11.03.2016 · Fachbeitrag · Tumorschmerzen
Niedrig dosierte Stufe-III-Opioide zur Schmerzkontrolle oft besser geeignet als Stufe-II-Opioide
Das WHO-Stufenschema zur Therapie bei Tumorschmerzen mit schrittweiser Erhöhung der Analgetikapotenz abhängig vom Schmerzgrad gilt nicht mehr als universelle Richtschnur. Weit verbreitet ist der Einsatz von Stufe-III-Opioiden wie Morphin in niedriger Dosis bereits bei Tumorpatienten mit Schmerzen mittelgradiger Intensität. Eine 28-tägige randomisierte offene italienische Studie bei insgesamt 240 Krebspatienten unterstreicht dieses Konzept. Auf die Therapie mit Morphin in niedriger Dosis sprachen fast 90 % der Behandelten mit einer Schmerzreduktion von mindestens 20 % auf der visuellen Analogskala an, in der Gruppe, die mit schwachen Opioiden behandelt wurde, waren es nur 58 %. Bereits nach der ersten Behandlungswoche war die Ansprechrate in der Morphingruppe deutlich höher. Auch bei den Endpunkten „Schmerzreduktion um mindestens 30 %“ und „Schmerzreduktion um mindestens 50 %“ schnitten die Patienten der Morphingruppe signifikant besser ab. Auch der Allgemeinzustand der Patienten war in der Morphingruppe besser, die Rate von unerwünschten Wirkungen ähnlich wie in der Vergleichsgruppe.
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