AAZ Abrechnung aktuell
Kassenabrechnung und Privatliquidation in der Zahnarztpraxis

Ausgabe 01/2007, Seite 2

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01.01.2007 | Zahnersatz

Beispiele zur Abrechnung der Erneuerung von Suprakonstruktionen

Die Ermittlung der Festzuschüsse und die Berechnungsgrundlage zu Suprakonstruktionen führen in der Praxis offensichtlich immer wieder zu Problemen. Die Befunde der Befundklasse 7 sind maßgeblich, wenn die Erneuerung oder Wiederherstellung von Kronen, Brücken und Prothesen auf Implantaten (Suprakonstruktionen) erforderlich ist. Suprakonstruktionen sind grundsätzlich als andersartiger Zahnersatz einzustufen. Von dieser Regelung sehen die Zahnersatz-Richtlinien inNr. 36 a und b Ausnahmen vor. Suprakonstruktionen gehören danach zur Regelversorgung bei zahnbegrenzten Einzelzahnlücken: wenn keine parodontale Behandlungsbedürftigkeit besteht, die Nachbarzähne kariesfrei und nicht überkronungsbedürftig bzw. überkront sind, und bei atrophiertem zahnlosen Kiefer. Für diese beiden Ausnahmefälle bilden Bema und BEL II weiterhin die Abrechnungsgrundlage. Auch die Erneuerung und Wiederherstellung von Suprakonstruktionen zählt dann zur Regelversorgung.  

Wann sind Festzuschüsse ansetzbar?

Bei der Erstversorgung, der Erneuerung und der Wiederherstellung von Suprakonstruktionen sind für alle Leistungen im Zusammenhang mit den Implantaten – wie die Implantate selbst, die Implantataufbauten und die implantatbedingten Verbindungselemente – keine Festzuschüsse ansetzbar.  

 

Bei der Feststellung der Befunde wird Zahnersatz einschließlich Suprakonstruktionen natürlichen Zähnen gleichgestellt, soweit der vorhandene Zahnersatz noch funktionstüchtig ist oder die Funktionstüchtigkeit – zum Beispiel durch Erweiterung – wiederhergestellt werden kann. Dabei gibt es eine Ausnahme: Bei Erneuerungen von festsitzenden, nach der Versorgung teilweise zahngetragenen Suprakonstruktionen werden bereits vorhandene Suprakonstruktionen ebenfalls natürlichen Zähnen gleichgestellt. In diesen Ausnahmefällen (Hybridkonstruktionen) sind Befunde der Befundklassen 1, 2 oder 3 auch dann ansetzbar, wenn Einzel- oder Ankerkronen durch Implantate getragen werden. Jedoch handelt es sich immer um eine andersartige Versorgungsform.  

 

Anmerkung: Bei dieser Ausnahme richtet sich die Zuordnung der Regelversorgung nicht nur nach dem Befund, sondern nach der Therapieplanung.  

Beispiel 1

Zahn 15 muss extrahiert werden. Zudem ist die Suprakonstruktion 16 und die Einzelkrone 14 erneuerungsbedürftig. Es soll eine teilweise zahn- und implantatgetragene Brücke mit vestibulären Verblendungen innerhalb des Verblendbereichs eingegliedert werden.  

 

Befundschema

TP  

 

 

SK  

SBV  

SKV  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

R  

 

 

K  

BV  

KV  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B  

f  

 

sw  

x  

kw  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

f  

 

18  

17  

16  

15  

14  

13  

12  

11  

21  

22  

23  

24  

25  

26  

27  

28  

 

48  

47  

46  

45  

44  

43  

42  

41  

31  

32  

33  

34  

35  

36  

37  

38  

B  

f  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

f  

R  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TP  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da die Brücke nach der Versorgung teilweise zahn- und implantatgetragen wird, ist die erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion 16 einem natürlichen Zahn gleichzustellen. Die Berechnung der andersartigen Versorgung erfolgt nach GOZ und BEB.  

 

Festzuschüsse  

Bema  

GOZ  

2.1  

16-14 

1  

–  

–  

512  

2  

2.7  

15,14  

2  

–  

–  

514  

1  

 

 

 

–  

–  

500 oder 501  

2  

 

 

 

–  

–  

507  

1  

Beispiel 2

Zahn 44 muss extrahiert werden. Die Suprakonstruktion 46 sowie die Brücken 45-42 und 31-34 sind erneuerungsbedürftig. Es soll eine teilweise zahn- und implantatgetragene Brücke 46-42 und eine Brücke 31-34 mit vollkeramischen Verblendungen (im Verblendbereich) eingegliedert werden.  

