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· Fachbeitrag · Kinderzahnheilkunde

Der Umgang mit dem ängstlichen Kind: So werden Zahnarzttermine für alle Beteiligten leichter

von Beate Schulz-Brewing, ZMF, Kiel

| Zahnarztangst ist weit verbreitet - und diese Angst überträgt sich schnell. Wenn Kinder mit Schmerzen behandelt werden müssen, handelt es sich nicht selten um Kinder mit einer starken Zahnarztangst. Diese Behandlungen sind schwierig und sind nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern und das gesamte Praxisteam extrem belastend. |

Woher kommen die Ängste und Unsicherheiten?

Häufig haben die kleinen Patienten selbst noch gar keine schlechten Erfahrungen gemacht. Jedoch grassieren in vielen Familien schlimme und übertriebene Geschichten von schmerzhaften Zahnarztbehandlungen. Sie werden von den Großeltern auf die Eltern und dann auch auf die Kinder übertragen, denn leider werden sie nicht nur hinter vorgehaltener Hand erzählt. Eine schlimme Erfahrung wird wie eine Heldentat zu jedem passenden und unpassenden Anlass berichtet. Es mag durchaus sein, dass schlimme Zahnbehandlungen früher durch fehlendes Einfühlungsvermögen und verschleppte Zahnerkrankungen an der Tagesordnung waren. Die Leidenswege vieler Menschen der älteren Generationen sind nicht von der Hand zu weisen. Es ist jedoch nicht klug, diese doch individuell sehr unterschiedlichen Geschichten an Kinder weiterzugeben.

 

Allein der Satz „Du brauchst keine Angst zu haben!“ löst bei fast allen Kindern Argwohn und Misstrauen aus. Dieser Satz sollte nie fallen, denn er bewirkt genau das Gegenteil. Versuchen Sie in Vorgesprächen herauszuhören, ob und inwieweit die Begleitpersonen der Kinder selbst durch schlechte Erlebnisse geprägt und traumatisiert sind - ob also schon die Eltern zur Gruppe der typischen Angstpatienten gehören. Auch verbale Drohungen wie „Wenn Du die Zähne nicht putzt, kommt der Bohrer!“ wecken berechtigtes Misstrauen. Der schlimmste Fall tritt ein, wenn Kinder, die noch nie in einer Zahnarztpraxis waren, plötzlich Schmerzen bekommen und ein Eingriff unausweichlich ist, um schwere Gesundheitsschäden abzuwenden. Hier sind viel Zeit, Geduld, und Fingerspitzengefühl, aber auch konsequentes Verhalten erforderlich.