02.12.2016 · Fachbeitrag · Lipidprofil
Paradox: Erhöhtes LDL-Cholesterin korreliert mit verringertem Diabetesrisiko
In früheren Studien wurde bereits nachgewiesen, dass ein erhöhtes LDL-Cholesterin (LDL-C) kein unabhängiger Risikofaktor für Diabetes ist. Überraschend sind aber doch die Ergebnisse einer Analyse von Gen-Assoziations-Studien zum Zusammenhang zwischen Lipidfraktionen und KHK- und Diabetesrisiko. Je höher das LDL-C war, desto geringer war das Diabetesrisiko, haben die Wissenschaftler herausgefunden. Eine genetisch bedingte Zunahme der LDL-C-Spiegel um eine Standardabweichung (SD, äquivalent zu einem Anstieg um 38 mg/dl Serum) war mit einem um rund ein Fünftel verringerten Risiko verbunden, an Typ-2-Diabetes zu erkanken. Ein ähnliches Bild, nur etwas schwächer ausgeprägt und weniger konsistent, zeigte sich auch bei den Triglyzeridwerten: Pro Zunahme um eine SD (+ 89 mg/dl) verringerte sich das Diabetesrisiko relativ um 17 %. Beim HDL-C war der Zusammenhang wie erwartet: Pro Zunahme um eine SD (+16 mg/dl) sank das Diabetesrisiko um 17 %. Die entsprechenden Daten für das KHK-Risiko: Ein Anstieg des LDL-C um eine SD korrelierte mit einem um rund 70 %, ein Anstieg der Triglyzeride um eine SD mit einem um rund 30 % höheren KHK-Risiko. Keinen Einfluss hatten genetisch bedingte Variationen des HDL-C. Die neuen Daten könnten auch erklären, dass eine Statintherapie mit einem erhöhten Diabetesrisiko einhergeht, heißt es im Studienkommentar. Die Risikoerhöhung müsste sogar noch größer sein.
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