logo logo
Meine Produkte: Bitte melden Sie sich an, um Ihre Produkte zu sehen. Anmelden
Menu Menu
MyIww MyIww
Jetzt testen

·Fachbeitrag ·Lohnsteuer

ELStAM-Start 2013: Darauf müssen Sie in der Start- und Übergangsphase achten

| Das BMF hat jetzt den verbindlichen Start für die Einführung der ElektronischenLohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) zum 1. Januar 2013 bekanntgegeben und die Einzelheiten für die Anwendung des ELStAM-Verfahrens ab 2013 fixiert. Erfahren Sie nachfolgend, worauf Sie in der Start- und Übergangsphase achten müssen. |

Sukzessive Einführung der ELStAM im Jahr 2013

Der verpflichtende Abruf wird bis zum 31. Dezember 2013 zeitlich gestreckt. Als Arbeitgeber müssen Sie somit nicht am 1. Januar 2013 starten, Sie können auch erst im Laufe des Jahres 2013 in das elektronische Abrufverfahren einsteigen. Dadurch soll Ihnen und der Verwaltung ein gleitender und möglichst reibungsloser Einstieg in das neue Verfahren ermöglicht werden.

 

PRAXISHINWEIS | Sie müssen die ELStAM ihrer Mitarbeiter spätestens für den letzten im Kalenderjahr 2013 endenden Lohnzahlungszeitraum, also spätestens vor der Dezember-Abrechnung 2013 abrufen und anwenden. Ein Abruf mit Wirkung ab dem Kalenderjahr 2014 ist verspätet.

Das Startprozedere und die Übergangsphase

Seit 1. November 2012 können Sie die elektronischen Lohnsteuermerkmale ihrer Mitarbeiter mit Wirkung ab dem 1. Januar 2013 abrufen. Dazu benötigen Sie von jedem Mitarbeiter die Steuer-Identifikationsnummer und das Geburtsdatum („Startschreiben“, BMF, Schreiben vom 2.10.2012, Az. IV C 5 - S 2363/07/0002-03; Abruf-Nr. 123021).

 

Umstellung zum 1. Januar 2013

Möchten Sie bereits zum Stichtag 1. Januar 2013 auf das ELStAM-Verfahren umstellen, müssen Sie für den laufenden Arbeitslohn, der für einen nach dem 31. Dezember 2012 endenden Lohnzahlungszeitraum gezahlt wird, und für sonstige Bezüge, die nach dem 31. Dezember 2012 dem Mitarbeiter zufließen, die ELStAM verbindlich anwenden.

 

Umstellung zu einem späteren Zeitpunkt

Entscheiden Sie sich für einen späteren Abruf im Laufe des Jahres 2013, sind die bisherigen Papierbescheinigungen mit den darauf eingetragenen Lohnsteuermerkmalen weiter gültig, und Sie müssen diese anwenden. Im Wesentlichen handelt es sich um folgende Bescheinigungen:

 

  • Die Lohnsteuerkarte 2010
  • Eine vom Finanzamt erteilte Ersatzbescheinigung für die Jahre 2011, 2012 oder 2013 (§ 52b Abs. 3 EStG)
  • Das Mitteilungsschreiben des Finanzamts zur „Information über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug (in der Fassung des Jahres 2012)
  • Der Ausdruck oder die sonstige Papierbescheinigung des Finanzamts mit den ab Januar 2012 oder zu einem späteren Zeitpunkt im Übergangszeitraum 2012 und Einführungszeitraum 2013 gültigen ELStAM
  • Die „Besondere Bescheinigung für den Lohnsteuerabzug aufgrund gegebenenfalls abweichender Meldedaten“ (Regelung im Jahressteuergesetz 2013)

 

Die in den bisherigen Ausdrucken oder sonstigen Papierbescheinigungen zuletzt eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale, wie

  • die Steuerklasse,
  • der Faktor,
  • die Zahl der Kinderfreibeträge,
  • ein eingetragener Frei- oder Hinzurechnungsbetrag und
  • das Kirchensteuerabzugsmerkmal

bleiben weiter und ohne gesonderten Antrag des Mitarbeiters gültig. Sie sind dem Lohnsteuerabzug in der Übergangsphase 2013 zugrunde zu legen.

 

PRAXISHINWEIS | Sie müssen nicht prüfen, ob die Voraussetzungen für die Lohnsteuerabzugsmerkmale dem Grunde bzw. der Höhe nach bei Ihrem Mitarbeiter noch vorliegen.

