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  • ·Fachbeitrag ·Darmkrebs-Screening

    Nach einem positiven FIT ist keine Eile mit der weiteren Abklärung geboten

    | Mit zunehmendem zeitlichen Abstand zwischen Stuhltest und Koloskopie steigt die Rate an fortgeschrittenen Malignomen; ab dem zehnten Monat ist sie signifikant höher. |

     

    Wie rasch sollte eine Koloskopie folgen, wenn das Screening mit dem fäkalen immunchemischen Stuhltest (FIT) positiv ausgefallen ist? Eine retrospektive Kohortenstudie aus den USA legt nahe, dass die Betroffenen nichts überstürzen müssen. Im Vergleich zu Patienten, die innerhalb von 8 bis 30 Tagen weiter abgeklärt wurden, fuhren diejenigen, die damit freiwillig länger warteten, nicht schlechter. Weder in Bezug auf die Inzidenz kolorektaler Karzinome, noch auf die Zahl der fortgeschrittenen Darmkrebserkrankungen fanden die Statistiker signifikante Unterschiede - bis einschliesslich des neunten Monats nach positivem FIT. Ab dem zehnten Monat danach stiegen die Odds Ratios für beide Inzidenzen an.

     

    Für die Studie wurden die elektronischen Krankenakten von 70.124 Patienten im Alter von 50 bis 75 Jahren mit positivem FIT ausgewertet. Rund 27.000 liessen sich 8 bis 30 Tage später koloskopieren. Sie dienten als Vergleich für diejenigen, die sich erst später dazu entschließen konnten. Die Zahl maligner Darmtumoren betrug +/-30 pro 1.000 Patienten bei den Schnellentschlossenen. Bei Patienten, die damit sieben bis neun Monate warteten lag sie bei 43, nach 10 bis 12 Monaten bei 49 und bei mehr als zwölf Monaten Anstand zwischen FIT und Koloskopie bei 76 Fällen pro 1.000 Patienten (OR 2,25). Analoges galt für die Anzahl der bereits fortgeschrittenen Malignome. Egal ob Koloskopie nach 8 bis 30 Tagen oder bis einschiesslich sechs Monate nach dem positiven FIT lag die Zahl der Fälle bei etwa 8 pro 1.000 Patienten. Im 7. bis 9. Monat betrug sie 13, vom 10. bis 12. Monat 19 und ab dem zwölften Monat 31/1.000 Patienten (OR 3,22).