28.08.2008 | Teammanagement
Kein Lob vom Chef? Betreiben Sie auch einmal Marketing in eigener Sache!
Mitarbeiterinnen sind häufig enttäuscht, wenn das erwartete Lob des Chefs oder der Chefin ausbleibt. Sie haben gute Arbeit geleistet, eine schwierige Situation bewältigt, werden von den Patienten gelobt und die Reaktion der Chefs – gleich Null. Da macht sich schon mal Frust breit. Häufig gibt es für das mangelnde Lob ganz profane Gründe: Viele Ärzte gehen einfach davon aus, dass eine Mitarbeiterin in wichtiger Position so viel Selbstvertrauen hat, dass sie eigenverantwortlich handeln kann, ohne Lob zu erwarten.
Fordern Sie ein verdientes Feedback aktiv ein!
Natürlich wird das Selbstbewusstsein durch ein positives Feedback noch verstärkt. Aber allzu oft finden gute Leistungen keine anerkennenden Worte, weil sie als selbstverständlich angesehen werden. Dann sollte man dem eigenen Selbstwert zuliebe ein verdientes Feedback aktiv einfordern. Solche Bestätigungen sind wichtig, denn anderenfalls fehlt ein wichtiger Maßstab zur Weiterentwicklung. Es ist jedoch fraglich, ob die Anerkennung unbedingt vom Arzt kommen muss. Schließlich gibt es noch die Kolleginnen und Patienten, die Ihre Arbeit kommentieren. Die anerkennenden Worte der Kollegin oder die feinen Pralinchen vom Patienten, der sich für die gute Behandlung bedankt, sprechen doch auch für sich – oder?
Vermitteln Sie ein positives Bild von sich selbst!
Auch ein permanentes Marketing in eigener Sache ist sinnvoll, nach dem Motto: „Tue Gutes und spricht darüber“. Wer sich unsicher präsentiert, darf sich nicht wundern, wenn er anderen ein negatives Bild von sich vermittelt. Etwas Marketing in eigener Sache sollte jeder betreiben. Ein gesundes Selbstbewusstsein führt dazu, dass man von Kolleginnen und Patienten mehr geachtet wird.
Aber Vorsicht: Ein gesundes Selbstbewusstsein heißt nicht, dass man sich selbst überschätzen soll. Denn in diesem Fall wirkt man oft arrogant und eingebildet. Wer sich so verhält, als wäre er in der Praxis der alleinige Maßstab, und sich nicht an den Vorgaben des Arztes orientiert, riskiert seinen Job. Auch bei den Kolleginnen kommt dies nicht gut an und man stempelt sich selbst zur Außenseiterin. Produktiver ist es, sich der eigenen Vorbildfunktion bewusst zu werden oder eine solche aufzubauen. Mit den Kolleginnen über die eigene Arbeit zu sprechen, bringt eine ganze Menge. Kolleginnen können die Arbeit oft besser beurteilen als der Arzt. Zudem motiviert ein solches Verhalten zum Erfahrungsaustausch. Dadurch lernen auch unsichere Kolleginnen, selbst ein Feedback zu geben.