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· Fachbeitrag · Fear

English for doctor’s assistants - Part 5

von Petra Meisel, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Viele Menschen haben Angst vor dem Besuch beim Arzt. Fremdsprachige Patienten bilden hier keine Ausnahmen. Im Gegenteil: Die Ohnmacht ist noch größer, wenn man sich nicht richtig verständigen kann. Englischkenntnisse der MFA können somit einen wichtigen Beitrag leisten, dass Angstpatienten sich zumindest etwas beruhigen. PPA zeigt, mit welchen Vokabeln Sie der Angst begegnen können. |

Wie MFA mit Angstpatienten kommunizieren sollten

„Stellen Sie sich nicht so an“ ist kein hilfreicher Satz, wenn jemand Angst (fear) hat. Wie wohltuend klingt dagegen ein verständnisvolles „Viele Menschen haben Angst davor, zum Doktor zu gehen“. Doch dieser Satz wirkt nur in einer Sprache, die man versteht. Ist es nicht Deutsch, dann funktioniert es meist in Englisch: „Many people are afraid to see the doctor‘s office.“ Damit sind Angst- und Sprachhürde zwischen Patient und MFA in einem genommen.

Vieles kann Angst machen: Zeigen Sie Verständnis!

Viele Menschen kostet schon allein der Schritt über die Schwelle einer Praxis oder eines Hospitals Überwindung. Sie werden den ängstigenden (scary) Gedanken nicht los, dass es sich bei ihren Symptomen um etwas Ernstes (something serious) handeln könnte. Selbst kleine Dinge sind dann Auslöser für Herzklopfen.

Die Umgebung

Die sterile, kalte Atmosphäre (cool, steril atmosphere) mancher Behandlungszimmer oder der Medizingeruch (smell of medicine) reichen bei vielen Patienten schon aus, damit der Angstschweiß ausbricht.

Andere Patienten

Auch Schlüsselwörter aus Patientengesprächen im Wartezimmer wie Krebs (cancer) oder Herzinfarkt (heart attack) können feuchte Hände verursachen. Jedem geht es unter die Haut, werden in einer Notfallsituation lebensbedrohende Anzeichen (life threatening conditions) beobachtet oder Menschen, die offensichtlich unter ihren Krankheiten leiden (to suffer from illness). Das ist in der Regel Mitgefühl. Angst entsteht, wenn der Beobachter das Gesehene auf sich bezieht. Zeigen Sie Verständnis mit den Worten: „Many people feel uncomfortable when faced with people who are seriously ill.”

 

Manche wollen gar nicht erst in die Praxis, weil sie fürchten, sie könnten sich dort zusätzliche Krankheiten einfangen. Da hilft das Angebot, draußen zu warten und beizeiten den Patienten über Handy zu benachrichtigen: “If you rather prefer to wait outside, that’s fine with us. We will call you in by mobile.”

 

Die Instrumente

Beim Anblick medizinischer Geräte sieht so mancher rot - zuweilen sogar schwarz. Selbst gestandene Mannsbilder haut es manchmal um, naht die MFA mit der Spritze (injection needle). Und Arterienunterbindungspinzette (artery forceps), Bronchoskop und Spekulum (bronchoscope, speculum) sind im Aussehen noch weniger vertrauenerweckend. Ein Satz über Ihre Erfahrung und Technik, Injektionen zu verabreichen, kann Wunder wirken: „With training, giving injections is not painful for patients.“ Das gilt auch für den Hinweis, dass der Patient nach dem Pieks vom Gebrauch weiterer furchteinflößender Instrumente (zum Beispiel bei einer ambulanten OP) nichts mehr spüren wird („Don‘t worry. You won’t feel anything.“).

 

Götter in Weiß: Gefühl ohne Übersetzung

Für manche Patienten ist das Erscheinen des Arztes mit dem Gefühl von Ehrfurcht und Hilflosigkeit (helplessness) behaftet. Auch ohne treffendes englisches Idiom - die Vorstellung ist sprachübergreifend. Der Gott in Weiß: unnahbar, mit Entscheidungsgewalt über möglicherweise schmerzvolle Behandlungen (painful treatment), die nicht hinterfragt werden dürfen. Von seinem Fachwissen hängen im schlimmsten Fall Tod (death) oder Leben (life) ab. In dieser Situation haben Patienten mangels medizinischer Kenntnis keine Kontrolle über das, was zu tun ist, und fühlen sich daher ausgeliefert. MFA können dem vorbeugen und erklären, dass der behandelnde Arzt für solche Situationen fachlich geschult ist, sich Zeit nimmt, Fragen zu beantworten und darüber hinaus sehr verständnisvoll ist: „Our doctor is trained to explain treatments in English very carefully. He will take all the time it needs to answer your questions. He is a reasonable man with a lot of empathy.”

 

Angst begegnen durch Beruhigen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie MFA Angstpatienten auffangen können. Zuhören und signalisieren, dass die Angst respektiert wird, steht dabei an erster Stelle - selbst, wenn es in der Praxis hoch hergeht: “I understand your problem perfectly fine. Just give me a second and I will have time to listen. We will work something out for you.”

 

Unsicherheit und Unruhe von Patienten können Sie gut entgegenwirken, indem Sie umfassende Informationen anbieten („It might be a good idea to take notes, of what you would like to know.“). So erfährt der Patient tatsächlich, was er wissen möchte, und ist zudem mehr mit den Notizen als seiner Nervosität beschäftigt.

 

Patienten, die vor lauter Aufregung hyperventilieren, hilft die angeleitete Atmung („Try to focus and breath deeply through your nose.“) Im schlimmsten Fall muss eine Beruhigungsspritze her (general anaesthetic). Oft hilft aber schon etwas entspannende Ablenkung durch einen MP3-Player oder Fernsehen (“Would like to listen to some music? You can also watch TV in our waiting room.”).

 

Und am Ende ist es die ausgeglichenen MFA selbst, die sich beruhigend auf Patienten auswirkt. Darum verwöhnen Sie sich und Ihre Patienten mit „aromatherapy candles“. Sorry - Duftkerzen.

Quelle: Ausgabe 10 / 2011 | Seite 14 | ID 28798510