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  • 19.08.2016 · Fachbeitrag · Chirurgie

    Prophylaktische Angiographie vor nicht-kardialer OP weitgehend überflüssig?

    | Kardiovaskuläre Komplikationen sind die häufigste Todesursache innerhalb von 30 Tagen nach einer nicht-kardialen Operation. Deshalb wird bei Risikopatienten mit Gefäßerkrankungen in den USA häufig vor dem Eingriff eine Angiographie mit anschließender PCI oder Bypass-OP vorgenommen, obwohl der Nutzen dieser Vorgehensweise keineswegs belegt ist. Eine neue große US-Studie im Rahmen der Initiative „weniger ist mehr“ hinterfragt dieses Vorgehen erneut kritisch. Daten zu knapp 195.000 Patienten wurden ausgewertet, bei denen in den Jahren 2009 - 2014 entsprechend vorgegangen worden war. Sie waren im Median 65 Jahre alt, drei Viertel waren übergewichtig, 40 % hatten Diabetes. 80 % der Studienteilnehmer waren asymptomatisch oder hatten atypische Thoraxschmerzen, 20 % eine stabile Angina. Nicht-invasive Stresstests vor der Angiographie erfolgten bei 65 % der Patienten, die Ergebnisse waren bei 86 % von ihnen auffällig. Bei der diagnostischen Angiographie wurde bei 48 % der Studienteilnehmer eine obstruktive KHK festgestellt; bei der Hälfte von ihnen wurde eine Revaskularisation empfohlen. Insgesamt wurde bei fast jedem vierten Patienten eine PCI oder eine Bypass-OP empfohlen. Die Autoren wünschen sich dringend mehr evidenzbasierte Leitlinien zur Vorgehensweise bei Risikopatienten vor nicht-kardialer OP. |