· Fachbeitrag · Arbeiten im Ausland
Auf ins Abenteuer: Als MFA nach Südafrika
von Yvonne Schuck, Medienbüro Medizin (MbMed), Hamburg
| Weiße Strände, blaues Meer, exotische Tiere und wunderbares Wetter - dafür steht Südafrika. Spätestens seit während der Fußball-Weltmeisterschaft 2012 Bilder aus dem Land an der Südspitze Afrikas über unsere Bildschirme flimmerten, zieht es viele Deutsche in dieses exotische Land - als Touristen und Auswanderer. Wer als MFA dauerhaft am Kap der guten Hoffnung arbeiten möchte, muss einige bürokratische Hürden überwinden. Einfacher ist es, sich über eine deutsche Firma nach Südafrika entsenden zu lassen. PPA zeigt Ihnen die ersten Schritte auf dem Weg nach Südafrika. |
Schön und vielseitig
Reisende beschreiben Südafrika als eines der schönsten und vielseitigsten Länder. Hier trifft moderne Lebensart auf traditionelle afrikanische Bräuche. Aufgrund seiner Lage an der Südspitze des afrikanischen Kontinents, erstrecken sich lange Sandstrände sowohl an der Atlantik- wie auch der Pazifikküste und im Landesinneren lockt unberührte Natur, etwa im Krüger Nationalpark. Die Mehrheit der knapp 52 Millionen Südafrikaner lebt im wirtschaftlich besser aufgestellten Osten des Landes. Die bevölkerungsreichste Stadt ist Johannesburg mit über 4,4 Millionen Einwohnern, vor Kapstadt mit 3,7 und Durban mit über 3,4 Millionen Einwohnern.
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Land der Gegensätze
Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist vielschichtig. Das spiegelt sich auch in den elf offiziellen Landessprachen wider. Dazu zählen neben Englisch und Afrikaans auch die Muttersprachen der verschiedenen südafrikanischen Volksgruppen. Diese machen auch die überwiegende Mehrheit der dortigen Bevölkerung aus. Etwa ein Zehntel der Südafrikaner stammen von britischen, holländischen und auch deutschen Siedlern ab, 2,5 Prozent sind asiatischer Abstammung, aus Indien, Malaysia, China und Indonesien. Bis 1990 verfolgte die Republik Südafrika eine Politik der Apartheid (Rassentrennung), die die Bevölkerung in vier Gruppen aufteilte: Schwarze, Weiße, Farbige und Asiaten. Obwohl diese Unterscheidung mit der Abschaffung der Apartheid endete, ist sie in vielen Köpfen noch weiterhin präsent. Sie zeigt sich auch teilweise in der Wohnsituation. So lebt ein Großteil der nicht-weißen Stadtbevölkerung in sogenannten Townships. Diese sind nicht zwangsläufig mit Slums gleichzusetzen. Die Bandbreite reicht von Townships mit Wohngegenden der Mittelklasse über einfache Häuser bis hin zu Hütten. Besonders in den Townships, aber auch in den Innenstädten der großen urbanen Zentren sind die Kriminalitätsraten hoch.
MFA in Südafrika: Doctor’s Assistant und Medical Secretary
Die medizinische Versorgung in Südafrika entspricht in den Städten europäischen Standards. Besonders die private medizinische Versorgung ist gut ausgebaut. Staatliche Einrichtungen hingegen leiden oft unter Geldmangel und sind überlaufen. Auch in Südafrika gibt es das Berufsbild der MFA. Die Doctor’s Assistants übernehmen Aufgaben in der Patientenversorgung und Administration. Sie unterstützen Ärzte bei der Untersuchung und Behandlung von Patienten, messen die Vitalzeichen, bereiten Patienten vor, indem sie etwa Untersuchungen erklären, und kümmern sich um die Vorbereitung des Behandlungsraums und der Instrumente. Doctor’s Assistants nehmen auch Blut ab und beraten Patienten zu verschiedenen Gesundheitsthemen. Zu ihren administrativen Aufgaben gehört es zum Beispiel, Patientenakten zu führen und Termine zu planen. Im Vergleich zu den Doctor’s Assistants übernehmen die Medical Secretaries verstärkt organisatorische und administrative Tätigkeiten. Sie arbeiten zum Beispiel in Kliniken und medizinischen Zentren. Dort kümmern sie sich um Organisation und Dokumentation, koordinieren verschiedene Fachbereiche und sind für Verwaltungsaufgaben zuständig.