Erst ab dem Zeitpunkt, ab dem Sie am elektronischen Verfahren teilnehmen, gelten die besonderen Regelungen für das elektronische Verfahren und damit ausschließlich die elektronisch übermittelten Lohnsteuermerkmale. Im Einzelnen bedeutet das:

 

  • Die bisherigen Papierbescheinigungen verlieren ihre Gültigkeit.
  • Änderungen der Lohnsteuerabzugsmerkmale (zum Beispiel eine Änderung der Lohnsteuerklasse oder der Kinderfreibeträge) dürfen Sie nur berücksichtigen, wenn die Finanzverwaltung ihnen diese zum elektronischen Abruf bereitgestellt hat.
  • Sie sind verpflichtet, die bereitgestellten elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale einmal im Monat abzurufen und anzuwenden.

 

PRAXISHINWEIS | Informieren Sie Ihre Mitarbeiter zeitnah über den Zeitpunkt für die erstmalige Anwendung der ELStAM. Hierfür können Sie das von der Finanzverwaltung zur Verfügung gestellte Informationsschreiben verwenden (Abruf auf asr.iww.de).

Härtefallregelungen für Kleinstarbeitgeber

Anträge auf Nichtteilnahme am ELStAM-Verfahren dürften im Kfz-Handel keine Rolle spielen. Ein solcher „Härtefallantrag“ hätte nur Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nicht über die technischen Voraussetzungen verfügen oder ausschließlich Minijobber im Privathaushalt beschäftigen würden. Der Antrag könnte auch frühestens mit Wirkung ab dem letzten Lohnzahlungszeitraum 2013 gestellt werden, weil bis dahin das Papierverfahren zulässig ist

Lohnsteuerfreibeträge für 2013 neu beantragen

Mit dem Informationsschreiben machen Sie Ihre Mitarbeiter auch darauf aufmerksam, dass diese ihre bisher auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Lohnsteuerfreibeträge ab 2013 grundsätzlich neu beantragen müssen. Denn die bislang bescheinigten Lohnsteuerfreibeträge gelten ohne Antrag 2013 nur, solange im Papierverfahren abgerechnet wird. Eine Ausnahme gilt für die Pauschbeträge behinderter Menschen und Hinterbliebene. Diese werden weiterhin mehrjährig berücksichtigt und müssen für 2013 nicht neu beantragt werden.

 

Wichtig | Bei einer Neubeantragung des Lohnsteuerfreibetrags für 2013 oder bei einer Änderung von anderen Lohnsteuermerkmalen sind die Finanzämter verpflichtet, einen aktuellen Ausdruck der neuen ELStAM mit den ab 2013 geltenden Merkmalen auszustellen. Ihr Mitarbeiter muss Ihnen den Ausdruck oder die Bescheinigung übergeben, damit der Lohnsteuerabzug 2013 nach den aktuellen Merkmalen erfolgen kann.

Verzicht auf Anwendung der abgerufenen ELStAM

Sollten die erstmals abgerufenen ELStAM nicht korrekt sein, kann Ihr Mitarbeiter der weiteren Anwendung widersprechen. In diesem Fall können Sie für maximal sechs weitere Kalendermonate den Lohnsteuerabzug nach der zuletzt gültigen amtlichen Papierbescheinigung durchführen.

 

PRAXISHINWEISE |  

  • Ihr Mitarbeiter muss innerhalb dieses Zeitraums mit dem Finanzamt die Abweichungen der elektronischen Lohnsteuermerkmale von den Papierbescheinigungen klären, um eine Korrektur herbeizuführen.
  • Für Sie als Arbeitgeber besteht keine rückwirkende Korrekturpflicht, wenn Sie den Lohnsteuerabzug aufgrund falscher ELStAM nicht korrekt vorgenommenen haben.
  • Jeder Ihrer Mitarbeiter kann seine aktuellen ELStAM im ElsterOnline-Portal einsehen. Hierfür ist eine Registrierung unter www.elster.de erforderlich.

Rückgabe der Papierbescheinigungen an den Mitarbeiter

Scheidet einer Ihrer Mitarbeiter im Laufe des Jahres 2013 aus dem Arbeitsverhältnis aus, müssen Sie ihm die Papierbescheinigungen, auch wenn Sie bereits auf das ELStAM-Verfahren umgestellt haben. Denn eventuell hat der neue Arbeitgeber noch nicht umgestellt.

 

Weiterführende Hinweise

  • Das Informationsschreiben „Information über den Einstieg in das ELStAM-Verfahren“ finden Sie auf asr.iww.de unter der Rubrik „Downloads“ im Bereich „Musterverträge/-formulierungen“ unter der Überschrift „Lohn und Gehalt“.
Quelle: Ausgabe 12 / 2012 | Seite 11 | ID 36412540