· Fachbeitrag · Psychische Erkrankungen
Essgestörte Patienten in der Arztpraxis: Anorexie, Bulimie und Binge Eating
von Mihrican Özdem, Diplompsychologin, Landau
| Essstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. So werden Sie sicher auch in Ihrer Praxis mit Patienten konfrontiert, die an einer Anorexie, einer Bulimie oder einem Binge Eating leiden. Wie sollten Sie sich diesen Patienten gegenüber verhalten? |
Was sind Essstörungen?
Allen Essstörungen liegt eine psychische Ursache zugrunde. In der Regel haben Betroffene ein zu geringes Selbstwertgefühl. Sie versuchen, innere Konflikte durch das gestörte Essverhalten zu kompensieren. Essstörungen müssen psychotherapeutisch und im Falle körperlicher Schäden internistisch behandelt werden. Die drei häufigsten Essstörungen wirken sich unterschiedlich auf das Körpergewicht des Patienten aus.

Anorexia nervosa
Eine der häufigsten Essstörungen ist die Anorexia nervosa, von der meist junge Frauen betroffen sind. Es sind in der Regel ehrgeizige, intelligente Frauen, die dem Schönheitsideal entsprechen wollen und die Nahrungsaufnahme so stark einschränken, dass sie extrem abnehmen. Obwohl sie nur noch Haut und Knochen sind, empfinden sie ihren Körper noch immer als zu dick. Manche hungern sich zu Tode.
Bulimia nervosa
Bulimie-Betroffene erleben Essattacken, essen sehr viele und kalorienreiche Lebensmittel und erbrechen anschließend das Gegessene, was mit großen Schuld- und Schamgefühlen einhergeht. Auch sie wollen dem Schönheitsideal entsprechen, aber sie magern nicht ab wie die Anorektiker. Durch das Erbrechen halten sie ihr Gewicht im Normalbereich. Sie wissen, dass sie ein problematisches Verhalten an den Tag legen, können sich aber nicht kontrollieren.
Binge Eating
Personen, die an Binge Eating leiden, haben Essattacken und behalten das Gegessene bei sich, sie erbrechen sich nicht. Deshalb nehmen sie stark zu. Sie essen ohne Hungergefühl und haben kein Sättigungsgefühl. Sie essen so lange, bis sie sich völlig übergessen haben. Anders als bei der Anorexie und Bulimie sind von dieser Essstörung auch viele Männer betroffen, ein Drittel der Erkrankten sind Männer.
Umgang mit essgestörten Patienten
Verhalten Sie sich den Patienten gegenüber einfach sachlich und freundlich, so wie sie es bei anderen Patienten auch tun. Schenken Sie der Erkrankung keine besondere Beachtung. Folgende Strategien helfen Ihnen dabei.
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