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29.09.2010 | Fortbildung

Die MFA als Fachkraft für elektronische Praxiskommunikation

von Petra Meisel, Medienbüro Medizin, Hamburg

Die Vernetzung von Arztpraxen und Apotheken, Kliniken und Krankenhäuser wächst stetig und schnell. Mit dem Einzug der Telemedizin entsteht eine neuartige Servicestruktur im Praxisalltag und das Anforderungsprofil von MFA ändert sich laufend. Wer in der Praxis nicht nur staunen, sondern die Veränderungen aktiv mitgestalten will, sollte über eine Fortbildung zur „Fachkraft für elektronische Praxiskommunikation“ nachdenken. „Praxisteam professionell“ stellt das neue Konzept vor.  

Berufsbegleitende Fortbildung

Das Fortbildungskonzept basiert auf einem Curriculum des Zentrums für Telekommunikation im Gesundheitswesen (ZTG) und der Kassenärztlichen Vereinigung bzw. der Ärztekammer Westfalen-Lippe und wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband medizinischer Fachberufe e.V. und der Bundesärztekammer (BÄK) weiterentwickelt.  

 

Die Fortbildung umfasst 80 Stunden, verteilt auf vier Module, und verläuft berufsbegleitend: Auf eine Präsenzphase folgt eine Selbstlernphase, in der Inhalte online bereitgestellt werden und bis zum nächsten Kurstag selbstständig erarbeitet werden müssen. Bereits früher absolvierte Fortbildungen können gegebenenfalls angerechnet werden - erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter. Alle vier Module enden mit einer Abschlussprüfung und müssen in einem Zeitraum von fünf Jahren absolviert sein. Grundsätzlich sollten sich Teilnehmer erkundigen, ob der Ausbildungsanbieter durch die Landesärztekammer zertifiziert ist.  

 

Beachten Sie: Die Fortbildung wurde auch mit Blick auf diejenigen konzipiert, deren Ausbildung länger zurückliegt. Sie sollen den Anschluss zum Ausbildungsstand von Berufseinsteigerinnen behalten.  

Modul 1: Die Datenschutzbeauftragte

Im ersten Modul dreht sich alles um die organisatorischen, technischen und gesetzlichen Anforderungen des Datenschutzes. Die Teilnehmer sind nach Abschluss dieses Moduls in der Lage, ihren Arbeitsplatz unter dem Aspekt der Datensicherheit zu prüfen. Dazu wird Wissen über die Rechtslage sowie Einsatzbereiche der Datenverarbeitung und über Ursachen der Datengefährdung, bzw. wie man sie vermeiden kann, vermittelt.  

Modul 2: Informations- und Kommunikationstechnologie optimal einsetzen

In diesem Modul wird gezeigt, wie Informations- und Kommunikationstechnologien sachgerecht und in vollem Funktionsumfang in die betriebliche Ablauforganisation integriert werden können. Davon profitieren externe Partner wie zum Beispiel Abrechnungsstellen und Krankenkassen ebenso wie interne, sprich der Praxisinhaber und die Kollegen. Auch der Benefit für Patienten erhöht sich: Etwa durch die Möglichkeit, auf das Informations- und Serviceangebot einer professionell aufgemachten Internetseite zugreifen zu können.  

Modul 3: Telemedizinische Grundlagen

Das dritte Modul gibt einen Überblick über technische und rechtliche Rahmenbedingungen der Telemedizin. Es zeigt ihre Möglichkeiten und Grenzen auf. Weiter werden verschiedene Behandlungsprogramme für chronisch Kranke am Beispiel von Disease-Management-Programmen (DMP) vorgestellt. Ein weiterer Ausbildungspunkt ist die Kooperation mit Leistungserbringern wie etwa den Krankenkassen, die diese Programme teilweise bereitstellen.  

Modul 4: Telemedizin-Aufbau

Der Umgang mit Hard- und Softwaretechnik telemedizinischer Anwendungen (zum Beispiel bei der Telekardiologie, -diabetes und -radiologie) wird im letzten Fortbildungsblock demonstriert. Hinzu kommen die Datenaufzeichnung, ihre Speicherung und unterschiedlichste Übertragungstechnologien. Die gesetzliche Komponente ist auch in diesem Modul ein wichtiger Bestandteil. Sie spielt zum Beispiel bei Zugriffsrechten, der Röntgenverordnung oder der DIN-Norm der Teleradiologie eine Rolle. Am Ende des Moduls steht der Patient selbst noch einmal im Mittelpunkt. Den Teilnehmern wird gezeigt, wie sie Patienten bei telemedizinischer Versorgung anleiten - sowohl in technischer Hinsicht als auch unter psychosozialen Aspekten.  

Fazit

Die Telemedizin erfordert umfangreiche und neuartige Kenntnisse, die im Praxisalltag von Arzt und Team nicht einfach nebenher erworben werden können. Dazu bedarf es einer sachkundigen Schaltstelle, die alle Maßnahmen auf den Weg bringt, sie koordiniert, als zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten bereitsteht und so zu ihrer Entlastung beiträgt. Diese Stelle füllt die Fachkraft für elektronische Praxiskommunikation aus. Wird der gezielte Einsatz neuer Technologien gezielt zum Praxismarketing genutzt, entwickelt sich die Telemedizin Schritt für Schritt zum Aushängeschild einer Praxis. Die Arbeit der Fachkraft verbessert das Praxisimage und stärkt so die Patientenbindung.  

 

Quelle: Ausgabe 10 / 2010 | Seite 9 | ID 138856