· Fachbeitrag · Übergewicht
Beratungen durch MFA unterstützen Gewichtsverlust
von Dipl.-Biologe Roland Fath, Frankfurt
| MFA können bei stark übergewichtigen Patienten, die abspecken wollen, eine wichtige unterstützende Rolle übernehmen. Werden die Patienten von ihnen einmal im Monat kurz beraten, erreichen mehr Patienten eine dauerhafte Gewichtsreduktion. Richtig deutlich wird der Unterschied zu einer Standardbetreuung, wenn die Patienten zusätzlich medikamentöse Unterstützung oder spezielle Ersatzmahlzeiten erhalten. Mehr als ein Drittel dieser Patienten können im Verlauf von zwei Jahren ihr Übergewicht um mehr als fünf Prozent reduzieren, so das Ergebnis einer US-Studie in sechs Allgemeinarztpraxen bei insgesamt 390 stark übergewichtigen Patienten. |
Patienten wogen im Schnitt 108 Kilo
Die Studienteilnehmer, meist Frauen, wogen zu Beginn im Mittel 108 kg und hatten einen Body-Mass-Index von 38,5. Die Patienten wurden nach einem Zufallsverfahren drei Gruppen zugeteilt:
- Gruppe A: Standardbetreuung (vierteljährliche Arztbesuche, an denen sie fünf bis sieben Minuten vom Arzt zur Gewichtsabnahme beraten wurden).
- Gruppe B: Zusätzlich zur Standardbetreuung beriet die MFA die Patienten einmal im Monat über 10 bis 15 Minuten auf Basis der Empfehlungen des Diabetes Prevention Program: einmal wiegen, Tagebuch zu Gewichtsverlauf und körperliche Aktivität analysieren und neue Ziele besprechen.
- Gruppe C: Zusätzlich zu den Maßnahmen A + B konnten die Patienten ein Medikament zur Gewichtsreduktion wählen (Sibutramin oder Orlistat, nach der Marktrücknahme von Sibutramin nur noch Orlistat) oder anstelle dessen spezielle Ersatzmahlzeiten (Shakes oder Slim fast).
Ergebnis
Nach zwei Jahren - 86 Prozent der Patienten beendeten die Studie - hatten die Patienten der Gruppe A ihr Körpergewicht um 1,7 kg, die der Gruppe B um 2,9 kg und die der Gruppe C um 4,6 kg reduziert. Signifikant waren allerdings nur die Unterschiede zwischen Gruppe C und Gruppe A. Ein Fünftel der Patienten der Gruppe A, rund ein Viertel der Patienten aus Gruppe B und 35 Prozent aus Gruppe C reduzierten ihr Ausgangskörpergewicht um mindestens fünf Prozent, was als klinisch relevant gilt. Die Vorteile einer monatlichen Beratung durch die Arzthelferin plus unterstützende Medikamente oder Ersatzmahlzeiten zeigten sich zu allen Untersuchungszeitpunkten: nach 6, 12, 18 und 24 Monaten. Nach sechs Monaten hatten die Patienten der Gruppe C bereits fast 7 kg an Gewicht verloren, bei Gruppe B waren es 3,5 kg und Gruppe A 2 kg.
Quelle
- Wadden TA et al.: A Two-Year Randomized Trial of Obesity Treatment in Primary Care Practice. N Eng J Med 2011, published online November 14
Volltext
- http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1109220#t=article