28.03.2008 | Fortbildung
Fortbildung zur Versorgungsassistentin – Den Hausarzt gezielt entlasten
Die Hausarztpraxis ist der zentrale Ort der Patientenversorgung. Durch den demografischen Wandel und die ansteigende Häufigkeit von chronischen Krankheiten nehmen die Anforderungen an alle Praxis- mitarbeiter zu. Medizinische Fachangestellte übernehmen immer häufiger Aufgaben, die bislang dem Hausarzt vorbehalten waren. Um den steigenden Anforderungen gerecht werden zu können, brauchen sie deshalb das entsprechende Know-how.
Mit „VERAH“ weiterkommen
Die Fortbildung zur Versorgungsassistentin schafft die nötigen Kompetenzen. Das Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) im Deutschen Hausärzteverband organisiert das Curriculum „VERAH“, die Fortbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis. Versorgungsassistentinnen sollen die Hausärzte in der Patientenversorgung unterstützen, etwa Hausbesuche übernehmen, bei denen kein Arzt notwendig ist. Oder Patienten und Angehörige bei Präventions- und Reha-Maßnahmen unterstützen. Das gesamte Curriculum steht im Online-Service („myIWW“) unter www.iww.de in der Rubrik „Checklisten“ zum Download bereit.
Verschiedene Organisationen wie der Verband für medizinische Fachberufe (VMF) bieten zudem einzelne Seminare zu den Theoriebereichen an, die auf das Gesamtcurriculum angerechnet werden können. Nähere Informationen dazu finden Sie unter www.bildungswerk-gesundheit.de.
Hinweis: Ärztlich angeordnete Hilfeleistungen, die nicht-ärztliches Gesundheitspersonal ausführt, werden zum 1. Januar 2009 sogar eine eigene Gebührenposition im EBM bekommen – das hat die Bundesregierung beschlossen.
In 200 Stunden zum Ziel
Die VERAH-Fortbildung besteht aus 160 Stunden Theorie. Die Teilnehmerinnen erlernen hierbei Inhalte aus acht Themenbereichen.Hinzu kommt ein 40-stündiges Praktikum. Die Module sind inhaltlich unabhängig voneinander und können in beliebiger Reihenfolge belegt werden. Medizinische Fachangestellte, die alle Themenblöcke absolviert haben, müssen ein 30-minütiges Kolloquium des IhF bestehen. Danach erhalten sie ein Zertifikat und den Titel „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis“. Termine und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hausaerzteverband.de.
Der Lehrstoff ist in acht Themenblöcke gegliedert
Den größten Anteil der Fortbildung bildet mit 40 Stunden das Casemanagement. Die alltägliche Gesprächsführung betrifft das ebenso wie die Interaktion mit chronisch Kranken und die Koordination von unterschiedlichen Heilmaßnahmen.
Den zweitgrößten Block bilden mit einem Umfang von 28 Stunden die Einheiten zum Praxismanagement. In diesen Stunden werden grundlegende Aspekte zur optimalen Praxisorganisation vermittelt – beispielsweise Buchhaltung, Personal- und Qualitätsmanagement.
Jeweils 20 Stunden nehmen vier weitere Module ein: Der Themenblock Gesundheitsmanagement zielt auf Ernährung, Risikoerkennung und Gesundheitserziehung. Der Bereich Präventionsmanagement behandelt die Ziele und Zielgruppen von Präventionsmaßnahmen wie Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen. Beim Technikmanagement lernen Teilnehmer den Umgang mit Diagnose- und Behandlungsgeräten sowie deren Auswertung. Im Notfallmanagement wird die Erstversorgung von Notfallpatienten durch praktische Übungen trainiert. Dazu gehören sowohl eigene Maßnahmen als auch die hilfreiche Unterstützung anderer – etwa durch das Anreichen von Materialien und die Nachkontrolle der Patienten.
Ebenfalls praktisch orientiert sind die Einheiten zum Besuchsmanagement im Umfang von zwölf Stunden. Nach einer vierstündigen Einführung absolvieren die zukünftigen Versorgungsassistentinnen vier Hausbesuche in Begleitung der Ausbilder und vier weitere Hausbesuche auf eigene Faust. Den kleinsten Teil der Fortbildung stellt mit zehn Stunden das Wundmanagement dar. Hier frischen die Teilnehmer ihre Kenntnisse zur Wundversorgung und -prophylaxe auf.
Zielgruppe: Med. Fachangestellte in der Hausarztpraxis
Die Seminare richten sich an Medizinische Fachangestellte in Hausarztpraxen. Auch andere medizinische Fachberufler können teilnehmen, wenn sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung in einer Hausarztpraxis haben. Weiterbildungen anderer Anbieter (zum Beispiel des VMF) können auf einzelne Bereiche der Versorgungsassistentin-Fortbildung angerechnet werden, solange sie nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Wer beispielsweise bereits ausgebildete Praxismanagerin ist, braucht das Modul „Praxismanagement“ nicht zu belegen. Das spart Zeit und Geld.
Kosten sparen beim günstigsten Anbieter
Es kann sich lohnen, etwas länger nach dem günstigsten Anbieter in Wohnortnähe zu suchen, denn die Preise variieren stark. Die Angebote des Hausärzteverbands sind derzeit die günstigsten: Ein 8-Stunden-Tag kostet pro Teilnehmer 15 bis 25 Euro.