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  • 28.05.2009 | Meta-Analysen

    Mortalitätserhöhung unter Erythropoese-stimulierenden Substanzen

    Zwei neue Meta-Analysen bestätigen, dass Krebspatienten mit Anämie, die mit Erythropoese-stimulierenden Substanzen (ESAs) behandelt werden, eine deutlich erhöhte Mortalität haben. Die Risikoerhöhung beträgt etwa 15 bis 17 Prozent. Nach Ansicht der Autoren sollten diese Risiken gegen den möglichen Nutzen der Präparate vor Einsatz sorgfältig abgewogen werden. 

     

    In der einen Meta-Analyse wurden Daten von 53 Studien mit 13.933 Krebspatienten ausgewertet. ESAs erhöhten das Mortalitätsrisiko um 17 Prozent. Wurden nur Daten ausgewertet von Patienten mit Chemotherapie-assoziierter Anämie, der wesentlichen Indikation für den Einsatz der Substanzen bei onkologischen Patienten, betrug die Risikoerhöhung 10 Prozent. Die zweite Meta-Analyse von kanadischen Wissenschaftlern, bei der Daten von 53 Studien mit rund 12.000 Patienten ausgewertet wurden, erbrachte ganz ähnliche Ergebnisse: Durch ESAs wurde die Mortalität um 15 Prozent erhöht. 

     

    Es gibt bisher keine Möglichkeiten, Patienten zu identifizieren, die unter ESAs besonders gefährdet sind, betont Dr. Julia Bohlius aus Basel, Hauptautorin der einen Untersuchung. Weder die Hämoglobin-Spiegel bei Studienbeginn noch die Zielwerte oder die geplanten Dosierungen der Substanzen waren von prädiktivem Wert. Nur bei etwa 50 bis 60 Prozent der mit ESAs Behandelten kommt es nach Angaben von Bohlius zum Anstieg der roten Blutkörperchen. Bei diesen Patienten ist auch die Lebenswartung besser. In einer Meta-Analyse wurde auch belegt, dass der Einsatz von ESAs die Lebensqualität der Patienten verbessern und den Transfusionsbedarf verringern kann. Der Einfluss auf Fatigue ist uneinheitlich.