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  • 21.07.2008 | Schwangerschaft

    Jährlich bis zu 30.000 kardiovaskuläre Komplikationen bei Schwangeren

    Bis zu 30.000 Schwangere pro Jahr sind in Deutschland von Herz-Kreislauf-Komplikationen betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) geht davon aus, dass aufgrund der wachsenden Zahl von Frauen mit angeborenen Herzfehlern, die mittlerweile das Erwachsenenalter erreicht haben, die Zahl der Schwangerschaften mit kardiovaskulären Komplikationen künftig pro Jahr um weitere 5.000 wachsen wird. Die DGK hat jetzt eine Leitlinie zu Herzerkrankungen in der Schwangerschaft herausgegeben, die sich an alle Ärzte richtet, die Frauen im gebärfähigen Alter behandeln, also an Hausärzte, Internisten, Gynäkologen und Kardiologen. Ziel ist es, ein mögliches Gefährdungspotenzial durch eine Herzerkrankung frühzeitig zu erkennen und die Schwangere bei Bedarf einer spezialisierten Behandlung zuzuführen. 

     

    In Industrienationen treten bei bis zu vier Prozent aller Schwangerschaften kardiovaskuläre Komplikationen auf. Angeborene Vitien sind mit einem Anteil von drei Viertel die häufigsten Ursachen, gefolgt von erworbenen Klappenerkrankungen mit zirka 15 Prozent, so Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek aus Berlin, die federführende Autorin der neuen Leitlinie. Zu den häufigsten Problemen zählt auch die arterielle Hypertonie. Kardiomyopathien, Arrhythmien und koronare Herzerkrankungen verursachen deutlich seltener Komplikationen. 

     

    Frauen, die schwanger sind oder werden wollen, rät die Kardiologin generell, ihr Risiko für Herzerkrankungen gemeinsam mit ihrem Arzt abzuschätzen. Dazu gehören die Überlegungen, ob bereits Herzerkrankungen bekannt sind, ob ein Bluthochdruck besteht, eine Stoffwechselstörung wie Diabetes vorliegt oder ob in der Familie eine vererbbare Herzerkrankung festgestellt wurde. Patientinnen mit angeborenen Herzerkrankungen oder mit Klappenerkrankungen sollten sich von einem für diese Krankheiten besonders geschulten Kardiologen beraten lassen.