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· Fachbeitrag · Fortbildung

Ohne Abitur den Bachelor-Titel erreichen - als Medizinassistentin (Physician Assistent)

von Petra Meisel, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg

| Gesundheitsberufe waren bislang strikt getrennt in Assistenzberufe und Ärzte. Diese Teilung bröckelt, weil Assistenten immer mehr Aufgaben übernehmen. Die Ausbildung zum „Physician Assistent“ (PA, Medizinassistenten) ist ideal für alle, die einen Gesundheitsberuf ausüben und professionell mehr wollen - vor allem Verantwortung. Physician Assistents arbeiten unter Anweisung von Ärzten und entlasten sie im operativen und interventionellen Bereich. PPA stellt die Zusatzausbildung vor. |

Angebot besteht seit 2005

In Deutschland ist das Gesundheitswesen in vielerlei Hinsicht im Wandel begriffen. Das betrifft auch Aufgaben nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe. MFA erhalten zunehmend mehr Verantwortung. Das bringt neue Berufsbilder wie zum Beispiel den „Physician Assistent“ hervor. In den USA bereits seit den sechziger Jahren etabliert, ist dieses Berufsbild in Deutschland vergleichsweise jung. Vorreiter war die Steinbeis-Hochschule in Berlin (www.steinbeis-imea.de), die 2005 den Ausbildungsweg erstmalig angeboten hat. Es folgten die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Karlsruhe (www.dhbw-karlsruhe.de), und seit kurzem hat auch die Mathias Hochschule Rheine (www.mhrheine.de) den PA in ihr Ausbildungsprogramm aufgenommen.

„Physician Assistent“ - die rechte Hand des Arztes

PA üben keine Heilkunde aus. Sie stellen keine Konkurrenz zu Ärzten dar. Vielmehr unterstützen sie Ärzte in und außerhalb des OP auf fachlich hohem Niveau unter deren Weisungsbefugnis. Sie können zum Beispiel während einer Operation Schnitte setzen und Wunden verschließen. Die Ärzte entscheiden, welche Aufgaben sie an die PA delegieren, damit diese sie dann selbstständig und eigenverantwortlich ausüben. Die klinischen Bereiche, in denen PA gebraucht werden, sind vielfältig. Sie arbeiten unter anderem im Operationsdienst, auf der Intensivstation, in der Notfallambulanz, der Dialyse und in der Funktionsdiagnostik.

Spezialisierung während des Studiums ist möglich

Studien-Interessenten sollten sich genau über die Curricula informieren. Jede Ausbildungsstätte hat ihre eigenen Schwerpunkte. Interessenten haben durch das unterschiedliche Angebot die Möglichkeit, ihren eigenen Neigungen und Fähigkeiten nachzugehen und sich gegebenenfalls zu spezialisieren. Die Mathias Hochschule Rheine ist in ihren Inhalten breiter aufgestellt, wogegen die DHBW einen Fokus auf Chirurgie und Innere Medizin setzt. Die Herzchirurgie spielt in der Steinbeis-Hochschule traditionell eine große Rolle. Die Herzzentren Baden/Lahr und Berlin erkannten den Bedarf und konnten die Steinbeis-Hochschule in Berlin für die gemeinsame Entwicklung und Umsetzung des ersten Ausbildungskonzeptes gewinnen.

 

Im Studium werden die Kenntnisse über Anatomie und Physiologie, Hygiene und Labormedizin dem Medizinerwissen angeglichen. Darüber hinaus erhalten Studierende einen Überblick über medizinische, medizintechnische und pharmakologische Grundlagen. Weitere Studieninhalte sind die Anamneseerhebung, Untersuchungsverfahren und vorbereitende Aufklärung und Beratung, ergänzt um Fach- und fallspezifisches Handeln in der klinischen Medizin. Zum Curriculum gehören darüber hinaus Qualitätsmanagement sowie die rechtlichen und ethischen Aspekte des Berufes. Ins Administrative reichen die Punkte Personalwesen, Informationsmanagement und Abrechnungssysteme. Basis für jedes Studium ist das wissenschaftliche Arbeiten und Selbstmanagement. Aber auch Kommunikation und Präsentation fließen in einige Curricula ein.

Studium auch ohne Abi

Die Zugangsvoraussetzungen weichen geringfügig je nach Institut ab. Grundsätzlich kann sich jeder anmelden, der Hoch- oder Fachhochschulreife hat und über einige Jahre Berufserfahrung oder einen Ausbildungsvertrag in einem anerkannten Pflege- oder Gesundheitsberuf verfügt. Aber auch allen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, steht der Weg ins Studium offen.

  • Informationen zum Studium

Der korrekte Titel lautet Bachelor of Science (B.Sc) in Physician Assistence und zeigt ein eigenständiges Qualifikationsprofil, hat aber nichts mit dem „Bachelor-Medizinstudium“, wie es im Ausland besteht, gemein. Gleichwohl ist die Ausbildung international anerkannt.

Das Studium dauert drei Jahre und ist berufsbegleitend. Dabei wechseln sich Präsenz-, Praxis- und Selbstlernphasen ab. Innerhalb dieser Zeit müssen mindestens 180 sogenannte ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) Leistungspunkte, oder auch Credits erreicht werden. Ein Leistungspunkt entspricht 30 Unterrichtsstunden. Die Ausbildung umfasst damit 5.400 Stunden.

Die Mathias Hochschule Rheine rechnet besondere Kompetenzen, die im Rahmen der Berufsausbildung und bei abgeschlossenen Weiterbildungen erworben wurden, an. Dafür muss eine individuelle Prüfung absolviert werden. So können MFA bis zu einem Drittel des Studiums einsparen.

Die monatlichen Studiengebühren bewegen sich zwischen 380 und 500 Euro.

Der nächste Studienbeginn ist an der DHBW und an der Steinbeis-Hochschule Anfang Oktober 2012. An der Mathias Hochschule Rheine geht es erst Anfang März 2013 wieder los.

 
Quelle: Seite 11 | ID 29596710