· Fachbeitrag · Medizinwissen
Flüssigkeitshaushalt: Besonders im Alter zu beachten
von Dr. med. Marianne Schoppmeyer, Nordhorn, www.medizinundtext.de
| Der menschliche Körper besteht je nach Körpergewicht und Alter zu 50 bis 70 Prozent aus Wasser, das Blut sogar zu 83 Prozent, das Herz zu 79 Prozent und das Gehirn zu 75 Prozent. Damit die Organe funktionieren können, ist der Körper auf die Zufuhr von Wasser angewiesen, ansonsten trocknet er regelrecht aus. Daneben hat Wasser vielfältige und wichtige Funktionen. Es ist Reaktionspartner bei chemischen Prozessen, transportiert Nährstoffe und Abbauprodukte und reguliert die Körpertemperatur. |
Wasserbilanz muss ausgeglichen sein
Ständig geht über die Nieren, den Darm, beim Schwitzen und beim Atmen Wasser verloren. Wasseraufnahme und Wasserverlust stehen in einem dynamischen Gleichgewicht. Der tägliche Wasserumsatz beträgt etwa 2,5 Liter.
Wasseraufnahme | Liter | Wasserabgabe | Liter |
durch Trinken | 1,3 | Urin | 1,5 |
mit der Nahrung | 0,9 | Lunge und Haut | 0,9 |
Oxidationswasser (entsteht bei chemischen Reaktionen im Körper) | 0,3 | Stuhlgang | 0,1 |
Gesamt | 2,5 | Gesamt | 2,5 |
Die Wasserabgabe kann erheblich ansteigen wie z. B. bei starkem Schwitzen (Fieber, hohe Außentemperatur, körperliche Arbeit), Durchfall und Erbrechen. Aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente wie Diuretika („Wassertablette“) oder Abführmittel kann zu einem Wasserverlust führen. Es muss dann entsprechend mehr getrunken werden (außer bei Einnahme von Diuretika). Der Flüssigkeitsverlust kann auch durch Infusionen ausgeglichen werden. Das erfordert in der Regel allerdings einen Krankenhausaufenthalt.
MERKE | Bei bestimmten Herzkrankheiten wie Herzinsuffizienz, Störungen der Flüssigkeitsausscheidung (z. B. bei bestimmten Nierenerkrankungen) oder Leberzirrhose kann eine Begrenzung der Flüssigkeitsmenge, ggf. sogar eine Bilanzierung, notwendig sein. Hier sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden. |
Flüssigkeitsmangel bei älteren Menschen
Normalerweise reguliert der Körper seinen Flüssigkeitsbedarf über das Durstempfinden. Gerade bei älteren Menschen und im Sommer kann es jedoch zu Problemen kommen. Im Alter lässt oftmals das Durstempfinden nach, sodass Senioren weniger trinken. Mitunter kann es so abgeschwächt sein, dass ältere Menschen einen bestehenden Flüssigkeitsmangel nicht mehr wahrnehmen. Zudem können die Nieren den Harn häufig nicht mehr so gut konzentrieren und der Körper scheidet in der Folge mehr Urin aus.
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Beschwerden eines Flüssigkeitsmangels
Einen Flüssigkeitsmangel (medizinisch Dehydratation oder Exsikkose) festzustellen, ist nicht immer einfach, da die Beschwerden unspezifisch sind und bei älteren Menschen häufig auch aus anderen Gründen auftreten.
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Regelmäßig trinken: Tipps für Ihre Patienten
Als Richtwert gilt, dass mindestens 1,3 Liter am Tag getrunken werden sollten, besser 1,5 Liter. Folgende Tipps können Sie Senioren geben, damit diese regelmäßig ans Trinken denken:
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