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27.05.2010 | Fortbildung

Modell-Projekt in Niedersachsen: MoNi unterstützt Hausärzte

von Alexandra Schramm, Medienbüro Medizin, Hamburg

Bundesweit gilt die Fortbildung „VERAH“, die Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, als Qualifikation für MFA, um ärztlich delegierte Tätigkeiten bei Hausbesuchen selbstständig ausüben zu dürfen. Und in Mecklenburg-Vorpommern versorgt „Schwester AGnES“ Patienten in der häuslichen Umgebung. Beide Fortbildungen sind jedoch relativ umfangreich und zeitintensiv. In Niedersachsen wird jetzt das Projekt MoNi (Modell Niedersachsen) erprobt - mit etwas geringerem Aufwand für die MFA. Denn die Arztdichte in Niedersachsen ist höher als beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb kann MoNi in engerer Abstimmung mit den Hausärzten aktiv werden als beispielsweise Schwester AGnES, die weitgehend selbstständig unterwegs ist.  

Voraussetzung: 80 Stunden theoretische Fortbildung

Hausarztpraxen in den Regionen Vechta (bei Bremen) und Schneverdingen (in der Lüneburger Heide) können sich bis zum 30. Juni dieses Jahres bei der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) für das Projekt bewerben. Aus Vechta werden vier Praxen ausgewählt, in denen jeweils eine Fachkraft tätig wird. In Schneverdingen sollen die Vertragspartner - maximal vier Praxen - eine Fachkraft gemeinsam beschäftigen. Die MFA müssen sich für das Projekt entsprechend fortbilden, oder bereits absolvierte medizinische Fortbildungen nachweisen - im Umfang von mindestens 80 Stunden. Außerdem müssen sie drei Jahre Berufserfahrung haben und bei 50 Hausbesuchen mit einem Hausarzt gewesen sein. Mit diesen Vorerfahrungen dürfen sie selbstständig Patienten zu Hause besuchen und dabei beispielsweise den Blutdruck messen, die Blutzuckerwerte bestimmen, Verbände wechseln, Injektionen setzen, Ohrspülungen vornehmen und Gesundheitsberatungen durchführen. Die Abrechnung der Tätigkeiten läuft über die Hausärzte. Dafür müssen die Praxen die Kosten der Fortbildung selbst tragen.  

Auswertung des Projekts nach zwei Jahren

Das Projekt führen die KVN und das niedersächsische Gesundheitsministerium gemeinsam mit der AOK Niedersachsen, dem BKK Landesverband Mitte, der Landwirtschaftlichen Krankenkasse Niedersachsen-Bremen und der Knappschaft Regionaldirektion Hannover durch. Es ist auf zwei Jahre befristet. Anschließend wollen die beteiligten Partner die Ergebnisse analysieren. Dazu müssen sich die Hausarztpraxen im Vorfeld verpflichten, die Vorgänge genau zu dokumentieren, damit sie wissenschaftlich ausgewertet werden können.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2010 | Seite 5 | ID 135965