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30.06.2009 | Teammanagement

Selbsteinschätzung der MFA: Umgang mit Patienten und Praxismanagement topp!

von Sebastian Schnabel, Medienbüro Medizin, Hamburg

Für die täglichen Aufgaben in der Arztpraxis fühlen sich die meisten Medizinischen Fachangestellten (MFA) offenbar gut gewappnet. Ob Praxismanagement oder Patientenbetreuung: In der Selbsteinschätzung der eigenen Qualitäten belegen diese Punkte die Höchstwerte. Bei der IGeL-Arbeit hingegen besteht Nachholbedarf. Das sind die Ergebnisse einer Studie des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) aus Düsseldorf. „Praxisteam professionell“ stellt Ihnen die Ergebnisse vor.  

MFA sollten sich selbst einschätzen

Grundlage der Studie „Die Medizinische Fachangestellte - Stärken und Schwächen einer Berufsgruppe in der Eigenbild-Analyse“ war eine Befragung von 920 MFA. Dazu wurde vorab ein Leistungsstandard festgelegt, der die hundertprozentige Arbeit einer MFA darstellen soll (quasi die perfekte MFA). Mithilfe von Fragen sollten sich die MFA nun selbst einschätzen: Wie viel Prozent des Standards erreichen Sie Ihrer Meinung nach selbst? Die Fragen und Antworten wurden in vier Themengebiete eingeteilt:  

 

  • Qualifikationen (Persönlichkeit, soziale Kompetenz etc.),
  • Kompetenz (Praxismanagement, Unternehmerisches, Fortbildungsverhalten etc.),
  • Fähigkeiten (Patientenbetreuung und -kommunikation, Umgang mit Beschwerden etc.),
  • Motivation (externe und interne).

IGeL-Arbeit schneidet am schlechtesten ab

Die besten Zeugnisse stellten sich MFA im Bereich der eigenen Qualifikationen aus. Hier sahen sie ihre Leistungsfähigkeit bei durchschnittlich 64 Prozent. In den drei übrigen Bereichen war das Selbstbild unterdurchschnittlich.  

 

Mit einem Wert von knapp unter 40 Prozent beurteilten MFA die eigenen Fähigkeiten am schlechtesten. Dabei wurden die Teilbereiche Patientenkommunikation und -betreuung mit rund 63 bzw. 69 Prozent noch positiv gesehen. Beim Telefonmanagement hingegen schätzen sich MFA mit 41,5 Prozent deutlich schwächer ein. Defizite attestieren sich MFA auch beim Umgang mit Beschwerden - nur bei 29,4 Prozent liegt hier das gefühlte Leistungsniveau. Auch Organisation und Selbstmanagement (22,6 Prozent) sind nach Meinung der MFA keine Stärken. Die deutlichsten Defizite tauchen allerdings bei der IGeL-Arbeit auf (14,8 Prozent). Gerade in Zeiten von Honorarreformen und Einsparungsmaßnahmen steckt hier ein wirtschaftliches Potenzial, das MFA derzeit noch nicht zu nutzen wissen.  

Praxismanagement ist eine der Stärken

Im Themenbereich Kompetenz erhält nur das eigene Praxismanagement mit 78,6 Prozent ein gutes Zeugnis. Bei den Kenntnissen in unternehmerischer Praxisführung (etwa effiziente Organisationsprinzipien) sieht das anders aus: Nur bei 29,8 Prozent sehen MFA ihr eigenes Leistungspotenzial. Auch beim persönlichen Fortbildungsverhalten sehen sich die Befragten mit nur 21,3 Prozent Auslastung weit von der perfekten MFA entfernt.  

Zu wenig Motivation von außen

Fragen zur Motivation beantworteten die meisten MFA zwiegespalten. Einerseits heben sie hervor, selbst sehr engagiert zu sein. Die motivierenden Arbeitsumstände bewerten jedoch die meisten MFA negativ. Folgende Punkte finden sie verbesserungswürdig (Mehrfachnennungen waren möglich):  

 

Arbeitsbereiche, die verbesserungswürdig sind

 

Prozent  

Lob und Anerkennung  

71  

Eindeutige Arbeitsanweisungen und Entscheidungen  

69  

Aufgabenzuordnung innerhalb des Praxisteams  

66  

Kompetenzverteilung  

63  

Definition konkreter Arbeitsziele  

61  

Möglichkeit eigenständigen Arbeitens  

59  

Fortbildung  

56  

Gerechte Behandlung  

44  

Lösung von Teamkonflikten durch den Praxisinhaber  

42  

Berücksichtigung von Verbesserungsvorschlägen  

38  

Leistungsbezogene Honorierung, insbesondere bei Selbstzahlerleistungen  

32  

Fazit: Die eigenen Probleme sind kein Einzelfall

Die Studie zeigt, dass offensichtlich viele MFA dieselben Probleme haben - nur im Umgang mit den Patienten fühlen sie sich wirklich sicher. In den anderen Bereichen herrscht wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Studie zeigt aber auch, dass sich viele MFA fortbilden müssen: zum Selbstmanagement, dem Umgang mit Beschwerden und auch zur IGeL-Arbeit. Dies kann durch Seminare, Literatur oder auch Fachzeitschriften wie „Praxisteam professionell“ erfolgen.  

Quelle: Ausgabe 07 / 2009 | Seite 14 | ID 128076