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  • ·Fachbeitrag ·Diabetische Retinopathie

    Brauchen Typ I Diabetiker ohne Retinopathie nur alle vier Jahre zur Augenkontrolle?

    | Aufgrund einer langjährigen Kohortenstudie plädiert eine US-Studiengruppe bei der Mehrheit der Typ I Diabetiker für längere Intervalle zwischen den ophalmologischen Untersuchungen. Zum Berechnen der Abstände stellt sie eine App zur Verfügung. |

     

    In der Diabetes Control and Complications Trial (DCCT) wurden 1441 Typ I Diabetiker von 1983 bis 1993 begleitet, die Nachfolgestudie (EDIC) läuft seit 1984. Dort werden bei den 1375 Teilnehmern regelmäßig Fotos des Augenfundus gemacht. Zu Beginn waren die Probanden 13 bis 39 Jahre alt, sie litten seit ein bis fünf Jahren an Diabetes. Nun hat die DCCT/EDIC-Studiengruppe die Daten analysiert. Dokumentiert sind die Verläufe von durchschnittlich 23,5 Jahren. Akzeptiert man eine fünfprozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich eine proliferative diabetische Retinopathie oder ein signifikantes Makulaödem entwickelt, würden bei Patienten ohne Retinopathie Untersuchungsabstände von vier Jahren genügen. Bei Patienten mit leichter Retinopathie wären es drei Jahre, bei moderater Retinopathie sechs Monate und bei bereits bestehender schwerer non-proliferativer Retinopathie drei Monate.

     

    Erwartungsgemäß korrelierte das Risiko einer Retinopathie eng mit den HbA1c-Werten. Bei einem durchschnittlichen HbA1c-Wert von 6 Prozent betrug die Wahrscheinlichkeit der Progression bei Patienten ohne diabetische Retinopathie ein Prozent über fünf Jahre. Bei einem mittleren HbA1c von 10 Prozent lag dieses Risiko bei 4,3 Prozent über drei Jahre. Jede Zunahme um ein Prozent ging mit einem um 15,4 Prozent erhöhten Risiko einher, dass sich aus einem Stadium I ein Stadium II entwickelt.