02.10.2008 | Praxistipp
Wie „meckern“ zum Praxisnutzen führt!
von Anna Schmiedel, Dortmund
In unserer Praxis haben immer die gleichen Kolleginnen in der Teambesprechung etwas gesagt. Da sie auch häufig Verbesserungsvorschläge hatten, die Unzufriedenheit mancher Patienten an alle weitergaben oder eigene Kritik äußerten, entstand bei den anderen oft der Eindruck, sie würden nur „meckern“. Inhaltlich konnten sie zwar selten widersprechen, dennoch gingen bei ihnen innerlich „die Rollläden runter“. Dies hat zu einigen Reibereien im Team geführt.
Um das zu ändern, haben wir beschlossen, in unserer Praxis das „Meckern“ zu institutionalisieren: Jede Woche ist nun eine andere Kollegin dafür zuständig, die „Nervensäge der Woche“ zu sein. Ihre Aufgabe ist beispielsweise, das Team immer wieder daran zu erinnern, das umzusetzen, was wir in den Teambesprechungen gemeinsam entschieden haben, die Rückmeldung der Patienten (negative und positive) an andere weiterzugeben und darauf zu achten, dass unsere Praxis in allen Bereichen für Patienten einladend wirkt.
Dabei muss die Kollegin nicht alles, was ihr auffällt, selbst machen. Vielmehr soll sie diejenige, die für diese Aufgabe zuständig ist, daran erinnern. Gerade für die Azubis hat sich dies als hilfreich erwiesen, weil sie ihre Aufgaben verantwortungsbewusster erledigt haben.
In den Teambesprechungen gibt es nun deutlich weniger zu meckern, weil es direkt im Alltag geklärt wird. Die Beteiligung der ehemals stillen Kolleginnen hat sich enorm gesteigert. Außerdem merken wir, dass jede von uns in der Rolle als „Nervensäge der Woche“ viel aufmerksamer ist und die Praxis auch mal aus den Augen des Patienten betrachtet. Dabei fallen uns auch eigene Fehler auf, die wir sonst nicht wahrnehmen würden.
Die Rolle wird jede Woche in der Teambesprechung offiziell weitergereicht, sodass alle wissen, wer als Nächste „nerven“ darf. Das Klima in unserem Team hat sich seitdem deutlich verbessert, weil Rückmeldung gewollt ist und somit auch geschätzt wird.
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