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· Fachbeitrag · Neue Medien

Gesundheits-Apps: Genau hingucken lohnt sich!

| Verbraucher sollten sich vor dem Download von Gesundheits-Apps davon zu überzeugen, dass die App hilfreich und vertrauenswürdig ist. Dies empfehlen das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e. V., die Initiative Präventionspartner, das PLRI MedAppLab des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH in einer gemeinsamen Pressemitteilung. |

 

Experten gehen davon aus, dass weltweit zirka 200.000 Apps in gesundheitsassoziierten Kategorien in Android- und iOs-Stores zur Verfügung stehen. Es ist keine Frage: Apps können sich positiv auf die Gesundheit des Einzelnen auswirken. Dennoch sollten Verbraucher den Nutzen und die Seriosität von Apps schon vor dem Download dringend überprüfen. Von einigen Apps liegen Testberichte vor. Außerdem gibt es von Experten definierte Mindestanforderungen.

 

Das afgis e. V., die Initiative Präventionspartner, das PLRI MedAppLab des Peter L. Reichertz Instituts für Medizinische Informatik der MHH und das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH sind sicher, dass Gesundheits-Apps das Potenzial haben, die Gesundheitskompetenz zu steigern, den Patienten in den Behandlungsverlauf einzubeziehen und Einsparpotenziale, z. B. durch Telemonitoring, bieten. Allerdings bringt der Einsatz dieser Technologie auch unkalkulierbare Risiken mit sich, weil es für Produzenten keine verbindlichen Vorgaben bei der Herstellung gibt.

 

Ein geregeltes Verfahren gibt es für Apps, die vom Hersteller als Medizinprodukt eingestuft werden, weil sie vom Anbieter z. B. in Kombination mit einem Messgerät zur Erkennung bzw. Therapie von Krankheiten ausgelobt werden. Sie sind meldepflichtig und einem Prüfverfahren durch so genannte „benannte Stellen“ wie dem TÜV zu unterwerfen. Für die zentrale Erfassung und Bewertung von Risiken ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zuständig.

 

Die Mehrzahl der Apps wird aber nicht als Medizinprodukt in den Verkehr gebracht. Deshalb ist es nötig, dass Nutzer selbst kritisch prüfen, ob eine App bestimmte Mindestanforderungen erfüllt. Welche Angaben sollten Hersteller liefern, wenn sie eine App in Verkehr bringen? Vor dem Download einer App sollte man sich vergewissern, dass folgende Informationen in der Beschreibung vorliegen:

 

  • Angaben über den Hersteller (Impressum, Autoren, Aktualität der Daten)
  • Angaben über das Produkt (Anwendungsbereich, Version, Nutzen, Größe, Sprache, Funktionalität, durchgeführte Tests und Studien, bekannte und behobene Störungen, Systemvoraussetzungen, Kosten)
  • Angaben zum Datenschutz
  • Angaben zu Finanzierung (Quellen) und Werbung (Grundsätze)

 

Sollten die genannten Angaben nicht vollständig vorliegen, empfiehlt es sich, beim Anbieter nachzufragen. Auch das Studium vorliegender Erfahrungsberichte kann hilfreich sein.

 

Weiterführender Hinweis

Quelle: ID 42393666