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  • ·Article ·HIV-Infektion

    Bei verzögertem Therapiebeginn sinken Chancen der antiretroviralen Therapie deutlich

    Wie wichtig bei HIV-Infizierten der frühe Beginn der antiretroviralen Therapie (ART) ist, zeigen neue Daten bei rund 1.100 US-Militärangehörigen mit HIV-Infektion, bei denen der Zeitpunkt der Serokonversion einigermaßen sicher abgeschätzt werden konnte. Bei allen Teilnehmern gelang es mit der ART, die Virusreplikation komplett zu unterdrücken. Die Erholung des Immunsystems und das AIDS-Risiko hingen jedoch auch vom Therapiebeginn ab. Wurde die Therapie innerhalb eines Jahres nach Serokonversion begonnen, normalisierte sich bei 38 % der Patienten die CD4+-Zellzahl auf ≥ 900/µl Serum; bei verzögertem Therapiebeginn über zwölf Monate nach Serokonversion lag der Anteil nur bei 28 %. Ein frühzeitiger Therapiebeginn korrelierte auch mit einem verringerten Risiko einer AIDS-Erkrankung (8 % versus 15 %, p=0,002), einer verringerten T-Zell-Aktivierung (12 % versus 16 %, p=0,002) und tendenziell einer höheren Ansprechrate auf eine Hepatitis-B-Impfung (68 % versus 51 %, p=0,07).

     

    PRAXISHINWEIS | Das Ziel der HIV-Therapie sollte ein Wiederherstellen einer normalen Immunfunktion mit CD4+-Zellzahl ≥ 900/µl und nicht nur Unterdrücken der Virusreplikation sein, so Timothy Schacker aus Minneapolis im Studienkommentar. Den Daten zufolge wird das nicht einmal bei 40 % der Behandelten erreicht.

     

    Quelle

    • Okulicz J et al.: Influence of the Timing of Antiretroviral Therapy on the Potential for Normalization of Immune Status in Human Immunodeficiency Virus 1‒Infected Individuals. JAMA Intern Med 2014, published online November 24

     

    Volltext

    Quelle: Ausgabe 01 / 2015 | Seite 8 | ID 43111966