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  • 22.08.2008 | Schlaganfall

    Neue Empfehlungen zu Prävention und Therapie von Schlaganfällen bei Kindern

    Schlaganfälle bei Kindern und Jugendlichen sind ungewöhnlich, aber nicht so selten wie früher gedacht, und die Symptome unterscheiden sich deutlich von denen bei Erwachsenen, betont die American Heart Association (AHA). Eine Arbeitsgruppe der US-Herzgesellschaft hat jetzt erstmals Leitlinien zur Prävention und Therapie von Schlaganfällen bei Kindern veröffentlicht. 

    In den ersten Lebensmonaten ist Risiko am höchsten

    Das Schlaganfall-Risiko zwischen Geburt und dem 18. Lebensjahr liegt bei 10,7 pro 100.000 Kinder pro Jahr, schreiben Dr. Steve Roach, pädiatrischer Neurologe an der Ohio State Universität und federführender Autor der Leitlinie, und Kollegen. Besonders groß ist das Schlaganfall-Risiko in den ersten Lebensmonaten. Die Inzidenz liegt bei etwa eins auf 4.000 Lebendgeburten und mehr als die Hälfte der betroffenen Kinder haben bekannte Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Dazu zählen vor allem Sichelzellenanämie und angeborene oder erworbene Herzerkrankungen, aber auch Kopf- und Halsinfektionen, systemische Störungen wie entzündliche Darmerkrankungen und Autoimmunerkrankungen, Kopftraumata und Dehydratation. 

    Krampfanfälle – ein häufiges Erstsymptom

    Die Zeichen eines Schlaganfalls sind vor allem bei Neugeborenen deutlich anders als bei Erwachsenen. Ein häufiges Erstsymptom sind nach Angaben der Experten Krampfanfälle, die nur einen Arm oder ein Bein betreffen. Rund zehn Prozent solcher Anfälle bei reifen Neugeborenen seien die Folge eines Schlaganfalls. Hoch ist mit rund 45 Prozent auch der Anteil hämorrhagischer Schlaganfälle bei Kindern, oft Folge eines Traumas. Ist die Ursache unklar, ist eine besonders sorgfältige Untersuchung von Risikofaktoren nötig inklusive zerebraler Angiographie (ZA).  

     

    Bei Kindern mit Verdacht auf Schlaganfall sollten so schnell wie möglich bildgebende Verfahren eingesetzt werden, betonen die Experten. Bei den meisten Kindern sei dabei eine Magnetresonanz-Angiographie eine vernünftige Alternative zur ZA. Zur Diagnose von zerebralen venösen Sinusthrombosen, Ursache von rund zehn Prozent aller Hirnblutungen bei Kindern, wird zusätzlich eine Magnet-Venographie empfohlen.