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28.07.2008 | Fortbildung

Als QMB mehr Verantwortung übernehmen

von Sebastian Schnabel, Medienbüro Medizin, Hamburg

Wer heute als Medizinische Fachangestellte (MFA) sein Geld verdient, weiß, dass es ohne ständige Weiterbildung sehr schwer ist, einen überdurchschnittlich bezahlten Job zu bekommen. Es ist daher absolut wichtig, sich nicht mit der Ausbildung allein zufrieden zu geben. Eine Möglichkeit, sich in der Praxis unverzichtbar zu machen, ist zum Beispiel die Weiterbildung zur Qualitätsmanagementbeauftragten (QMB) – denn es gibt derzeit noch wenige MFA, die diese Qualifikation besitzen.  

Besonders für erfahrene MFA interessant

Die Weiterbildung ist insbesondere geeignet für erfahrene MFA, da für diese Tätigkeit eine gewisse Berufserfahrung von Vorteil ist. Denn es kommt in dieser Position nicht nur darauf an, die Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem (QMS) zu kennen. QMB müssen häufig sehr diplomatisch vorgehen. Oft müssen sie zwischen der Praxisleitung und den Kollegen vermitteln und gleichzeitig das gesamte Team zum QM motivieren. Dazu sind Fähigkeiten der Gesprächsführung, aber auch grundsätzliche Kenntnisse im Umgang mit Mitarbeitern gefragt.  

Basiswissen und Spezialisierungen getrennt

Fast alle Anbieter von QMB-Fortbildungen setzen auf die Aufteilung in zwei Module. Im ersten Teil werden Grundlagen zu QM und den einzelnen Systemen vermittelt. Im zweiten Modul wird auf die besonderen Anforderungen an eine QM-Beauftragte eingegangen; die Vermittlung der Informationen an die Kollegen oder die Weiterentwicklung eines QM-Systems stehen dann im Vordergrund. Wer sich das erforderliche Grundwissen bereits durch vorherige Seminare oder den Berufsalltag angeeignet hat, kann bei den meisten Anbietern gleich das zweite Modul absolvieren. Aber Vorsicht: Um die Seminare angemessen nutzen zu können, sind praktische Vorerfahrungen sehr wichtig. Ohne jegliche Kenntnisse von QM sollten Sie sich nicht zur QMB fortbilden lassen.  

Große Auswahl an Fortbildungsmöglichkeiten

Fortbildungsmöglichkeiten werden in vielfältiger Weise angeboten. Zum Beispiel veranstalten Pharmafirmen solche Seminare zu günstigen Konditionen. Aber auch das BIG (Bildungswerk für Gesundheitsberufe e.V.), die Ärztekammern und Gesellschaften wie der TÜV oder Stiftungen bieten (zumeist deutschlandweit) Fortbildungen an. Im Folgenden stellen wir Ihnen drei größere Anbieter genauer vor:  

 

  • Die St. Franziskus-Stiftung in Münster bildet QMB in zwei Blöcken aus. Die Basisqualifikation findet an vier Tagen statt. Vermittelt werden Grundbegriffe und Kenntnisse über QM-Systeme und Prozessmanagement. Die Zusatzqualifikationen finden in acht Modulen zu unterschiedlichen Terminen statt. Sie kosten jeweils zwischen 100 und 300 Euro. Gelehrt werden Inhalte zum QM beziehungsweise zur Vermittlung von QM an die Mitarbeiter. Rhetorik und Präsentationstechniken gehören daher ebenso zum Lerninhalt wie Disease Management Programme (DMP), evidenzbasierte Medizin und externe Qualitätssicherung.

 

  • Der Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner bietet mit der Fachhochschule Osnabrück und der TÜV Nord Akademie ebenfalls QMB-Fortbildungen an. Das QM-System „OsQa“, das Osnabrücker Modell für das Gesundheitswesen nach DIN EN ISO 9001, wird in zwei Modulen vermittelt. Im ersten Teil geht es um Grundlagen von QM, um die Dokumentation von Management-Aufgaben und die Prozessgrundlagen und -optimierung. Das zweite Modul beschäftigt sich mit der Messung, Prüfung und Überwachung von Systemen. Dabei spielen Datenanalyse und statistische Auswertungsverfahren eine Rolle. MFA lernen auch in diesen Seminaren Grundlagen der Kommunikation und der Gesprächsführung sowie der Präsentation und der Moderation. Mit 960 Euro pro Modul ist die Ausbildung etwas kostspieliger. Hier erfolgt außerdem eine Abschlussprüfung, für die noch einmal 280 Euro fällig werden.

 

  • Die IMQ Consulting GmbH richtet seit zwölf Jahren QM-Seminare aus, mittlerweile auch im Gesundheitssektor. Die Fortbildungen zur QMB finden immer an drei aufeinander folgenden Tagen zu verschiedenen Terminen und über das ganze Jahr verteilt statt. Dabei werden neben den üblichen Inhalten wie der Weiterentwicklung eines QM-Systems und den Fehlerkorrektur- und Vorbeugemaßnahmen auch Grundlagen zu QM-Zertifizierungsverfahren unterrichtet. Auch hier steht am Ende des Seminars eine schriftliche Prüfung. Die Kosten betragen circa 1.300 Euro. IMQ Consulting bietet ebenfalls Grundlagenkurse zum Qualitätsmanagement an.

Fazit: QMB müssen Inhalte vermitteln

Gerade große Arztpraxen brauchen eine QMB. Es gibt diverse Institutionen, die deutschlandweit Schulungen durchführen. Prüfen Sie im Vorfeld genau, ob die Einführung in ein bestimmtes QM-System unterrichtet wird. Je näher die Inhalte am Alltag Ihrer Praxis liegen, desto effektiver können Sie im Seminar lernen und desto besser können Sie das Gelernte umsetzen. Doch das beste QM-System nützt nichts, wenn die Mitarbeiter nicht gewillt sind, dieses umzusetzen. Die Mitarbeiter zu motivieren, ist eine der Hauptaufgaben der QMB. Deshalb sollten Sie bei den Seminaren die Inhalte zur Gesprächs- und Mitarbeiterführung nicht unterschätzen.  

 

Quelle: Ausgabe 08 / 2008 | Seite 7 | ID 120708