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01.02.2005 | Buchhaltung und Jahresabschluss

So prüfen Sie die Gebührenrechnung Ihres Steuerberaters – Teil II

„Verdient mein Steuerberater, was er abrechnet?“ In der Januar-Ausgabe haben wir Sie mit den Grundsätzen der Honorarberechnung des Steuerberaters vertraut gemacht und die Gebührenermittlung für Erstellung der Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Erklärung erläutert. In dieser Ausgabe erfahren Sie, was Ihr Steuerberater  

  • für die Finanzbuchhaltung,
  • für die Lohnbuchhaltung,
  • und für den Jahresabschluss (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung [GuV]) an Gebühren verlangen darf.

Finanzbuchhaltung

Für die Erstellung der Finanzbuchhaltung (Fibu) sieht § 33 Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) differenzierte Regelungen mit unterschiedlich hohen Gebührensätzen vor. 

 

Tätigkeit 

Gebühr 

Buchführung einschließlich Kontieren der Belege 

2/10 bis 12/10 

Kontieren der Belege 

1/10 bis 6/10 

Buchführung nach vom Mandanten kontierten Belegen oder erstellten Kontierungsunterlagen 

1/10 bis 6/10 

Buchführung nach vom Mandanten erstellten Eingaben für die EDV und nach beim Mandanten eingesetzten EDV-Programmen des Steuerberaters 

1/20 bis 10/20 

Überwachung der Buchhaltung des Mandanten 

1/10 bis 6/10 

 

 

Die Höhe des Rahmensatzes richtet sich vor allem nach der Zahl der Konten, insbesondere Kontokorrentkonten, der Zahl der Buchungen, dem Verhältnis von Wiederholungsbuchungen für gleichartige Geschäftsvorfälle zu Einzelbuchungen, dem Schwierigkeitsgrad der Kontierung sowie dem Zustand der Aufzeichnungen und Belege.  

 

Unser Tipp: Da Gerichte die Buchführung im Regelfall nicht als sonderlich schwierig einstufen, kann der Steuerberater die Höchstgebühr kaum durchsetzen. Sollte das bei Ihrem Steuerberater anders sein, melden Sie sich bitte. Wir werden Ihnen Argumentationsmaterial für das Gespräch mit dem Berater liefern.  

 

Bemessungsgrundlage des Fibu-Honorars

Gegenstandswert für die Berechnung des Honorars ist der Nettojahresumsatz oder der Aufwand – je nachdem, welcher Betrag höher ist. Der Jahresumsatz gilt auch dann, wenn ein Steuerberater – etwa infolge eines Beraterwechsels – kein volles Geschäftsjahr, sondern nur einige Monate bucht. Das Honorar für die Buchführung richtet sich nach Tabelle C (zu finden unter www.bstbk.de), die monatsbezogene Werte enthält. 

 

Beispiel

Bei einem Jahresumsatz von 276.000 Euro ergeben sich im Standardfall der Kontierung und Buchführung durch den Steuerberater monatliche Gebühren im folgenden Rahmen: 

2/10 

4/10 

5/10 

6/10 

7/10 

8/10 

9/10 

10/10 

12/10 

57,80 

115,60 

144,50 

173,40 

202,30 

231,20 

260,10 

289,00 

346,80 

 

 

Was im Fibu-Honorar alles drin ist

Mit dem Honorar für die Finanzbuchhaltung sind etliche andere Tätigkeiten abgegolten. Das gilt zum Beispiel für das Sortieren der Belege, für Abstimmungsarbeiten, Umbuchungen oder vorbereitende Abschlussbuchungen. Ein Zusatzhonorar kann auf Sie aber zukommen, wenn Ihr Berater Ihnen für die Buchführung eine bestimmte Software zur Verfügung stellt. Dafür steht ihm eine eigenständige Vergütung zu. 

 

Beachten Sie: Als Fehlentscheidung kann sich die Überlegung entpuppen, durch eine unternehmensinterne Buchführung Honorare zu sparen. Falls die Buchführung nämlich erhebliche Mängel aufweist, die der Steuerberater im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten korrigieren muss, kann er hierfür eine Zeitgebühr abrechnen. Diese kann – je nach Umfang der Mängel – den eingesparten Betrag deutlich übersteigen.  

 

Unser Tipp: Das Buchführungshonorar können Sie dadurch reduzieren, dass Sie beim Steuerberater keinen „Zettelkasten“, sondern geordnete und vollständige Unterlagen einreichen. 

