Praxiswissen auf den Punkt gebracht.
logo
  • Meine Produkte
    Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen.
Menu Menu
MyIww MyIww

25.01.2011 | Praxismarketing

So erstellen Sie einen ansprechenden Flyer und eine individuelle Praxiszeitung

von Claudia Großmann, dentacoach - Praxisoptimierung, Potsdam

Um Ihre Patienten regelmäßig über alle neuen Entwicklungen Ihrer Praxis zu informieren, bieten sich Praxisflyer oder eine Praxiszeitung an. Durch diese Werbemaßnahmen wird dem Patienten ein positives Bild über Ihre modern geführte Praxis gegeben. Besonders bei neuen Patienten haben Sie so die Chance, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen.  

Praxismarketing ist Teamarbeit

Besprechen Sie Gestaltung und Inhalte der Praxiszeitung oder des Flyers im ganzen Team. Es muss ein Grundkonzept erstellt werden, das die „Corporate Identity“ der Praxis - also das einheitliche Erscheinungsbild nach außen - berücksichtigt.  

 

Entscheiden Sie, ob Sie den Flyer bzw. die Zeitung selbst erstellen und drucken oder eine externe Firma damit beauftragen wollen. Das Ergebnis muss sehr professionell aussehen, damit der Patient einen kompetenten Eindruck erhält. Dabei spielen die Herstellungskosten eine große Rolle. Meist sind große Auflagen günstiger als geringe. Jedoch besteht die Gefahr, dass die Flyer oder die Zeitung nach einer gewissen Zeit nicht mehr aktuell sind. Aus Marketingsicht wäre es dann besser, keine Flyer zu haben als alte.  

Der Praxisflyer

Praxisflyer dienen der ersten Information, wecken das Interesse an der Praxis und zeigen die Leistungsschwerpunkte auf. Stellen Sie auf dem Flyer alle wichtigen Informationen zusammen: Praxislogo und -anschrift, Foto des Praxisinhabers und des Teams, Anfahrtsskizze oder Beschreibung, Beratungs- und Behandlungszeiten und die Praxisphilosophie.  

 

Definieren Sie als erstes, wer den Flyer bekommen soll. Ist er für alle Patienten oder nur für einen kleinen Teil der Patienten bestimmt? Soll er eher der Kundenbindung für bereits bestehende Patienten dienen oder Neukunden ansprechen? Durch Umfragen oder direkte Ansprache können Sie herausfinden, warum ein Patient zu Ihnen kommt. Sind es die Nähe zur Innenstadt, das Personal oder die Räumlichkeiten? Je mehr Informationen darüber vorliegen, desto kundenorientierter kann der Flyer gestaltet werden.  

 

Übergeben Sie den Praxisflyer möglichst persönlich, denn das gibt dem Patienten den „Touch des Besonderen“! Wenn die Flyer einfach nur in der Praxis ausliegen (Wartebereich, Rezeption), geht der positive Effekt der Übergabe verloren.  

Was ist bei der Erstellung eines Flyers zu beachten?

Werbematerialen können heute leicht selbst erstellt werden. Voraussetzungen dafür sind ein hochwertiger Drucker und das richtige Papier. Der Vorteil ist, dass die Flyer in einer kleineren Stückzahl erstellt werden und damit die Gefahr minimiert wird, dass sie schon bald nicht mehr aktuell sind. Außerdem können zu bestimmten Anlässen „Sonderauflagen“ schnell und kostengünstig produziert werden.  

 

Form und Größe des Flyers können individuell gestaltet werden.Nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und skizzieren Sie grob, wie die Informationen auf dem Flyer platziert werden sollen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass ein Leser immer zuerst Bilder, Grafiken und Überschriften wahrnimmt, bevor der eigentliche Text gelesen wird. Zu viel Text schreckt eher ab. Beschränken Sie sich auf das Wesentliche. Überfrachten Sie den Flyer nicht mit bunten Bildern, langen Texten oder schrillen Farben. Ein Flyer muss klar und einfach lesbar sein und zu Ihrer Praxis passen. Wenn Sie Text, Bilder, Grafiken und alle anderen Gestaltungselemente zusammengetragen haben, ordnen und formulieren Sie diese so, dass die gewünschte Kernaussage klar erkennbar ist.  

