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27.05.2008 | Praxismarketing

Teamaufgabe: Geben Sie Ihrer Praxis ein individuelles Gesicht

von Alexandra Schramm, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

Sie haben bestimmt schon einmal etwas von Corporate Identity (CI) – dem Firmenimage – gehört. Ziel einer CI ist es, dem eigenen Unternehmen ein Gesicht zu geben. Wenn sich Ihre Praxis auf ein bestimmtes Therapiegebiet spezialisiert hat und Sie eine ausgewählte Patienten-Zielgruppe ansprechen wollen, brauchen Sie eine Identität, die die Qualität Ihrer Praxis widerspiegelt. Auf diese Weise unterscheiden Sie sich von anderen Praxen. Denn wenn neben der medizinischen Kompetenz auch das Erscheinungsbild stimmt, können Sie Patienten langfristig an Ihre Praxis binden und neue gewinnen.  

Gewollt oder nicht – ein Bild von Ihrer Praxis entsteht immer

Da eine Arztpraxis im Vergleich zu einer Versicherungsgesellschaft einen Kleinbetrieb darstellt, ist die Voraussetzung für die Umsetzung einer CI gut. Bei wenigen Mitarbeitern sollte die Kommunikation und die Identifizierung mit der Praxis besser funktionieren als in einem Großbetrieb. Auch wenn Sie sich im Team noch nicht bewusst mit diesem Marketingthema beschäftigt haben, machen sich Ihre Patienten – aber auch Zuweiser, Lieferanten oder andere Arztpraxen – ein Bild von Ihrer Praxis. Daher sollten Sie ein stimmiges Konzept präsentieren.  

Die drei Komponenten der Corporate Identity

Im ersten Schritt müssen Sie in Ihrer Praxis Ihre Stärken und Schwächen erkennen und Ziele definieren. Um Ihrer Praxis im nächsten Schritt ein eigenes Gesicht geben zu können, vernetzen Sie die folgenden Komponenten der Corporate Identity miteinander.  

 

Corporate Design

Zum Corporate Design gehören alle Druckunterlagen, durch die ein Bild Ihrer Praxis entsteht: Logo, Praxisschild, Visitenkarten, Briefpapier, Broschüren, Namensschilder, Terminblöcke etc. Das Logo, die Schrifttype, die Farbe und andere charakteristische Merkmale sollten auf allen Drucksachen immer wiederkehren, damit ein homogenes Bild entsteht und damit Ihre Patienten Ihre Praxis wiedererkennen.  

 

Zum Corporate Design zählt auch die Gestaltung Ihrer Praxisräume, die zum Gesamtkonzept passen muss. So sollte sich die Einrichtung und Dekoration eines spezialisierten Facharztes, dessen Schwerpunkt bei Selbstzahlerleistungen liegt von dem eines Allgemeinmediziners unterscheiden.  

Corporate Communications

Auch die Kommunikation sollte einheitlich erfolgen. Denn über sämtliche Kommunikationsinstrumente (Praxishomepage, eigene Broschüren) präsentieren Sie den Patienten Ihre Praxis und Ihre Leistungen. Dabei sollten die Aufmachung und die gewählte Sprache mit der jeweiligen Patientengruppe korrespondieren. Grundsätzlich gilt: Kurze verständliche Sätze schreiben und nur Fachbegriffe verwenden, wenn Sie diese erklären.  

 

Corporate Behaviour

Behaviour bedeutet Verhalten, Benehmen. Hierbei geht es um das Verhalten aller Mitarbeiter nach außen – persönlich wie auch telefonisch –, aber ebenso nach innen, im Team. Die Grundsätze, die Sie gemeinsam für den Umgang miteinander in Ihrer Praxis festgelegt haben, sollten sich in Ihrem Verhalten widerspiegeln. Denken Sie immer daran, auch wenn es sich um Beschwerden handelt.  

Professionelle Beratung hinzuziehen

Für eine gut gelungene CI holen Sie sich am besten Unterstützung von Experten. Es muss in Zusammenarbeit mit kreativen Köpfen kein extravagantes Design entstehen – außer Sie arbeiten in einer extravaganten Praxis. Es muss einfach zu Ihrer Praxis passen – und eine gute Agentur findet durch Gespräche mit Ihnen das Richtige für Sie.  

