· Fachbeitrag · Fortbildung
Professionelles Management von Privat- und Selbstzahlerleistungen: IGeL-Manager/in (IHK)
| Viele niedergelassene Ärzte bieten Selbstzahlerleistungen für Kassenpatienten als medizinische Ergänzung zum Leistungsangebot an. Die Chancen für einen Ausbau dieser privatärztlichen Tätigkeit sind heute so gut wie nie zuvor. Jedoch haben viele Praxen mit dem Angebot von IGe-Leistungen nicht den gewünschten Erfolg. „Praxisteam professionell“ stellt Ihnen die Fortbildung zur IGeL-Managerin vor, die alle notwendigen Kenntnisse für den Aufbau eines erfolgreichen und auf Wachstum angelegten IGeL-Angebots beinhaltet. |
Markt für IGeL so groß wie nie zuvor
Nach einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) ist der Markt für die Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) von rund 1 Mrd. Euro im Jahr 2007 auf mittlerweile 1,5 Mrd. Euro angewachsen. Inzwischen wird bei mehr als jedem vierten Versicherten (28,3 Prozent) eine medizinische Leistung auf Privatrechnung erbracht - vor zehn Jahren lag der Wert bei nur 8,9 Prozent!
Nach Aussage der Patienten ging die Initiative für IGeL meistens vom Arzt aus. Von den Befragten geben rund drei Viertel an, nicht von sich aus nach einer solchen Leistung gefragt zu haben. Lediglich 28,9 Prozent der Interviewten bejahen dies. Während in der unteren Einkommensgruppe (unter 1.000 Euro) nur jeder Sechste (16,9 Prozent) Privatleistungen angeboten bekam, berichtet bei Einkommen über 4.000 Euro mehr als ein Drittel (38,8 Prozent) der befragten Versicherten über entsprechende Erfahrungen in der Arztpraxis.
Dabei bietet die Ärzteschaft private Zusatzleistungen mit unterschiedlicher Intensität an. An der Spitze liegen Augenärzte und Gynäkologen, sie bieten im Mittel 6- bis 7-mal so häufig wie Allgemeinmediziner IGeL an. Es folgen Urologen, die 5-mal so häufig private Zusatzleistungen anbieten sowie Orthopäden und Hautärzte mit rund dem vierfachen Angebot im Vergleich zum Durchschnitt der Allgemeinmediziner. Letztere machen pro Arzt und Jahr nur 89 Angebote.
Die Kehrseite der Medaille: Ärzte stellen häufig auch Leistungen als „Individuelle Gesundheitsleistungen“ in Rechnung, die eigentlich Standardleistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind, für die deshalb niemand zusätzlich bezahlen muss. Das gilt zum Beispiel für medizinisch notwendige Ultraschalluntersuchungen oder das Hautkrebsscreening.
Zudem zeigten die Analysen auch, dass der IGeL-Markt das Arzt-Patienten-Verhältnis belastet. Drei Viertel der befragten Patienten (76,9 Prozent) befürchten eine Verschlechterung des Vertrauensverhältnisses zum Arzt, nur 17,9 Prozent erwarten eine Verbesserung der Arzt-Patienten-Beziehung.
Die Inhalte der Fortbildung
Voraussetzung für den Erfolg ist eine gelungene Leistungsauswahl und die systematische Vermarktung. Doch leider ist das Vorgehen in der Praxis oft wenig durchdacht oder es wird zu viel angeboten. Ein weiterer Aspekt ist, dass die Patientenansprache durch das Personal nicht systematisch erfolgt. Hier setzt die Fortbildung zur IGeL-Manager/in (IHK) an! Zielgruppen sind unter anderem Ärzte, Praxismanagerinnen und MFA. Die Fortbildung kostet 2.100 Euro und umfasst insgesamt 50 Unterrichtsstunden à 45 Minuten. Die Fortbildung stellt eine Kombination aus Seminaren und Übungen dar und endet mit einem lehrgangsinternen Test sowie dem IHK-Zertifikat.
Die Teilnehmerinnen lernen durch IGeL-Experten die Hintergründe der IGeL-Thematik kennen, erarbeiten sich Kenntnisse zu Behandlungsvertrag und Abrechnung und üben die zielgerichtete Patientenansprache ein. Folgende Themen werden behandelt:
- Rechtliche Rahmenbedingungen (u.a. Kostenvereinbarung)
- Praxismarketing (Werbung in und außerhalb der Praxis)
- Festlegung des IGeL-Spektrums - Wirtschaftliche Bewertung und Auswahl von Leistungen (Potenzialanalyse, Break-Even-Analyse)
- Servicequalität und patientenorientierte Kommunikation
- Das Beratergespräch bei privatmedizinischen Leistungen
- GOÄ-Training
- Praxisbeispiele: Vorstellung von speziellen Leistungen
Beachten Sie: Der nächste Termin für die Fortbildung zur IGeL-Managerin ist der 21. bis 25. November 2011 in Köln. Anmeldungen werden bis drei Wochen vor dem Termin angenommen.
Praxishinweis | |
Die erforderliche schriftliche Vereinbarung für Privatleistungen bei gesetzlich Krankenversicherten unterblieb laut Institut in 54,4 Prozent der Fälle. Die Einnahmen für jede siebte Privatleistung erfolgten ohne Rechnung. Für „Praxisteam professionell“-Abonnenten kein Problem: Sie können den Vordruck für eine Vereinbarung kostenlos downloaden. Sie finden die IGeL-Honorarvereinbarung unter www.iww.de in myIWW (dort unter Downloads, weiter unter Musterschreiben) |
Weiterführende Hinweise
- Weitere Informationen unter www.frielingsdorf.biz/index.php/igelmanagerin
- IGeL-Honorarvereinbarung unter www.iww.de in „myIWW“ (dort unter Downloads, weiter unter „Musterschreiben“)
- IGe-Leistungen: Patienten effizient und gewinnbringend beraten („Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 12/2009, S. 6)
- IGeL anbieten - Wie sag ich`s dem Patienten? („Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 4/2009, S. 7)
- Und plötzlich sollten wir IGeL verkaufen! („Praxisteam professionell“ - PPA - Nr. 7/2009, S. 16)