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·Fachbeitrag ·Altersversorgung

Direktversicherung - Falsche Gestaltung löst Lohnsteuer und Sozialversicherung aus!

| Was viele Arbeitgeber nicht wissen: Mit einer Direktversicherung lassen sich nur bestimmte Hinterbliebene absichern. Werden andere Personen benannt, gehen die lohnsteuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile verloren. Arbeitgeber tun daher gut daran, die Policen zu überprüfen, um Nachzahlungen zu vermeiden. |

 

Voraussetzungen für betriebliche Altersversorgung ...

Unter betrieblicher Altersversorgung (bAV) versteht man alle Leistungen, die Sie als Arbeitgeber einem Arbeitnehmer zur Altersvorsorge, Hinterbliebenenversorgung oder Invaliditätsversorgung zusagen (BMF, Schreiben vom 31.3.2010, Az. IV C 3 - S 2222/09/10041; Abruf-Nr. 101156).

 

Dabei gilt ein enger Hinterbliebenenbegriff: Bezugsberechtigt im Todesfall des Arbeitnehmers können sein

  • der überlebende Ehegatte des Arbeitnehmers,
  • sein Lebensgefährte oder Lebenspartner sowie
  • seine kindergeldberechtigten Kinder.

 

... werden bei der Direktversicherung oft nicht eingehalten

Bei der Direktversicherung kommt es häufig vor, dass andere Personen als die Hinterbliebenen in den Versicherungspolicen der Direktversicherungen als Bezugsberechtigte eingetragen sind. Gerade bei jüngeren Arbeitnehmern, die noch nicht verheiratet sind und auch keine Kinder haben, sind oft die Eltern und die Geschwister als Bezugsberechtigte eingetragen.

 

Konsequenzen für Arbeitgeber

Weil die Versicherer die Bezugsberechtigung nicht bei Abschluss der Direktversicherung, sondern erst im Leistungsfall prüfen, tritt das Problem meist erst im Rahmen einer Lohnsteueraußen- oder Sozialversicherungsprüfung zutage. Mit bösen Folgen für den Arbeitgeber: Aufgrund der falschen Bezugsberechtigung heben die Prüfer die Lohnsteuer- und Beitragsfreiheit für die Prämien auf. Ihnen drohen hohe Steuer- und Beitragsnachzahlungen. Oft ist der Arbeitnehmer überhaupt nicht mehr im Betrieb beschäftigt, sodass Sie die nachzuzahlende Lohnsteuer gar nicht mehr zurückfordern können. Verschärfend kommt hinzu, dass Sie vom Arbeitnehmer die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung nur für die letzten drei Monate vor der Betriebsprüfung zurückfordern können (§ 28g Sozialgesetzbuch IV).

 

PRAXISHINWEIS | Lassen Sie von ihrem Versicherungsvermittler oder Versicherer prüfen, ob in den Vereinbarungen die richtigen Bezugsberechtigten eingetragen sind. Sind diese falsch, sollten Sie die betroffenen Arbeitnehmer informieren und auf eine Änderung der Bezugsberechtigten drängen.

 
Quelle: Ausgabe 02 / 2012 | Seite 20 | ID 30642540