Südafrika erlaubt nur begrenzte Einwanderung
Innerhalb der Europäischen Union auszuwandern, ist relativ unproblematisch. Geht es aber über die Grenzen Europas hinaus, wird es schon schwieriger. Die meisten Länder haben Zulassungsbeschränkungen, was die Zahl der Einwanderer angeht, und stellen hohe Ansprüche an deren Qualifikationen. So ist es auch in Südafrika. Das Land hat mit 24,4 Prozent (Stand 2012) eine hohe Arbeitslosenquote und ist entsprechend daran interessiert, vorrangig die eigenen Staatsbürger in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Müssen alle EU-Bürger innerhalb der Europäischen Union bei der Arbeitsplatzvergabe gleichbehandelt werden, gilt dies in Südafrika nicht. Im Gegenteil: Ein südafrikanischer Arbeitgeber, der einen Ausländer einstellt, muss sogar nachweisen, dass für die Stelle keine Arbeitskräfte auf dem heimischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Nur in diesem Fall haben Sie als Arbeitnehmer ohne südafrikanische Staatsangehörigkeit die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis zu beantragen. Beachten Sie, dass Sie den Antrag in Deutschland stellen müssen. Halten Sie sich mit einem Touristen-Visum im Land auf, ist die Beantragung einer Arbeitserlaubnis nicht möglich.
Allgemeine Arbeitsgenehmigung: General Work Permit
Wenn Sie eine allgemeine Arbeitsgenehmigung (General Work Permit) beantragen, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählt, dass Sie bereits einen Arbeitsplatz bei einem südafrikanischen Arbeitgeber haben. Zudem muss dieser nachweisen, dass er die Stelle nicht mit einem Südafrikaner besetzen kann. Für die Bewerbung selbst gelten die gleichen Anforderungen wie auch in Deutschland. Senden Sie aussagekräftige Unterlagen, mit einem Anschreiben (1 Seite), Lebenslauf und Zeugnissen. Gute Englischkenntnisse sind natürlich Pflicht, um auf dem südafrikanischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Verfassen Sie also die Bewerbung in Englisch.
Besondere Arbeitsgenehmigung: Special Skills Work Permit
Eine andere Form der Arbeitsgenehmigung ist die Special Skills Work Permit. Diese gilt für Berufe, in denen nicht ausreichend qualifizierte Südafrikaner für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Welche Berufskategorien dazu zählen, wird jedes Jahr aufs Neue festgelegt. Im Jahr 2013 gehört auch die Kategorie „Health“, also Gesundheit, dazu. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern aus anderen Bereichen haben Sie als MFA also zumindest die Chance auf eine dieser Arbeitsgenehmigungen. Dazu müssen Sie aber einige Anforderungen erfüllen. Grundvoraussetzung, um für eine Special Skills Work Permit (auch: Quota Work Permit) infrage zu kommen, sind eine qualifizierte Berufsausbildung sowie mindestens fünf Jahre Berufserfahrung. Um dies nachzuweisen, müssen Sie bei der South African Qualifications Authority (SAQA) eine Anerkennung Ihres Berufsabschlusses und Ihrer sonstigen Qualifikationen beantragen. Im Gegensatz zur General Work Permit müssen Sie für diese Art der Arbeitsgenehmigung noch keinen Arbeitsvertrag in Südafrika vorweisen. Sie haben 90 Tage Zeit, einen Arbeitsplatz in der entsprechenden Kategorie zu finden. Die Special Skills Work Permit gilt unbefristet, ist aber an einen Arbeitsplatz innerhalb der Berufskategorie gebunden.
Entsendung als Mitarbeiter eines deutschen Unternehmens
Ein einfacherer Weg nach Südafrika führt über deutsche Firmen. Entsendet Sie ein Unternehmen nach Südafrika, um dort in einer Zweigniederlassung zu arbeiten, gelten andere Vorschriften. Allerdings ist mit einem solchen Aufenthalt immer nur eine zeitweise Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis verbunden. Wer für immer in Südafrika bleiben möchte, muss also einen anderen Weg wählen.
Weiterführende Hinweise:
- Homepage der südafrikanischen Botschaft in Berlin: www.suedafrika.org
- Sicherheits- und Verhaltenshinweise für Südafrika finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de > Reise & Sicherheit > Südafrika.
- Welche weiteren Schritte und Voraussetzungen nötig sind, um eine General Work Permit zu erhalten, können Sie unter www.initiateimmigration.com > Work Permits & Visas South Africa > General Work Permits & Visas South Africa nachlesen.
- Job-Portale, auf denen Sie Stellenanzeigen finden können:
- Nähere Informationen zur Beantragung eines „Special Skills Work Permit“ unter www.saqa.org.za unter dem Menüpunkt „Evaluation of Foreign Qualifications“.