02.12.2010 | DIN EN ISO
Was ist im Qualitätsmanagement ein „Kernleistungsprozess“?
von Monika Pohlkamp, MFA und Qualitätsmanagerin, Sendenhorst
Allen Praxen, die ihr Qualitätsmanagement (QM) nach der DIN EN ISO 9001:2008, nach QEP, nach KPQM oder einem anderen Qualitätsmanagementsystem (QMS) aufbauen, werden mit Begriffen konfrontiert, die nicht immer leicht verständlich sind. Dies führt dazu, dass auch die Umsetzung der hinter dem Begriff stehenden Forderungen schwer fällt. „Praxisteam professionell“ wird Ihnen Kernbegriffe des QM in dieser und in den folgenden Ausgaben näher erläutern und verständlich machen.
Der Kernleistungsprozess
Jede Praxis verfügt über verschiedene Kategorien von Kernleistungen, durch die in der Regel 80 Prozent des ambulanten Praxisumsatzes erarbeitet werden. Diese Leistungen bilden den Tätigkeitsschwerpunkt der Praxis, mit ihnen wird das meiste Geld verdient. Nur wer weiß, wie und womit er sein Geld verdient, wird auch in Zukunft gut dastehen und gewinnbringend arbeiten.
Beispiele
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Eine Kernleistung wird jedoch nicht auf einmal erbracht, sondern immer in mehreren Schritten, die ineinander greifen - jeder Kernleistung geht also ein bestimmter Prozess voraus. Ein Kernleistungsprozess ist somit nichts anderes als eine Ablaufbeschreibung - und dieser Ablauf sieht in jeder Praxis anders aus.
Kernleistungsprozesse geben dem Team wichtige Informationen zu den Anforderungen der Patienten und der Aufstellung der Praxisstruktur. Praxisabläufe können den Kernleistungsprozessen entsprechend besser geplant und Ressourcen besser eingeteilt werden. Viele Wege können dadurch verkürzt oder gar ganz gespart, Doppeluntersuchungen können vermieden werden. Definieren Sie daher Kernleistungsprozesse im Qualitätsmanagementhandbuch.
Kernleistungsprozesse klar definieren
Damit die verschiedenen Kernleistungsprozesse allen Praxismitarbeitern bekannt sind und verständlich weitergegeben werden können, ist es sinnvoll - und für das QMS auch unerlässlich - die verschiedenen Ablaufbeschreibungen aufzulisten, zu erläutern und zu dokumentieren. Sehr gut lassen sich solche Prozesse als Flussdiagramm darstellen und sind damit gut verständlich für Mitarbeiter, Patienten und Kollegen.
Beispiel: Kernleistungsprozess als Flussdiagramm

Beachten Sie: Haben Sie Ihre Kernleistungsprozesse klar definiert, können Sie diese auch als Marketinginstrument nutzen: Stellen Sie Ihre Ablaufbeschreibungen Ihren Patienten auf Ihrer Homepage und in Praxis-Flyern zur Verfügung.
Beispiel: Früherkennung und Nachsorge von Krebserkrankungen
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Weiterführende Hinweise
- Wie können Sie Praxisabläufe im Qualitätsmanagement dokumentieren? („Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 6/2008, S. 14)
- Wie setzt man eine qualitätsbezogene Dokumentation richtig um? („Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 6/2009, S. 3)