Praxisschilder – dauerhafte Visitenkarten

Wenn ein einprägsames Grunddesign entwickelt ist, können Sie sich an die Umsetzung der Drucksachen machen. Im Vorgarten, an der Hauswand, im Treppenhaus, vor Ihrer Eingangstür – überall dort sollte das Praxisschild hängen. Verschiedene Größen, Formen und Schliffe sowie Materialien von Acrylglas über Echtglas bis hin zu Edelstahl mit den unterschiedlichsten Motiven wie beispielsweise der Äskulapstab stehen zur Auswahl. Je nachdem, wofür Sie sich entscheiden, müssen Sie mit Kosten ab 100 Euro pro Praxisschild rechnen – nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Die folgenden Angaben gehören auf das Praxisschild.  

 

Titel, Name, Fachrichtung und zusätzliche Qualifikationen

Der Vorname sollte ausgeschrieben werden, damit Patienten wissen, ob es sich um einen Arzt oder eine Ärztin handelt. Zusatzqualifikationen oder Tätigkeitsschwerpunkte sollten auf den ersten Blick erkennbar sein – lassen Sie diese beispielsweise fett drucken oder verwenden Sie eine einzelne Zeile.  

 

Sprechzeiten

Listen Sie für eine gute Übersicht die Sprechzeiten am besten tabellarisch auf. Weisen Sie Patienten auf besondere Sprechzeiten wie beispielsweise Sonnabend- oder Abendsprechstunden für Berufstätige hin.  

 

Kontaktdaten und Internetpräsenz

Geben Sie für die Terminvereinbarungen Ihre Telefonnummer – oder wenn Sie Termine auch per E-Mail vergeben – ebenfalls Ihre E-Mail-Adresse an. Nennen Sie, falls vorhanden, Ihre Internetadresse für weitere Informationen. Im Idealfall können sich neue Patienten vorab online ein Bild von Ihren Räumen, Ihrem Team und Ihren Leistungen machen.  

 

Praxistipp: Denken Sie daran, Ihr Praxisschild in den Abendstunden oder in der dunklen Jahreszeit zu beleuchten. Benutzen Sie einen oder mehrere Strahler über dem jeweiligen Schild an der Wand oder versteckte Spots unter dem Dach. Für Schilder im Vorgarten können Sie Erdstrahler verwenden – dafür brauchen Sie lediglich ein Erdkabel in den Garten zu legen und den Strahler über eine Zeitschaltuhr beziehungsweise über einen Dämmerungsschalter anzuschließen.  

Visitenkarten auch für die Mitarbeiter

Für ein einheitliches Corporate Design müssen auf den Visitenkarten die gleiche Schriftart und -farbe wie auf anderen Drucksachen verwendet werden. Auch wenn ausgefallene Formate auffallen, sollten Sie die klassische Variante wählen, die in jedes Portemonnaie passt. Je nach Geschmack können Sie sich im Team für eine einfache, eine aufklappbare oder für eine Karte mit Platz zur Termineintragung auf der Rückseite entscheiden. Zusätzlich zum Arzt sollten auch Medizinische Fachangestellte immer Visitenkarten zur Hand haben – beispielsweise in der Kitteltasche. Natürlich liegen die Karten auch zur Mitnahme auf dem Tresen aus – besser ist jedoch die persönliche Übergabe mit einem Lächeln. Wenn in Ihrer Praxis Kolleginnen für bestimmte Aufgabenbereiche ausgebildet sind wie beispielsweise Ernährungsberatung oder Präventionsmaßnahmen, könnten diese eigene Visitenkarten mit Namensnennung bekommen. Wenn Sie im Team keine Person individuell hervorheben möchten, listen Sie Ihre Leistungen unbedingt auf, zum Beispiel auf der Rückseite – schließlich soll sich Ihre Praxis von anderen abheben.  

CI-Entscheidungen gemeinsam treffen

Ein einheitliches Erscheinungsbild der Druckunterlagen ist nicht die ganze CI – es ist nur ein Teil davon. Die strategisch geplante Unternehmensdarstellung und die Kommunikation sowie das Verhalten nach innen und außen sind ebenso wichtige Bestandteile. Natürlich muss der Praxisinhaber die wesentlichen Entscheidungen letztendlich selbst treffen, weil er das unternehmerische Risiko trägt. Aber grundsätzlich sollten diese im Team diskutiert werden. Denn so wird das Wir-Gefühl gestärkt und den Mitarbeitern mehr Verantwortung übertragen. All das fördert die Motivation und hilft, sich mit seinem Arbeitsplatz zu identifizieren – die besten Voraussetzungen für eine gelungene Corporate Identity.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2008 | Seite 17 | ID 119499