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Auslandsdividende - Weniger Arbeit mit der Erstattung der Quellensteuer

Die Höhe der Dividende spielt bei der Aktienanlage eine immer wichtigere Rolle. Doch unabhängig von der Vorlage einer Freistellungs- oder NV-Bescheinigung wird bei Auslandsaktien in fast allen Ländern stets eine Quellensteuer einbehalten. Besonders gravierend fällt der Abzug bei italienischen Werten aus, hier wird gleich ein Betrag von 27 v.H. einbehalten. Aber auch die Niederlande oder Frankreich mit 25 v.H. stehen dem kaum nach.  

 

Dieser Modus muss den Nettoertrag aber nicht auf Dauer schmälern, denn die im Ausland einbehaltene Quellensteuer können sich Anleger nahezu weltweit zurückholen. So steht es in den DBA mit den einzelnen Ländern. Hierfür ist jedoch zumeist umfangreicher Formalismus notwendig. Ist diese Hürde bewältigt, kommt der Zeitfaktor ins Spiel. Italien benötigt beispielsweise bis zu sieben Jahre mit der Bearbeitung der Anträge und Belgien schafft es kaum unter der Hälfte der Zeit.  

 

Grundsätzlich können Abzüge von bis zu 15 v.H. bei der heimischen Steuererklärung geltend gemacht werden, wahlweise gemäß § 34c Abs. 1 EStG durch Anrechnung auf die eigene Steuerlast oder nach § 34c Abs. 2 EStG durch Abzug bei der Ermittlung der Einkünfte wie Werbungskosten. Dies nehmen Aktionäre über die Anlage AUS ihrer Steuererklärung vor. Bei beiden Alternativen gelingt die Berücksichtigung der ausländischen Steuer in voller Höhe, auch wenn die Dividende im Inland nur zur Hälfte besteuert wird. Verlangen einzelne Staaten (siehe nachfolgende Tabelle) nicht mehr als 15 v.H. Quellensteuer, entfällt der grenzüberschreitende Formalismus ganz.  

 

Liegt der Satz aber über 15 v.H., muss dieser Anteil aus dem Ausland zurückgeholt werden. Hierzu ist eine Bescheinigung des Wohnsitzfinanzamts notwendig. Diese wird dann mit dem Antragsformular des jeweiligen Landes an die zuständige Finanzbehörde gesendet. Die Vordrucke der wichtigsten Staaten händigen hiesige Banken aus.  

 

Nahezu alle Kreditinstitute nehmen ihren Kunden diese lästige Laufarbeit ab, manche aber erst auf konkrete Nachfrage. Besonders einfach erfolgt die Erstattung in den Niederlanden, wo 25 v.H. einbehalten werden. Die nicht berücksichtigten 10 v.H. erhalten Anleger problemlos über ihre Depotbank meist nach wenigen Wochen auf dem Konto. Auch bei der Schweiz und Österreich funktioniert dies reibungslos. Um das Verfahren zu beschleunigen, lassen sich die Banken von ihren Kunden eine Vollmacht für die Erstattungsformalitäten geben und wenden sich dann ans Wohnsitzfinanzamt und die ausländischen Behörden. Bei Dividenden aus den Niederlanden finanzieren einige Geldhäuser die Quellensteuer sogar vor, der Kunde erhält nur den im Inland anrechenbaren Teil abgezogen.  

 

Rund 10 EUR berechnen die Banken für diese Hilfestellung. Liegt die Dividende unter 200 EUR, macht es wenig Sinn, die anteilige Quellensteuer über diesen Weg erstatten zu lassen. Der im Inland nicht anrechenbare Teil muss schon über den Gebühren liegen. Bei exotischen Ländern wie Korea oder Vietnam bieten Kreditinstitute diesen Service nicht an. Erfreuliches verlautet jetzt aus Italien. In Pescara wurde eine neue Finanzbehörde eingerichtet, die sich mit der Erstattung der Quellensteuer beschäftigt. Erfahrungswerte über die neue Bearbeitungsdauer gibt es allerdings noch nicht.  

 

Land  

Quellensteuer  

Land  

Quellensteuer  

Australien  

--  

Niederlande  

25 v.H  

Belgien  

25 v.H.  

Norwegen  

15 v.H  

Dänemark  

25 v.H  

Österreich  

25 v.H  

Frankreich  

25 v.H  

Portugal  

25 v.H  

Großbritannien  

--  

Schweden  

15 v.H  

Italien  

27 v.H  

Schweiz  

35 v.H  

Japan  

15 v.H  

Spanien  

25 v.H  

Kanada  

15 v.H  

Südafrika  

--  

Luxemburg  

25 v.H  

USA  

15 v.H  

 

 

Quelle: Ausgabe 11 / 2005 | Seite 768 | ID 114471