31.01.2008 | Qualitätsmanagement
„QM“ – Grundelemente
In der Januar-Ausgabe 2008 hat Ihnen „Praxisteam professionell“ eine Einführung in die Grundlagen des Qualitätsmanagements (QM) in der Arztpraxis gegeben. Lesen Sie im Folgenden, aus welchen Grundelementen das Qualitätsmanagementsystem (QMS) in Ihrer Praxis aufgebaut sein sollte.
Grundelemente des QMS in der Arztpraxis
In der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GbA) sind für alle Praxen dieselben Regeln und Anforderungen an ein QMS definiert. Dabei ist es egal, für welches QMS sich Ihre Praxis entschieden hat.
Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht die Orientierung am Patienten. Gleichzeitig soll die Arbeitszufriedenheit aller Praxismitarbeiter gefördert werden. Die Grundelemente jedes QMS sollten daher sein:
Im Bereich der Patientenversorgung
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Im Bereich der Praxisführung/Mitarbeiter/Organisation
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Die Grundelemente geben einen Überblick darüber, worauf Sie bei der Einführung eines QMS achten sollten. Alle Bereiche der täglichen Praxisarbeit werden dabei berührt.
Instrumente von QM in der Arztpraxis
Der GbA hat in seiner Richtlinie über die Anforderungen an ein QM genau festgelegt, mit welchen Hilfsmitteln (Instrumenten) das QMS in der Arztpraxis eingeführt werden sollte. Besonders zu nutzen sind:
- Das Festlegen von konkreten Qualitätszielen für die eigene Praxis, das Ergreifen von Umsetzungsmaßnahmen, die systematische Überprüfung der Zielerreichung und erforderlichenfalls die Anpassung der Maßnahmen (PDCA-Zyklus, siehe unten)
- Regelmäßige strukturierte Teambesprechungen
- Prozess- und Ablaufbeschreibungen, Durchführungsanleitungen
- Patientenbefragungen und ein Beschwerdemanagement
- Ein Organigramm und Checklisten
- Das Erkennen und Nutzen von Fehlern und Beinahefehlern zur Einleitung von Verbesserungsprozessen
- Ein Notfallmanagement
- Die Dokumentation der Behandlungsabläufe
- Eine qualitätsbezogene Dokumentation, insbesondere der QM- Ziele und der ergriffenen Maßnahmen
- Die Dokumentation der systematischen Überprüfung der Ziel- erreichung und der erforderlichen Anpassung der Maßnahmen.
Das Praxishandbuch
Um immer einen Überblick über alle Maßnahmen/Grundelemente zu haben, sollten Sie in jedem Fall ein Praxishandbuch anlegen. Hierin enthalten sind alle wichtigen Beschreibungen und Regelungen aus Ihrer Praxis:
- Eine allgemeine Beschreibung der Praxis,
- Eine allgemeine Beschreibung der Abläufe und
- Hinweise auf weiterführende Dokumente.
Praxistipp: Wie umfangreich das Buch wird, liegt in Ihrem Ermessen – doch bedenken Sie: Je ungenauer die Beschreibungen sind, desto eher schleichen sich Fehler ein. Sie sollten das Praxishandbuch in Papierform in einem Ordner anlegen und jedes einzelne Dokument dort abheften.
Um Veränderungen leichter vornehmen zu können, ist es ratsam und sinnvoll, das Praxishandbuch auch im PC anzulegen. Wird beides parallel geführt, müssen bei Änderungen immer beide Versionen aktualisiert werden.
Beim Anlegen des Handbuchs wird Ihnen auffallen, dass Sie für viele Abläufe in Ihrer Praxis bereits Pläne erstellt haben, die Sie nur noch abheften oder überarbeiten müssen. Sie führen in Ihrer Praxis also bereits QM durch – lediglich eine geplante Strukturierung aller Maßnahmen fehlte bisher.
Der PDCA-Zyklus
Grundlage für jedes QM ist die kontinuierliche Verbesserung der Prozesse und Abläufe, die mit den genannten Grundelementen zusammenhängen. Um diese Verbesserung zu erreichen, bedient man sich des sogenannten PDCA-Zyklus, der aus vier Elementen besteht:
- Plan (engl. planen): der jeweilige Prozess muss vor seiner eigentlichen Umsetzung komplett durchgeplant werden.
- Do (engl. ausführen): der Prozess wird wie geplant eingeführt und umgesetzt.
- Check (engl. prüfen/kontrollieren): der Prozessablauf und eventuell seine Resultate werden überprüft. Durch einen Soll-Ist-Abgleich werden eventuelle Abweichungen identifiziert.
- Act (engl. handeln/verbessern): die Ursachen der festgestellten Abweichungen werden abgestellt, der Prozess kann wieder von vorne beginnen.

Es wird deutlich, dass QM ein fortlaufender Prozess ist, der die ständige Verbesserung aller Abläufe in der Arztpraxis zum Ziel hat. QM kann in diesem Sinne niemals abgeschlossen sein, sondern begleitet das gesamte Praxisteam von der Einführung bis zur Schließung der Praxis.
Ausblick
Die genannten Forderungen dienen dazu, kontinuierlich ein praxisinternes QMS aufbauen zu können. „Praxisteam professionell“ wird Sie und Ihr Praxisteam in jeder weiteren Ausgaben Schritt für Schritt dabei unterstützen, in Ihrer Praxis ein QMS aufzubauen.
Sie werden bald merken, dass QM dazu beitragen wird, in Ihrer Praxis ein Top-Praxisteam entstehen zu lassen, von dem Sie und vor allem Ihre Patienten profitieren werden.