Ausgabe 02/2007, Seite 14

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01.02.2007 | Zahnersatz

Partielle Vestibulumplastik: Wie kann ich den Ansatz der Nr. Ä 2675 begründen?

Frage: „Die private Krankenversicherung eines meiner Patienten verweigert diesem die Erstattung der Gebühren für die GOÄ-Nr. 2675 mit der Begründung, für die durchgeführte Maßnahme sehe die GOZ die Nr. 324 vor (diese wird als Grundlage der Kostenerstattung herangezogen). Wie kann ich den Ansatz der Nr. Ä 2675 begründen?“  

 

Antwort: In der Tat gibt es zur Abrechnung einer partiellen Vestibulumplastik mehrere Gebührennummern, deren Abgrenzung schwierig und prinzipiell willkürlich ist. Dabei handelt es sich neben den zur Debatte stehenden Nrn. 324 („Vestibulumplastik oder Mundbodenplastik kleineren Umfangs, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich“) und Ä 2675 („Partielle Vestibulum- oder Mundbodenplastik oder große Tuberplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich“) auch noch um die GOZ-Nr. 413 („Chirurgische Maßnahmen zur Verbreiterung der unverschieblichen Gingiva und/oder zur Vertiefung des Mundvorhofes, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich“) und die GOÄ-Nr. 2677 („Submuköse Vestibulumplastik, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbstständige Leistung“).  

 

Der GOZ-Kommentar von Esser enthält eine Aufstellung, die die Vergütung für die totale Vestibulumplastik (GOÄ-Nr. 2676) zu Grunde legt und folgende Abstufung vorsieht:  

GOZ-Nr. 413  

für die Vorhofvertiefung im Gebiet von zwei bis drei Zähnen  

GOZ-Nr. 324  

für eine kleine Vestibulumplastik im Gebiet von vier bis fünf Zähnen  

GOÄ-Nr. 2677 + 443:  

für eine submuköse Vestibulumplastik im Gebiet von sechs bis sieben Zähnen  

GOÄ-Nr. 2675 + 444:  

für eine partielle Vestibulumplastik im Gebiet von sieben bis acht Zähnen.  

 

Allerdings handelt es sich hierbei eben auch nur um die Auffassung des Kommentators. Inwieweit ein Gericht im Streitfall bereit ist, diese anzuerkennen, hängt vom Gutachter ab. Im Hinblick auf die Tatsache, dass Gerichte im Allgemeinen der Anwendung der GOZ durch Zahnärzte den Vorzug geben und die alternative Heranziehung der GOÄ nur ausnahmsweise anerkennen, dürfte es für Sie schwierig sein, den Ansatz der GOÄ-Nr. 2675 insoweit zu begründen, dass dem Patienten die Kosten in voller Höhe erstattet werden. Dazu ist der Unterschied zwischen den beiden Begriffen „klein“ und „partiell“ einfach zu schwammig.  

 

Eine Alternative wäre der Ansatz der GOZ-Nr. 324 mit 3,5-fachem Steigerungsfaktor, der allerdings noch immer ein etwas geringeres Honorar erbringt als die GOÄ-Nr. 2675 (ohne Operationszuschlag).  

Quelle: Ausgabe 02 / 2007 | Seite 14 | ID 84683