 

Lohnbuchhaltung

Die Gebührensituation bei der Lohnbuchhaltung ist hinsichtlich der Abstufung ähnlich der in der Finanzbuchhaltung. Grundsätzlich erhält der Steuerberater für die erstmalige Einrichtung eines Lohnkontos und die Aufnahme der Stammdaten eines Arbeitnehmers ein Honorar zwischen 2,60 und 9,00 Euro. Für die laufende Lohn-abrechnung ist dann wie folgt zu unterscheiden: 

Tätigkeit (je Mitarbeiter und Monat) 

Gebühr 

Führung eines Lohnkontos und Anfertigung der Lohnabrechnung 

2,60 bis 15,00 Euro 

Führung des Lohnkontos, Anfertigen der Lohnabrechnung nach Buchungsunterlagen des Mandanten 

1,00 bis 5,00 Euro 

Führung eines Lohnkontos und Anfertigung der Lohnabrechnung nach vom Mandanten erstellten Eingaben für die EDV und nach beim Mandanten eingesetzten EDV-Programmen des Steuerberaters 

0,50 bis 2,60 Euro 

 

 

Die Steuerberater-Gebühr hängt davon ab, ob Sie an Arbeitnehmer feste Vergütungen zahlen oder ob diese sich ständig ändern. Honorar erhöhend wirkt es sich auch aus, wenn Sonderberechnungen erforderlich sind und steuerfreie Lohnbestandteile vorliegen. 

 

Was das Lohnbuchhaltungshonorar umfasst

Mit den Gebühren für die Lohnbuchhaltung sind die Anfertigung von Lohnsteueranmeldungen und die monatlichen Beitragsnachweise für die Sozialversicherung abgegolten. Gesondert – per Zeitgebühr – vergüten müssen Sie die An- und Abmeldung zur Sozialversicherung, die Erstellung der Nachweise für den Rentenversicherungsträger bei Beginn und Beendigung der Tätigkeit, Meldungen an Berufsverbände und besondere Verdienstbescheinigungen. 

 

Jahresabschluss bei Bilanzierung

Die Regelungen über die Honorierung der Abschlussarbeiten sind umfangreich. Von den zwölf Gebührentatbeständen des § 35 Absatz 1 StBGebV greifen wir daher nur die wichtigsten heraus. Die Gebühr richtet sich nach Tabelle B der StBGebV (www.bstbk.de). 

Tätigkeit 

Gebühr (Euro) 

Aufstellung von Bilanz und GuV 

10/10 bis 40/10 

Erstellung eines Anhangs 

2/10 bis 12/10 

Erstellung eines Lageberichts 

2/10 bis 12/10 

Aufstellung einer Zwischen- oder vorläufigen Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung 

5/10 bis 12/10 

Ableitung einer Steuerbilanz oder des steuerlichen Ergebnisses aus der Handelsbilanz 

5/10 bis 12/10 

Beratende Mitwirkung bei der Aufstellung von Bilanz und GuV 

2/10 bis 10/10 

Beratende Mitwirkung bei Erstellung des Anhangs 

2/10 bis 4/10 

Beratende Mitwirkung bei der Erstellung eines Lageberichts 

2/10 bis 4/10 

 

 

Gegenstandswert (= Bemessungsgrundlage für das Honorar) ist in den meisten Fällen der Mittelwert aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung. Die berichtigte Bilanzsumme und die betriebliche Jahresleistung werden wie folgt ermittelt: 

Berichtigte Bilanzsumme: 

 

Summe Aktiva laut Bilanz 

Privatentnahmen, offene Ausschüttungen 

./. 

Privateinlagen, Kapitalerhöhungen, Wertberichtigungen 

berichtigte Bilanzsumme 

 

Betriebliche Jahresleistung: 

 

Umsatzerlöse 

sonstige betriebliche Erträge, Erträge aus Beteiligungen und anderen Wertpapieren, Erträge aus Ausleihungen des Finanz-anlagevermögens, sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 

Bestandsveränderung an fertigen/unfertigen Erzeugnissen 

andere aktivierte Eigenleistungen, außerordentliche Erträge 

betriebliche Jahresleistung 

 

 

Beispiel

Eine kleine Autohaus-GmbH hat eine berichtigte Bilanzsumme von 500.000 Euro und eine betriebliche Jahresleistung von 1,5 Mio. Euro. Der Mittelwert (= Gegenstandswert) beträgt daher 1,0 Mio. Euro. Für die Erstellung des Jahresabschlusses und des Anhangs durch den Steuerberater fallen Gebühren in folgender Bandbreite an (Tabelle B): 

Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung 

10/10 

15/10 

20/10 

25/10 

30/10 

35/10 

40/10 

903,00 

1.354,50 

1.806,00 

2.257,50 

2.709,00 

3.160,50 

3.612,00 

Anhang 

2/10 

4/10 

6/10 

7/10 

8/10 

10/10 

12/10 

180,60 

361,20 

541,80 

632,10 

722,40 

903,00 

1.083,60 

 

Für Abschlussvorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenbilanz müssen Sie zudem eine Zeitgebühr zahlen. Dazu rechnen unter anderem das Erstellen und Abstimmen von Kreditoren- und Debitorenlisten, das Berechnen von Pensionsrückstellungen oder Anpassungsbuchungen nach einer Betriebsprüfung. 

 

Fazit: Auch beim Steuerberaterhonorar bestehen Verhandlungsspielräume. Sprechen Sie Ihren Berater ruhig darauf an. Das gilt vor allem, wenn er mit seinem Honorar immer am oberen Limit liegt. 

Quelle: Ausgabe 02 / 2005 | Seite 14 | ID 85578