· Fachbeitrag · Mitarbeitergesundheit
Die Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung
von Alexandra Schramm, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg
| Wer Menschen rund ums Thema Gesundheit berät, sollte selbst Vorbild sein. MFA sind Vorbilder für ihre Patienten. Doch sie sind bei ihrer Arbeit täglich Stresssituationen ausgesetzt - dies erfordert Nervenstärke und Belastbarkeit. Zu viel Stress sorgt dafür, dass Mitarbeiter erschöpft sind. Das führt schnell zu gereizter Stimmung im Team und die Fehlerquote steigt. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) unterstützt gesunde Verhaltensweisen, durch die MFA gesundheitliche Belastungen abbauen können. |
Rückenschmerzen und Stress häufigste Gründe für Fehlzeiten
2009 fehlte in Deutschland jeder Arbeitnehmer durchschnittlich 12,8 Tage wegen Krankheit. Das stellte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAUA) fest. Daraus ergibt sich eine Gesamtsumme von 459,2 Millionen Fehltagen. Die Ursachen für diese Zahl finden sich zumeist im direkten Arbeitsumfeld. Für MFA sind dies hauptsächlich mangelnde Bewegung und dauerhafter Stress. Im Sitzen drücken die Hals- und Lendenwirbel aufeinander, was zu Verspannungen und Rückenschmerzen führen kann. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sind daher die häufigsten Gründe für Ausfallzeiten (22,8 Prozent). Wer ständig überfordert ist und jeden Tag an seine Leistungsgrenzen gehen muss, wird irgendwann krank. So sind 11,4 Prozent der Fehlzeiten auf psychische Störungen zurückzuführen.
Praxisleiter können mit BGF die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz verbessern. Das kommt nicht nur der MFA zugute, auch Praxisinhaber profitieren durch sinkende Krankheitskosten, steigende Produktivität sowie ein besseres Betriebsklima.
PRAXISHINWEIS | Bewegungsprogramme, Ernährungsangebote, Stressbewältigungsprogramme oder solche zur Suchtprävention sind im Rahmen der BGF zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn bis zu einem Jahresbetrag von 500 Euro lohnsteuerfrei. Nicht darunter fällt die Übernahme der Beiträge für einen Sportverein oder ein Gesundheitszentrum bzw. Fitnessstudio. Ansprechpartner für diese Programme sind die Gesetzlichen Krankenkassen. |
Yoga in der Arztpraxis
Mehr Energie und Gelassenheit versprechen Business Yoga-Kurse. Der Yoga-Lehrer kommt direkt in Ihre Praxis, zum Beispiel morgens vor Sprechstundenbeginn oder während der Mittagspause. Mit einfachen Übungen kräftigen Sie insbesondere die Bauch-, Rücken-, Hals und Nackenmuskulatur. Dabei lernen Sie zusätzlich schnelle und einfache Übungen, die Sie später allein an Ihrem Arbeitsplatz ausführen können.
PRAXISHINWEIS | Auch Tipps für eine gesunde Lebensführung, zum Beispiel wie Sie sich gesund ernähren und mit Stress umgehen, können Inhalt dieser Kurse sein. Das gemeinsame Training mit den Kollegen fördert den Teamgeist und ist gut für das Betriebsklima. |
Das Gesundheitsmobil - flexibel und effektiv
Nicht in jeder Arztpraxis findet sich genügend Platz für die Yoga-Matte, geschweige denn für sperrige Fitness-Geräte. Gesundheit vor die Tür liefert daher das „Gesundheitsmobil“, das erste mobile Gesundheitszentrum aus Hamburg (www.gesundheitsmobil-hamburg.de), das direkt zu Ihrer Praxis kommt. Zeitlich flexibel, bietet das Mobil die Möglichkeit, einmal pro Woche innerhalb von 15 Minuten alle wichtigen Muskelgruppen von Schultern über Rücken bis Bauch zu trainieren. Geschultes Personal erklärt und überwacht die Übungen, sodass Sie Haltungsschäden korrigieren und die Rückenmuskulatur stärken können. Schmerzen, die durch ständiges Sitzen entstehen können, werden gelindert und das körperliche Wohlbefinden gesteigert.
Tropho-Training - durch Blitzentspannung Stress reduzieren
Trophotrop bedeutet „Ernährung aus dem eigenen Inneren“. Bei dieser meditativen Methode lernen Sie, Stress zu bewältigen. Dadurch verbessert sich Ihre Leistung und Sie steigern Ihre Konzentrationsfähigkeit. Laut dem Münchener Arzt und Psychotherapeut Dr. Jakob Derbolowsky helfen schon drei Minuten täglich, um mit Stresssituationen gelassener umzugehen und diese zu entschärfen, zum Beispiel im Umgang mit Patienten. In zwei bis drei Blockseminaren von insgesamt sechs Stunden lernen MFA, bewusst zu atmen und sich auf ihre eigenen Stärken zu konzentrieren. Die jeweils einminütige Konzentration auf ermutigende Formeln fördert ein positives Bewusstsein und kann überall in die tägliche Routine eingebaut werden. Tropho-Training wird deutschlandweit in Kursangeboten für betriebliches Gesundheitsmanagement vermittelt (etwa unter www.trophotraining.de).
Was Sie jetzt schon tun können
Um sich gesund zu halten, können Sie auch selbst auf kleine, aber wichtige Dinge achten. So sollte Ihr Stuhl über eine anatomisch geformte Sitzfläche und eine ausreichend hohe Lehne von mindestens 45 Zentimetern verfügen und sich sowohl in Höhe als auch Neigung verstellen lassen. Machen Sie außerdem regelmäßig kleine Pausen von der Bildschirmarbeit: Lassen Sie den Blick schweifen, um Ihre Augen zu entlasten. Sorgen Sie auch für eine gute Beleuchtung. Optimal ist hier eine Mischung aus allgemeinem und individuell auf ihren Arbeitsplatz gerichtetem Licht. Ernähren Sie sich möglichst ausgewogen. Denn in der Hektik des Praxisalltags kommt dies oft zu kurz. Trinken Sie viel Wasser und vermeiden Sie Snacks in Form von Süßigkeiten. Greifen Sie lieber zu Vollkornprodukten und Joghurt sowie zu Apfel, Banane und Co. Diese leckeren Vitaminlieferanten versorgen Sie mit gesunder Energie und halten Sie geistig fit. Zu guter Letzt: Suchen Sie sich Bewegung. Schon der kurze Gang zum Kopierer ist effizient und gesund.