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  • ·Article ·Brustkrebs

    Wie reagieren Tumorpatienten auf den Placebo-einsatz in klinischen Studien?

    Mit Hilfe der Methode der Verblindung wird in Studien versucht, die unbewusste Beeinflussung der Daten durch die Teilnehmer oder die Studienleiter bzw. einen Placeboeffekt auszuschließen. Welchen Effekt allerdings die Entblindung auf den Patienten hat ‒ insbesondere bei einer Erkrankung wie Krebs ‒ war bisher nicht bekannt. Eine amerikanische Studiengruppe hat nun die Erwartungshaltung von Brustkrebspatientinnen hinsichtlich Risiken der Therapie sowie das Vertrauen in die Behandlung untersucht. Die 550 Patientinnen waren mit einer adjuvanten Standardtherapie plus Placebo oder mit Standardtherapie plus dem experimentell eingesetzten monoklonalen Antikörper Bevacizumab behandelt worden.

     

    Das überraschende Ergebnis: Nach Entblindung fanden sich die Patientinnen in der Placebogruppe prinzipiell nicht schlechter behandelt als die Verumgruppe. Den Rückmeldungen der Frauen zufolge scheint bei experimentellen Krebstherapien der Placeboeinsatz akzeptiert zu werden. Die Einstellung der Frauen zur Wirksamkeit der Therapie und das Vertrauen in die Führung durch den Arzt veränderte sich nicht wesentlich. Fast alle Patientinnen unter der Standardtherapie plus Placebo glaubten, dass ihr Rückfallrisiko durch Gabe des Scheinmedikaments nicht negativ beeinflusst worden war.

     

    Quelle