· Fachbeitrag · Vergütung
Physiotherapie: Gehälter steigen stärker als GKV-Vergütungen
Die Gehälter angestellter Physiotherapeuten in ambulanten Praxen sind 2025 laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit gegenüber dem Vorjahr um 6,44 Prozent gestiegen. Die GKV-Vergütungen wurden zum Januar 2025 um 4,01 Prozent erhöht. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) weist für denselben Zeitraum ein Gehaltsplus von 6,23 Prozent aus.
Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) sieht darin einen
Beleg, dass Praxisinhaber die Vergütungssteigerungen an ihre Beschäftigten weitergegeben haben. In den vergangenen Jahren hatten Krankenkassen – insbesondere die BARMER – in eigenen Berichten immer wieder behauptet, niedergelassene Physiotherapeuten gäben die Vergütungssteigerungen nicht an ihre Beschäftigten weiter (vgl. PP 09/2024, Seite 3 f.)
Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt: Im Juli 2026 kamen laut Bundesagentur für Arbeit auf einen arbeitslosen Physiotherapeuten rund drei gemeldete offene Stellen. Zwar steigen die Schüler- und Absolventenzahlen. Zugleich werden in den kommenden Jahren viele Physiotherapeuten altersbedingt ausscheiden. Praxen stehen damit weiter unter Druck, attraktive Gehälter und Arbeitsbedingungen anzubieten. Der IFK warnt, dass mögliche Einschränkungen der wirtschaftlichen Spielräume dies erschweren könnten. Er fordert eine verlässliche Vergütung physiotherapeutischer Leistungen sowie weniger Bürokratie und mehr Berufsautonomie.