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  • · Fachbeitrag · Chronische Rückenschmerzen

    Operation hilft einiges, aber nicht entscheidend besser als Rehabilitation

    Bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen ist eine Operation mit einer Diskusprothese wirksamer als eine ambulante multidisiplinäre Rehabilitation über 12-15 Tage; aber den operierten Patienten geht es nicht entscheidend besser. Dieses Fazit kann aus den Ergebnissen einer norwegischen Studie gezogen werden bei insgesamt 173 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen seit mindestens einem Jahr, mit degenerativen Veränderungen in einem oder zwei unteren lumbalen Wirbelkörpern und einem Oswestry-Index zur Beurteilung von Schmerzen und körperlichen Beeinträchtigungen von mindestens 30 Punkten (0 Punkte = keine Schmerzen, 100 Punkte = die stärksten vorstellbaren Schmerzen). 86 Patienten wurden operiert. Zwei Jahre später war bei ihnen der Oswestry-Index im Mittel um 8,4 Punkte geringer als bei den Patienten der Reha-Gruppe; aber die avisierte Besserung des Scorewertes um mindestens 10 Punkte wurde nicht erreicht. Für die OP sprechen auch: weniger Rückenschmerzen der Patienten (im Mittel 12 Punkte) und eine höhere Patientenzufriedenheit. Allerdings gab es bei mentalen Parametern der Lebensqualität, dem Gebrauch von Medikamenten und der Zeit bis zum Wiedererlangen der Arbeitsfähigkeit keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Bei der Entscheidung für oder gegen die OP sind auch die Risiken zu berücksichtigen: Bei einem Patienten kam es bei einer chirurgischen Revision zu einer schweren Komplikation mit Beinamputation.

     

    Quelle

    • Hellum C et al.: Surgery with disc prosthesis versus rehabilitation in patients with low back pain and degenerative disc. BMJ 2011; 342:d2786

     

    Volltext

    Quelle: Ausgabe 08 / 2011 | Seite 11 | ID 28399440