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·Fachbeitrag ·Betriebsausgaben

Unternehmer mit Filialbetrieben können mehr Reisekosten steuermindernd geltend machen

| Auch Unternehmer können nur eine Betriebsstätte haben - und folglich für Fahrten zu Filialbetrieben mehr Fahrtkosten als Betriebsausgaben geltend machen. Denn das FG Baden-Württemberg hat die steuerzahlerfreundlichen BFH-Urteile, wonach ein Arbeitnehmer nur eine oder gar keine regelmäßige Arbeitsstätte haben kann, auf Unternehmer übertragen. |

 

So profitieren Inhaber von Betrieben mit mehreren Niederlassungen

Von diesem Urteil profitieren Sie vor allem als Inhaber eines Kfz-Betriebs mit mehreren Niederlassungen. Pendeln Sie zwischen den Filialen Ihres Unternehmens, sollten Sie sich auf eine, die Hauptniederlassung als regelmäßige Betriebssthätte festlegen. Das wirkt sich steuerlich wie folgt aus (FG-Baden-Württemberg, Urteil vom 27.10.2011, Az. 3 K 1849/09; Abruf-Nr. 114265):

 

  • Für Fahrten von zu Hause zur Hauptniederlassung dürfen Sie die Entfernungspauschale für die einfache Strecke als Betriebsausgabe abziehen.

 

  • Fahren Sie dagegen eine andere Niederlassung an - egal ob von zu Hause oder von der Hauptniederlassung aus - dürfen Sie bei Nutzung Ihres Firmenwagens die vollen Fahrtkosten als Betriebsausgaben verbuchen. Nutzen Sie für diese Fahrten Ihren Privat-Pkw, dürfen Sie entweder 30 Cent je betrieblich gefahrenen Kilometer oder bei Führung eines Fahrtenbuchs die tatsächlichen Kosten je Kilometer geltend machen (neu).

 

  • Sind Sie außerhalb Ihrer Hauptniederlassung unterwegs, befinden Sie sich auf einer Auswärtstätigkeit. Folge: Bei einer Abwesenheit von mindestens 8/14/24 Stunden von zu Hause und der Hauptniederlassung dürfen Sie 6/12/24 Euro als Verpflegungsmehraufwand von Ihrem Gewinn abziehen (neu).

 

Auf Widerstand des Finanzamt einstellen

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Finanzverwaltung hat Revision zum BFH eingelegt (Az. VIII R 47/11). Deshalb wenden die Finanzämter das Urteil des FG Baden-Württemberg derzeit nicht an.

 

PRAXISHINWEIS | Erklären Sie in Ihrer Steuererklärung für 2011 die Fahrtkosten wie oben beschrieben. Das Finanzamt wird diese Kosten nicht anerkennen, sodass Sie gegen den Bescheid Einspruch einlegen müssen. Mit Hinweis auf den Musterprozess beim BFH (Az. VIII R 47/11) gewähren die Finanzämter bis zur Entscheidung wenigstens das Ruhen Ihres Einspruchsverfahrens.

Weiterführender Hinsweis

  • Einen Mustereinspruch finden Sie in asr.iww.de unter dem Reiter Downloads in der Rubrik Musterverträge/-formulierungen, Unterrubrik „Lohn und Gehalt“ unter der Überschrift „Fahrtkosten von Unternehmern mit mehreren Filialbetrieben“.
Quelle: Ausgabe 07 / 2012 | Seite 9 | ID 32556850