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  • 16.12.2016 · Fachbeitrag · Intrazerebrale Blutung

    Kalziumserumspiegel korreliert mit Ausmaß einer Hirnblutung

    | Kalzium ist ein Schlüssel-Cofaktor in der Gerinnungskaskade. Ein Mangel könnte theoretisch auch an der Pathophysiologie von Blutungen beteiligt sein. In einer prospektiven Kohortenstudie bei rund 2.100 konsekutiven Patienten mit intrazerebralen Blutungen (ICH), die am Massachusetts General Hospital in Boston behandelt wurden, wurde ein Zusammenhang zwischen den Serumkalziumspiegeln und dem Ausmaß der Hirnblutung belegt. Bei Patienten mit Hypokalzämie (Serumkalziumwerte < 8,4 mg/dl), die bei rund 10 % der Studienteilnehmer vorlag, hatten die Hämatome bei der Eingangsuntersuchung im Median höhere Volumina als bei Patienten mit Normokalzämie (37 ml versus 16 ml, p<0,001). Bei den knapp 1.400 Patienten, bei denen Verlaufsuntersuchungen mit dem Hirn-CT gemacht wurden, korrelierten höhere Serumkalziumwerte außerdem signifikant mit einem um 45 % verringerten Risiko für eine Ausdehnung der Hirnblutung im Verlauf. Zudem war die 30-Tage-Mortalität bei Patienten mit Hypokalzämie erhöht (60 % versus. 44 %). Ob der Zusammenhang tatsächlich mit einer durch Kalziummangel bedingten Koagulopathie zu erklären ist, bleibt fraglich. Die Studienkommentatoren bezweifeln dies angesichts des eher geringen Kalziummangels der Patienten. Diskutiert wird auch, dass niedrige Kalziumspiegel eine Vasokonstriktion und erhöhte Blutdruckwerte fördern, die wiederum zu einer verstärkten Blutung führen könnten. |