenchym stellt sich grau dar. In der Mitte des Bildes ist die blutgefüllte Pfortader (P) längs angeschnitten. Darunter findet sich ebenfalls längs angeschnitten die Vena cava inferior (VCI). Beide Gefäße stellen sich schwarz dar, da sie mit Blut gefüllt sind. Im Gegensatz zu den Venen zeigt die Pfortader jedoch deutliche Wandreflexionen, zu erkennen an den weißen Abgrenzungen der Pfortader. Am linken Bildrand sieht man weiterhin quer angeschnittene Lebervenen (LV), die ebenfalls mit Blut gefüllt sind und sich daher schwarz darstellen.
Wann wird eine Sonographie durchgeführt?
Eine Ultraschalluntersuchung wird in der Allgemeinarztpraxis meist durchgeführt, um die Organe des Ober- und Unterbauches sowie die Schilddrüse zu beurteilen. Beim Frauenarzt wird der Ultraschall zur Untersuchung der weiblichen Brust eingesetzt. Weiterhin können mithilfe der Sonographie auch Schwellungen oder Veränderungen unterhalb der Haut untersucht werden.
Sonderformen der Ultraschalluntersuchung
Die bisher beschrieben Ultraschalluntersuchung bezeichnet man als perkutane (durch die Haut) Ultraschalluntersuchung. Eine Sonderform des perkutanen Ultraschalls ist die Echokardiographie, der Ultraschall des Herzens. Daneben gibt es noch die Endosonographie und die Doppler-Sonographie.
Endosonographie
Bei der Endosonographie wird der Schallkopf nicht auf die Haut aufgesetzt, sondern durch eine Körperöffnung eingebracht. Es werden unterschieden:
- Transösophagealer Ultraschall: Der Schallkopf wird durch den Mund in die Speiseröhre (Ösophagus) eingebracht. Mit dieser Untersuchung lassen sich die Wand des Ösophagus, das Herz sowie Blutgefäße und Lymphbahnen des Mittelfellraumes (Mediastinum) beurteilen. Auch die Organe des Oberbauchs (Magen, Bauchspeicheldrüse, Gallenwege, Milz und linke Nebenniere) können gut untersucht werden.
- Transvaginaler Ultraschall: Der Schallkopf wird in die Scheide (Vagina) eingeführt, es lassen sich Eierstöcke und Gebärmutter beurteilen.
- Transrektaler Ultraschall (TRUS): Der Schallkopf wird in den Enddarm (Rektum) eingeführt. Mit dieser Untersuchung lässt sich die Wand des Rektums beurteilen sowie die benachbarten Organe insbesondere die Prostata.
Doppler-Sonographie
Bei der Doppler-Sonographie handelt es sich um die Untersuchung von Blutgefäßen und der Blutströmung mittels Ultraschall.
Was sollen die Patienten vor der Untersuchung beachten?
Für eine Ultraschalluntersuchung des Bauches sollte der Patient nüchtern sein, also nach Möglichkeit einige Stunden vor der Untersuchung nichts mehr gegessen haben. Ebenso ist es wichtig, dass sich möglichst wenig Luft im Magen-Darm-Trakt befindet, um eine gute Bildqualität zu gewährleisten. Auf blähende Speisen (Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie, Rosinen, Bananen, Weizenkleie, grobes Vollkornbrot, kohlensäurehaltige Getränke, künstlicher Süßstoff) sollten die Patienten am Tag vor der Untersuchung also verzichten. Ebenso darf sich keine Luft zwischen dem Schallkopf und der Haut des Patienten befinden. Aus diesem Grund wird ein Gel auf den Schallkopf aufgebracht. Um es für den Patienten angenehmer zu gestalten, kann dieses Gel im Wasserbad leicht erwärmt werden.