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24.05.2011 | Medizinwissen

Laktoseintoleranz: Wenn Milch nicht munter, sondern müde macht

mitgeteilt vom Deutschen Grünen Kreuz e.V., Marburg

Schätzungsweise 15 Prozent aller Deutschen können Milchzucker (Laktose) in Lebensmitteln nicht vertragen - Sie leiden unter einer Laktoseintoleranz. Lebensmittel, die Laktose enthalten, rufen bei Betroffenen teils heftiges Unwohlsein hervor: Es kommt zu Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, aber auch zu unspezifischen Symptomen wie chronischer Müdigkeit oder Schlafstörungen.  

Die Ursache der Laktoseintoleranz

Normalerweise spaltet das Verdauungsenzym Laktase die Laktose aus der Nahrung in seine beiden Bestandteile Glucose und Galactose auf. Diese beiden Einfachzucker können vom Darm aufgenommen werden, der Ausgangstoff Laktose nicht. Produziert der Körper zu wenig oder gar keine laktosespaltenden Enzyme, so gelangt der Milchzucker ungespalten in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Dabei entstehen sowohl Gase als auch Milchsäure, welche die oben erwähnten Symptome hervorrufen können.  

Milchzucker lauert überall

Leider findet sich Laktose nicht nur in Milch, Joghurt, Quark und Käse, sondern sie wird auch vielen Fertignahrungsmitteln zugesetzt (Tütensuppen, Backwaren, Gewürzmischungen, Wurstwaren etc.). Menschen mit Laktoseintoleranz müssen beim Einkauf stets auf Angaben wie „Milchzucker“, „Milchpulver“, „Laktose“ oder „Laktosemonohydrat“ achten.  

 

Da Menschen mit Laktoseintoleranz durchaus gewisse Milchzuckermengen zu sich nehmen können, ehe es zu Magen-Darm-Problemen kommt, ist es meist nicht notwendig, Milchzucker komplett vom Speiseplan zu streichen. Oft vertragen Betroffene gesäuerte, fermentierte Milchprodukte wie Joghurt und Kefir recht gut. Alternativen sind Produkte mit der Aufschrift „laktosefrei“.  

 

Um den Enzymmangel im Körper auszugleichen, gibt es in der Apotheke spezielle Laktase-Tabletten in unterschiedlichen Dosierungen, die kurz vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden. Sie spalten die Laktase bereits im Magen und ermöglichen so die Aufnahme der beiden Einfachzucker Glukose und Galaktose im Dünndarm.  

 

Beachten Sie: Was auf den Tisch kommen darf und was lieber nicht, und ob die Einnahme von Laktase-Kapseln sinnvoll ist, sollten Patienten immer mit ihrem Arzt besprechen.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2011 | Seite 14 | ID 145206