 

Befundschema

TP  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

R  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B  

f  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

f  

 

18  

17  

16  

15  

14  

13  

12  

11  

21  

22  

23  

24  

25  

26  

27  

28  

 

48  

47  

46  

45  

44  

43  

42  

41  

31  

32  

33  

34  

35  

36  

37  

38  

B  

f  

 

sw  

b  

kx  

b  

kw  

 

kw  

b  

b  

kw  

 

 

 

f  

R  

 

H  

 

E  

E  

E  

KV  

 

KV  

E  

E  

KV  

H  

H  

 

 

TP  

 

 

SK  

SB  

SBM  

SBM  

SKM  

 

KM  

BM  

BM  

KM  

 

 

 

 

Nach der Extraktion von Zahn 44 fehlen im Unterkiefer fünf Zähne. Als Regelversorgung werden der Festzuschuss für die Modellgussprothese sowie der Einzelkronenzuschuss für die „kw-Zähne“ ausgelöst. Da die Brücke 46-42 nach der Versorgung teilweise zahn- und implantatgetragen ist, ist die erneuerungsbedürftige Suprakonstruktion 46 einem natürlichen Zahn gleichzustellen. Dennoch fällt für 46 der Festzuschuss 7.2 an, da es sich um einen „sw-Zahn“ und nicht um einen „kw-Zahn“ handelt. Die gesamte Versorgung ist andersartig und wird nach GOZ/BEB berechnet.  

 

Festzuschüsse  

Bema  

GOZ  

3.1  

UK  

1  

–  

–  

512  

4  

1.1  

42,31,34  

3  

–  

–  

514  

2  

1.3  

42,31,34  

3  

–  

–  

500 oder 501  

4  

7.2  

46  

1  

–  

–  

507  

2  

Beispiel 3

Extraktion der Zähne 45-43, 31,32. Zusätzlich werden Implantate regio 44,36 gesetzt. Es erfolgen eine Neuanfertigung der implantatgetragenen Prothese und eine Erneuerung der Suprakonstruktionen 46,33. Eine Ausnahmeregelung nach Ziffer 36b liegt vor.  

 

Befundschema

TP  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

R  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

B  

f  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

e  

f  

 

18  

17  

16  

15  

14  

13  

12  

11  

21  

22  

23  

24  

25  

26  

27  

28  

 

48  

47  

46  

45  

44  

43  

42  

41  

31  

32  

33  

34  

35  

36  

37  

38  

B  

f  

ew  

sw  

x  

x  

x  

ew  

ew  

x  

x  

sw  

ew  

ew  

ew  

ew  

ew  

R  

 

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

E  

TP  

 

SE  

STV  

SE  

STV  

SE  

SE  

SE  

SE  

SE  

STV  

SE  

SE  

STV  

SE  

SE  

Dazu die Richtlinien: „Bei der Feststellung der Befunde wird Zahnersatz einschließlich Suprakonstruktionen natürlichen Zähnen gleichgestellt, soweit der vorhandene Zahnersatz noch funktionstüchtig ist oder die Funktionstüchtigkeit, zum Beispiel durch Erweiterung, wiederhergestellt werden kann. Bei Erneuerungen und Erweiterungen von festsitzenden, nach der Versorgung teilweise zahngetragenen Suprakonstruktionen werden bereits vorhandene Suprakonstruktionen ebenfalls natürlichen Zähnen gleichgestellt.“  

 

Durch die Extraktion der Zähne 45, 44, 43, 31, 32 werden verändernde Befunde ausgelöst, und nach der Versorgung ist die Suprakonstruktion nicht teilweise zahn- und implantatgetragen. Somit werden die „sw-Zähne“ als fehlende Zähne gewertet und nicht natürlichen Zähnen gleichgestellt.  

 

Festzuschüsse  

Bema  

GOZ  

4.4  

UK  

1  

97bi  

1x  

504  

4x  

 

 

 

98ci  

1x  

508  

4x  

 

 

 

 

 

227  

4x  

Leserservice: Zusätzliche Beispiele im Online-Service

In einem ausführlichen Beitrag haben wir weitere Beispiele zur Abrechnung der Erneuerung von Suprakonstruktionen für Sie zusammengestellt. Diesen Beitrag können Sie im Online-Service (www.iww-onlineservice.de) unter der Nr. 063707 (Eingabe oben rechts) abrufen und ausdrucken.  

 

Quelle: Ausgabe 01 / 2007 | Seite 2 | ID 84654