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28.07.2008 | Qualitätsmanagement

Rahmenbedingungen im QMS: Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibungen

von Monika Pohlkamp, Medizinische Fachangestellte und Qualitätsmanagerin, Sendenhorst

Die Praxisleitung muss geeignete Rahmenbedingungen für ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem (QMS) schaffen. Dies geschieht in der Praxis durch die Festlegung der jeweiligen Verantwortlichkeiten und Befugnisse, die durch entsprechende Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibungen dokumentiert werden.  

Die Stellenbeschreibung

Als Stellenbeschreibung bezeichnet man die schriftliche Beschreibung einer Stelle hinsichtlich ihrer Ziele, Aufgaben, Kompetenzen und Beziehungen zu anderen Stellen. Die Beschreibung erfolgt unabhängig von einer bestimmten Person. Die gewählten Formulierungen sollten einfach und unmissverständlich sein.  

 

Beispiel für eine Stellenbeschreibung 

Stellung der Mitarbeiterin im Organigramm* darstellen  

  • Wem ist sie unterstellt, also nicht weisungsbefugt
  • Wem ist sie überstellt, also weisungsbefugt

 

Anforderungsprofil erstellen  

  • Festlegen der notwendigen beruflichen Qualifikation (Ausbildung, Weiterbildungsmaßnahmen usw.)
  • Persönliche Eignung (kommunikativ, kollegial usw.)

 

Aufgaben und Ziele der Stelle erläutern  

  • Welche besonderen Befugnisse sollen bestehen (zum Beispiel zeichnungsbefugt, Ausbilderfunktion usw.)
  • Zusammenarbeit mit der leitenden MFA
  • Unterstützung der Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB)

 

Zuständigkeitsverteilung 

  • Patientenbezogene Aufgaben: zum Beispiel Impfaufklärung, Blutabnahme, Vorbereitung für spezielle Untersuchungen
  • Betriebsorientierte Aufgaben: Abrechnung, Kassenbuchführung, Arbeitsplanerstellung
  • Zusammenarbeit mit anderen Funktionen: Teambesprechung vorbereiten mit der QMB

 

Vertretungsregelung 

  • Welche Kollegin vertritt welche, wann und wobei: zum Beispiel Urlaub, Krankheit, Kur
* Ein Beispiel für ein Organigramm finden Sie am Ende des Beitrags.  

 

Wie Sie sehen, lassen sich durch diese Stellenbeschreibung im Vorfeld viele Abläufe leichter regeln und die jeweiligen Verantwortlichkeiten werden deutlich gemacht.  

Die Arbeitsplatzbeschreibung

Die Arbeitsplatzbeschreibung ist in erster Linie ein Dokumentationsinstrument, das dazu dient, die an einem konkreten Arbeitsplatz wahrgenommenen Tätigkeiten zu beschreiben. In ihr werden bestimmte Tätigkeitsfelder einer Praxis klar definiert.  

 

Zwei Beispiele für Arbeitsplatzbeschreibungen

Welche Arbeiten werden in unserer Praxis von der Anmeldung durchgeführt?  

  • Patientenannahme
  • Telefonannahme
  • Terminvergabe
  • Ausdrucken von Rezepten

 

Welche Arbeiten finden nur im Labor statt?  

  • Vorsorgeformulare mit dem Patienten ausfüllen
  • Blutabnahmen, Gewichtskontrolle, Blutdruck messen, Urin-Kontrollen usw.

Eine Arbeitsplatzbeschreibung trägt dazu bei, dass sich wiederholende Abläufe in der Praxis effizient gestaltet werden können und jede Mitarbeiterin weiß, welche Arbeiten wo und wie in der Praxis erledigt werden müssen. So werden unnötige Wege vermieden und alle Verantwortlichkeiten sind geklärt.  

Einarbeitung neuer Mitarbeiter

Eine Checkliste zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter ergänzt die Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibung. In dieser Checkliste sollten die Reihenfolge der zu erledigenden Aufgaben, die Zeitpunkte für ihre Erledigung und die Kriterien für die Beherrschung der Arbeitsaufgaben festgehalten werden.  

 

Praxistipp: Stellen- und Arbeitsplatzbeschreibungen sind bereits im Vorfeld bei der Suche nach der neuen Mitarbeiterin hilfreich. Wenn klar ist, für welchen Bereich eine Mitarbeiterin gesucht wird, lässt sich leicht ein Anforderungsprofil für die Stellenanzeige erstellen.  

 

Der direkten Vorgesetzten der neuen Mitarbeiterin kommt eine besonders wichtige Rolle im Einarbeitungsprozess zu. Ihr obliegt vor allem die fachliche Einarbeitung. Gleichzeitig muss sie sich aber auch des besonderen Anpassungsprozesses bewusst sein, in dem sich die neue Mitarbeiterin befindet, die sich erst noch in das völlig neue Arbeitsumfeld eingliedern muss.  

 

Die Checkliste zur Einarbeitung lässt sich Punkt für Punkt abarbeiten, wenn eine neue Kollegin eingestellt wird. So wird einerseits verhindert, dass wichtige Arbeitsabläufe nicht erläutert werden. Andererseits erfolgt die Einarbeitung nach einer geregelten Struktur. Folgende Punkte könnte eine solche Checkliste enthalten:  

 

  • Dienst- und Pausenzeiten wurden besprochen
  • Persönlicher Ansprechpartner ist bestimmt
  • Die Telefonanlage und die Annahme von Telefongesprächen wurde erklärt
  • In die Praxissoftware wurde eingewiesen
  • In den Hygieneplan wurde eingewiesen
  • Der Umgang mit Gefahrstoffen wurde erklärt
  • Einweisung in den Arbeitsplatz Sterilisation ist erfolgt
  • Einweisung in den Arbeitsplatz Anmeldung ist erfolgt
  • Die Dienstzeiten wurden besprochen
  • Das QM-Handbuch wurde erläutert
  • usw.

 

Praxistipp: Zur Erleichterung der fachlichen und sozialen Integration kann der neuen Mitarbeiterin eine erfahrene Kollegin als Patin zur Seite gestellt werden. Diese kann über geschriebene und ungeschriebene Gesetze der Praxis und über den neuen Arbeitsplatz informieren sowie gleichzeitig die Integration in das Team unterstützen und bei der Einarbeitung helfen. Aber Vorsicht! Es besteht die Gefahr, dass sich die Patin als Ersatzvorgesetzte aufspielt (lesen Sie dazu auch „Praxisteam professionell“, Ausgabe 7/2008, S. 16 ff.).  

Das Organigramm

Ein Organigramm stellt eine Anforderung der GBA-Richtlinie zur Einführung eines QMS dar. Es dient dazu, die Verantwortlichkeiten, in einer Praxis auf einen Blick erkennbar zu machen. Hier ein Beispiel:  

 

Quelle: Ausgabe 08 / 2008 | Seite 15 | ID 120711