· Fachbeitrag · Privatliquidation
IGeL: Nur zwei Fünftel prüfen Angebote nach
| Nur zwei Fünftel der Patienten, die von ihrem Arzt eine „Individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL) angeboten bekommen, prüfen die Information des Arztes nach. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Techniker Krankenkasse (TK). |
In der repräsentativen Befragung unter 2.000 Menschen gaben nur knapp vier von zehn (39 Prozent) an, dass sie nach Angebot einer IGeL weitere Informationen eingeholt haben. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der gesetzlich Versicherten hat von ihrem Arzt schon einmal ein solches Angebot bekommen, jeder Dritte (34 Prozent) sogar schon öfter.
Es sind vor allem die Jüngeren, die die ärztliche Information nachprüfen: Bei den 18- bis 35-Jährigen gilt dies mit 47 Prozent für fast jeden Zweiten, bei den 56- bis 65-Jährigen nur für drei von zehn. Außerdem nutzt fast jeder Zweite (48 Prozent) mit Abitur oder Hochschulabschluss weitere Informationsquellen. Bei Menschen mit niedrigerem Schulabschluss reichen nur etwas mehr als jedem Dritten (36 Prozent) die Informationen vom Arzt nicht aus.
PRAXISHINWEIS | Als Arztpraxis sollten Sie nur solche IGeL anbieten, von deren medizinischem Nutzen Sie zu 100 Prozent überzeugt sind. Für die Patientenberatung in Ihrer Praxis zeigt die TK-Umfrage zwei Dinge: Da ein Großteil der Patienten die Information des Arztes nicht weiter nachprüft, können Sie sie vor allem durch die Qualität der Beratung und des Informationsmaterials überzeugen. Einwänden kritischer Patienten sollten Sie offen begegnen und in das Beratungsgespräch die eigene Fachkompetenz als Arzt oder MFA einbringen. |
Weiterführender HInweis
- IGeL-Bewertung der Krankenkassen unter www.igel-monitor.de