 

Vergessen Sie nicht, dem Leser die Möglichkeit zu geben, auf den Flyer zu reagieren. Der Leser muss aktiv werden können - zum Beispiel durch die Möglichkeit, ein unverbindliches Beratungsgespräch per Telefon vereinbaren zu können. Natürlich kann jeder Patient anrufen, um ein Gespräch zu vereinbaren. Wenn Sie ihn aber explizit im Zusammenhang mit dem Flyer dazu „einladen“, erhöht sich dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass er es auch tatsächlich tut.  

 

Merke!

Jeder kann heute mit einer Digitalkamera Fotos machen. Achten Sie jedoch darauf, dass die Fotos nicht wie schnelle Schnappschüsse wirken. Ein Foto ist kein Platzhalter für zu wenig Text. Es soll ansprechen und auf den dazugehörigen Text neugierig machen.  

Die Praxiszeitung

Eine individuell gestaltete Praxiszeitung gibt dem Patienten die Möglichkeit, wichtige Informationen über das Behandlungsangebot der Praxis zu erhalten. Außerdem werden die Praxisphilosophie und das Praxiskonzept vermittelt. Darüber hinaus kann die Organisation der Praxis dargestellt werden. Mit einer Praxiszeitung wird die Bindung an die Praxis erhöht, da der Patient zum „Insider“ wird. Gleichzeitig heben Sie sich von anderen Praxen ab, was wiederum vom Patienten als individuelle Betreuung empfunden wird.  

 

Das Erstellen einer Praxiszeitung ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Auch hier sollten der Anspruch an die Qualitätsansprüche und die Professionalität der Praxis klar erkennbar sein.  

 

  • Gestaltung und Inhalt müssen sich von anderen Zeitschriften abheben und einen Leseanreiz bieten. Bedenken Sie, dass Patienten kurze und knappe Informationen wünschen und keine seitenlangen Texte. Die Textinhalte sollten klar und deutlich formuliert, Fachbegriffe möglichst vermieden werden. Die Zeitung sollte nach Themengebieten unterteilt werden. Wählen Sie stets aktuelle Themen! Bilder, die das Geschriebene untermauern, schaffen einen sehr schönen Effekt.

 

  • Definieren Sie im Team, für welche Zielgruppe die Praxiszeitung bestimmt ist. Wichtig ist auch die Schriftgröße: Ist die wichtigste Klientel der Praxis älter (ab 70 Jahre), so ist eine andere Schriftgröße und Schriftart zu wählen als bei jüngeren Patienten.

 

  • Umfang: Die Praxiszeitung sollte mindestens vier, höchstens jedoch acht Seiten haben. Da die meisten Patienten mindestens zweimal im Jahr die Praxis aufsuchen, sollte die Zeitung im Abstand von sechs Monaten erscheinen.

 

Beispiel für eine vierseitige Zeitung

1. Seite  

Foto vom Team und Themenübersicht  

2. Seite  

Das Schwerpunktthema. Leistungen, die in der Praxis durchgeführt werden:  

„Masern, Tetanus, Grippe - die wichtigsten Impfungen für Kinder und Erwachsene“. Dabei sollten der Ablauf und die Notwendigkeit der unterschiedlichen Impfungen beschrieben und durch Bildmaterial begleitet werden.  

3. Seite  

Bestimmte gesundheitspolitische Aspekte, Informationen über Zuzahlungen bei Behandlungen oder Auszüge aus der Gesundheitsreform  

4. Seite  

Vorstellung eines Teammitglieds mit Foto (zum Beispiel wie lange schon in der Praxis tätig, welche Ausbildung, Hauptarbeitsschwerpunkte)?  

Organisatorisches über die Praxis - wann ist Urlaub, wo befindet sich die Praxis-vertretung, veränderte Sprechzeiten etc.  

Werbebeschränkungen beachten!

Bei allen Marketingmaßnahmen in der Praxis müssen Sie die Vorschriften der (Muster-)Berufsordnung und des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) beachten - beide sollen fragwürdige Werbung unterbinden. Wer gegen die Vorschriften verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Das HWG unterscheidet hinsichtlich der Zulässigkeit zwischen der Werbung für Fachkreise (Therapeuten, Ärzte etc.) und der Werbung für die Öffentlichkeit (Patienten und Verbraucher). Letztere Werbeformen sind für Ihre Patientengewinnung und Praxisführung relevant. Die Bundesärztekammer informiert unter www.bundesaerztekammer.de ausführlich zum Thema. Geben Sie in der Suchmaske einfach „Arzt Werbung Öffentlichkeit“ ein und Sie erhalten einen Überblick über alle relevanten Vorschriften.  

 

Quelle: Ausgabe 02 / 2011 | Seite 11 | ID 141749