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02.05.2008 | Qualitätsmanagement

Aufbau- und Ablauforganisation im Qualitätsmanagement

von Monika Pohlkamp, Medizinische Fachangestellte und Qualitätsmanagerin, Sendenhorst

Im Rahmen der Einführung des Qualitätsmanagements (QM) in Ihrer Praxis ist es wichtig, einen Projektplan zu erstellen, aus dem hervorgeht, wie Aufbau und Ablauf des QM aussehen sollen. In Ausgabe 4/2008 hat Ihnen „Praxisteam professionell“ bereits erläutert, wie wichtig QM-Ziele sind. Das folgende Beispiel soll Ihnen verdeutlichen, wie Sie die Ziele durch eine strukturierte Planung erreichen.  

Die Aufbau- und Ablauforganisation

Mit der Aufbau- und Ablauforganisation wird festgelegt, wie die notwendigen Tätigkeiten aufgeteilt und geplant werden, die zur effizienten Versorgung der Patienten nötig sind. Hilfreich ist hier, wenn die Aufbau- und Ablaufplanung das gesamte Leistungsspektrum der Praxis abdeckt – zum Beispiel mit Hilfe eines Projektplans. Solch ein Projektplan sollte gut strukturiert und für jedes Teammitglied jederzeit verfügbar sein.  

Der Projektplan

Ein Projektplan ist im Grunde nichts anderes als eine Art „To-Do-Liste“, in die Sie alle Vorhaben eintragen, die mit dem QM Ihrer Praxis zu tun haben. Allerdings ist es nicht immer leicht, einzelne Abläufe innerhalb des Praxisalltags zu beschreiben. Es muss sichergestellt sein, dass die Beschreibungen auch der Realität entsprechen. Alle Beschreibungen, die unrealistisch sind, leisten keinen Beitrag zu einem wirkungsvollen QM-System (QMS). Im Gegenteil: Sie mindern sogar die Wirksamkeit! Halten Sie sich daher immer vor Augen: Je genauer die tatsächlichen Abläufe beschrieben werden, desto effektiver ist ihr Nutzen.  

 

Beispiel: Terminplanung

In der regelmäßigen Teamsitzung kommt zum wiederholten Mal die Terminplanung zur Sprache. Dem Team ist es bisher nicht gelungen, die Wartezeiten von 45 Minuten auf ein akzeptables Maß zu reduzieren und die Patientenzufriedenheit dadurch zu erhöhen. Alle Beteiligten tragen in einer regen Diskussion dazu bei, Lösungen zu finden. Für die Umsetzung der eingegangenen Ideen und Vorschläge sollte nun ein Projektplan erstellt werden.  

Beachten Sie: Vor der Formulierung von Lösungen, sollte sich das Team darüber im Klaren sein, welches Ziel angestrebt wird!  

 

Ziel

Bis zum 1. August 2008 wollen wir es schaffen, die Wartezeit von 45 auf 30 Minuten zu reduzieren.  

Praxistipp: Stecken Sie Ihre Ziele niemals zu hoch! Ziele sollten realistisch und erreichbar sein.  

 

Im nächsten Schritt müssen Zahlen, Daten und Fakten (kurz = ZDF) dokumentiert werden, die der Zielerreichung dienen. Die Dokumentation erfolgt am besten in einer Tabelle.  

 

Aufgaben

Wer?  

Macht was?  

Bis wann?  

Mit wem?  

 

Wo?  

Mit welchen Mitteln?  

Susanne  

Ruft das Softwarehaus an wegen der Terminplanumstellung  

10.05.08  

 

 

Telefon  

Chef/in  

Macht Zeitangaben zu Untersuchungen  

10.05.08  

Kollegen/in  

Praxis  

 

Susanne und Andrea  

Ändern die Zeitfenster im Terminplan  

20.05.08  

 

Am Hauptserver  

Anweisung des Softwarehauses  

+Vorgaben des/der Chef/in  

Susanne  

Informiert alle Kolleginnen über Änderungen  

20.05.08  

 

Praxis  

Durch Aushang an der Infotafel und mündlich  

Chef/in  

Bestimmt Zeit für Patienten mit akuten Beschwerden  

31.05.08  

Kollegen/in  

Teamsitzung  

Mündlich  

QM-Beauftragte  

Analyse der Zielumsetzung  

31.07.08  

Praxisteam und Patient  

Praxis  

Befragung der Kollegen und Patienten  

Beachten Sie: Wichtig ist es vor allem, dass die Verantwortlichen festgelegt und alle Schritte des Prozesses dokumentiert werden. Auch muss nach Ablauf der festgesetzten Termine überprüft werden, ob alle Aufgaben erledigt sind und das gewünschte Ziel erreicht wurde. Nur auf diese Weise kann ein funktionierendes QMS entstehen.  

Fazit

In diesem Beispiel war es recht einfach, das angestrebte Ziel umzusetzen. Weitere Beispiele für Projektpläne sind der Verkauf von IGeL oder die Kommunikation am Telefon. Bei schwierigen Projekten kann man zum Beispiel noch Termine für Workshops und Fortbildungskurse einfügen.  

 

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe: Arbeits- und Verfahrensanweisungen als Teil der Ablauf- und Aufbauorganisation des QMS.  

Quelle: Ausgabe 05 / 2008 | Seite 10 | ID 119043