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  • ·Fachbeitrag ·Typ-2-Diabetes

    Wie sicher sind Inkretin-basierte Antidiabetika?

    Antidiabetika, die ihre Wirkung über das Inkretinsystem entfalten, werden zunehmend verordnet. Die Vorteile dieser DPP-4-Hemmer bzw. GLP-1-Analoga: Sie verursachen kaum Hypoglykämien und sind gewichtsneutral, GLP-1-Analoga fördern sogar die Gewichtsabnahme. Doch sind diese Substanzen auch sicher? Eine kürzlich publizierte Analyse des Melderegisters der US-Arzneimittelbehörde FDA fand eine sechsfach erhöhte Rate von gemeldeten Pankreatitis-Fällen bei Patienten, die Exenatide oder Sitagliptin erhielten, verglichen mit anderen Antidiabetika. Auch Pankreaskarzinome wurden unter den beiden GLP-1-Medikamenten häufiger gemeldet.

     

    Eine retrospektive Auswertung der Daten von Typ-2-Diabetikern aus britischen Allgemeinpraxen, die beim europäischen Diabeteskongress im September 2011 in Lissabon vorgestellt worden ist, kommt zu einem anderen Schluss. Die Analyse von mehr als 100.000 Patienten zeigt ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, Krebs und Tod für mit Insulin behandelte Patienten und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter Sulfonylharnstoffen (jeweils im Vergleich zu Metformin). Bei den Inkretin-basierten Therapien ergaben sich jedoch keine Hinweise auf ein erhöhtes kardiovaskuläres oder Krebsrisiko und in der Kombination dieser Endpunkte bestand sogar ein Trend zu einer günstigeren Prognose.

     

    Auch der deutsche Inkretin-Experte Prof. Dr. Michael Nauck, Bad Lauterberg, hält es für „nicht überzeugend“, aus den FDA-Meldedaten auf ein Krebsrisiko durch Inkretin-basierte Therapien zu schließen, wie er beim Kongress betonte. Ein solches Melderegister enthalte zu viele statistische Verzerrungen. Um die endgültige Sicherheit der neuen Substanzen zu beweisen, führe kein Weg an Langzeitdaten großer damit behandelter Populationen vorbei.